BVB spielt auswärts in Wolfsburg - und Mario Götze keine Rolle mehr

Borussia Dortmund

Mit ungewöhnlich deutlichen Worten erklärt Lucien Favre, warum Mario Götze beim BVB nur noch eine Nebenrolle spielt - und warum er auch gegen Wolfsburg keine Chance bekommen wird.

Dortmund

, 23.05.2020, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Mario Götze spielt beim BVB kaum noch eine Rolle.

Mario Götze spielt beim BVB kaum noch eine Rolle. © dpa

Das letzte Drittel seiner zweiten Saison als Trainer bei Borussia Dortmund ist angebrochen, und für Lucien Favre war am Freitag die Zeit gekommen, so deutlich Klartext zu sprechen wie zuvor noch nie. Vielleicht ja nervt dieses Thema mittlerweile, vielleicht war Favre der ständigen Fragen nach Mario Götze einfach überdrüssig.

In der eines Journalisten bei der virtuellen Pressekonferenz des BVB vor dem Auswärtsspiel beim VfL Wolfsburg (Samstag, 15.30 Uhr, live bei Sky, Konferenz auf Sky Sport News) ging es um die Tatsache, dass Götze am vergangenen Wochenende mal wieder nur eine späte Einwechseloption war. Als alles schon gelaufen war und Favre die Gelegenheit nutzte, Kräfte zu schonen.

Mario Götze passt nicht ins aktuelle BVB-System

Favres Antwort schrieb ein neues Kapitel in der komplizierten Beziehung der beiden miteinander. „Man muss es klar sagen“, meinte der 62-Jährige, „wir spielen im 3-4-3. Und dieses System ist nicht ideal für Mario Götze.“ Das habe er Götze in einem Gespräch auch mitgeteilt. Favre musste gegen Schalke gleich fünf Spieler ersetzen, die man zum Stamm zählen darf. Er zog dennoch andere Götze vor. Ein nächster Tiefpunkt für den 27-Jährigen.

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Die letzten Wochen des WM-Siegtorschützen von 2014 als Spieler der Borussia vor seinem Abschied am 30. Juni werden also an Götzes Situation wohl nichts mehr ändern, auch wenn Favre hinterherschob, dass Götze „natürlich“ auf den Halbpositionen hinter den Spitzen spielen könne - und später auch noch Sportdirektor Michael Zorc angesichts der gehäuft auftretenden Muskelverletzungen im Kader darauf verwies, man brauche bis zum Saisonende „jeden Spieler“. Ob das aber auch für Götze gilt? Zweifel sind erlaubt.

Lucien Favre hat mit Verletzungen beim BVB gerechnet

Die Muskelblessuren, die vor dem Derby Emre Can, Nico Schulz, Axel Witsel, Giovanni Reyna und ja seit langem auch Marco Reus beschäftigen und die einen Einsatz gegen Schalke verhinderten, waren in dieser Woche tägliches Thema in den Besprechungen des Trainerstabs mit der medizinischen Abteilung. „Geplant“ seien diese gewesen, sagte Favre, da war ihm das richtige deutsche Wort entfallen, denn gemeint war natürlich, dass er die Probleme erwartet und mit Verletzungen gerechnet hatte.

Wie man Belastungen dosieren, gleichzeitig aber die Intensität auf hohem Niveau halten kann, ist eine Kernfrage für die Bundesligisten angesichts des Eiltempos, mit dem die Liga nach dem Grünen Licht der Politik aus dem Stand-by- in den Wettkampfmodus schalten musste.

Die Personallage beim BVB entspannt sich

An keinem anderen Bundesliga-Standort aber hat sich die Problematik schon vor dem ersten Geisterspiel so deutlich gezeigt wie in Dortmund. Immerhin hatte Favre vor der Abreise in die VW-Stadt gute Nachrichten von Reyna und Can mitgebracht: Beide trainierten am Freitag erstmals wieder mit hoher Intensität und zählen heute zum Kader. Der Plan ist wohl, beiden einige Minuten zu geben, damit sie am Dienstag gegen die Bayern wieder voll belastbar sind.

Witsel hingegen ist so weit noch nicht, er fehlte bei der Abfahrt. Und bei Reus mehren sich die Zweifel, dass er in dieser Saison überhaupt noch einmal auf den Platz zurückkehren kann.

BVB-Sportdirektor Zorc warnt vor Wolfsburg

Der Derbysieg hat für Entspannung gesorgt bei Favre und auch Zorc, selbst das Dortmunder Urgestein mit über 40 Jahren im Verein hatte einen so klaren Erfolg gegen den Revierrivalen noch nicht persönlich miterlebt. Am Samstag aber warte ein anderes Spiel, meinte Zorc: „Es wird deutlich schwerer als das Heimspiel gegen Schalke!“

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