BVB bangt um Akanji! Diese Optionen bleiben Trainer Lucien Favre

hzBorussia Dortmund

Kurz vor Beginn der heißen Saisonphase droht dem BVB ein Personalproblem in der Innenverteidigung. Fällt Manuel Akanji verletzungsbedingt aus, hätte das einen Domino-Effekt zufolge.

Cottbus

, 07.09.2019, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Vor Ort war er nicht, und doch war Manuel Akanji in Cottbus am Rande des Benefizspiels gegen den Viertligisten ein großes Thema. Borussia Dortmund treibt die Sorge eines Ausfalls des Schweizer Nationalspielers um. Würde sich dieser bestätigen, hätte Trainer Lucien Favre früh in der Saison ein Problem. Und müsste improvisieren, um es zu lösen.

Favre probt in Cottbus den möglichen Ernstfall

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Nachdem er am Donnerstag beim 1:1 der Schweiz in Irland noch durchgespielt hatte, überraschte die Nachricht des Schweizer Verbandes (SFV), dass Manuel Akanji für die Partie der EM-Qualifikation gegen Gibraltar nicht zur Verfügung steht. Der SFV bestätigte am Freitag den Ausfall und die geplante Rückreise Akanjis nach Dortmund. Beim BVB sollen am Wochenende weiterführende Untersuchungen Aufschluss über die Art und Schwere der Verletzung am linken Sprunggelenk geben. Dort war der Innenverteidiger bei einem Tackling von einem Gegenspieler getroffen worden.

Mit Prognosen hielten sich die BVB-Verantwortlichen in Cottbus zurück, Das Mienenspiel des Trainers und auch von Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke verhieß allerdings nichts Gutes. Favre konnte allerdings die Partie nutzen, um schon einmal einen möglichen Ernstfall ohne Akanji zu proben. An der Seite von Mats Hummels agierte Julian Weigl in den 90 Minuten sehr ordentlich und als der an diesem Spätnachmittag stabilere Innenverteidiger. Es war Weigls erster Einsatz seit längerer Zeit auf der Position, auf der er sich in der Rückrunde der vergangenen Saison als Aushilfskraft wieder ins Notizbuch von Favre gespielt hatte.

Zagadou und Balerdi fast ohne Spielpraxis

Weigl, der sich nach einer guten Vorbereitung seinen Stammplatz im defensiven Mittelfeld zurückerobert hat, wäre auch bei einem tatsächlichen Ausfall Akanjis wohl erste Wahl für den Manndecker-Posten. Denn er bringt gegenüber den etatmäßigen Innenverteidigern Dan-Axel Zagadou und Leonardo Balerdi einen entscheidenden Vorteil mit: Weigl ist im Rhythmus.

BVB bangt um Akanji! Diese Optionen bleiben Trainer Lucien Favre

Leonardo Balerdi (l.) und Dan-Axel Zagadou fehlt die Spielpraxis. © David Inderlied

Anders als die beiden Backups. Zagadous letztes Pflichtspiel ist fünf Monate her, beim 2:1 gegen Mainz am 13. April spielte er für zwölf Minuten. Nach einer langwierigen Mittelfuß-Verletzung im Winter und Knieproblemen gegen Ende der Saison hat der junge Franzose eine Rückrunde zum Vergessen hinter sich.

Balerdi wartet noch auf sein Bundesliga-Debüt für den BVB, hat aber immerhin in der noch jungen Saison schon Spielzeiten in der U23 bekommen. Ihn dann in einem Spitzenspiel gegen Leverkusen ins kalte Wasser zu werfen, wäre gleichwohl ein Risiko, das der risikoscheue Favre nur mit Zahnschmerzen eingehen würde. Zusätzliches Handicap bei Balerdi: Erst am Dienstag trifft die argentinische Nationalmannschaft, für die der 20-Jährige erstmals nominiert wurde, auf Mexiko. Rückkehr also frühestens im Laufe des Mittwochs.

Hummels: „Er macht das taktisch gut“

Ein weiteres Problem: Wird Weigl zurückgezogen und fällt Axel Witsel (Muskelfaserriss) gegen Leverkusen aus, würden auch die Alternativen im defensiven Mittelfeld (Delaney, Dahoud) knapp. Hinzu kommt die Verletzung von Nico Schulz.

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Bildeten gegen Cottbus die BVB-Innenverteidigung: Mats Hummels und Julian Weigl. © imago / Schmidt

Seine Premiere mit Julian Weigl als Nebenmann in der Innenverteidigung bewertete Hummels nach den 90 Minuten in Cottbus als gelungen. „Er macht das taktisch gut und ist ein guter Fußballer.“ Von der Akanji-Verletzung hatte Hummels kurz nach dem Spiel noch gar nichts gehört. „Das ist natürlich gar nicht schön“, gab er zu.

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