BVB-Youngster Ansgar Knauff hat den Siegtreffer gegen den VfB Stuttgart erzielt. © imago images/Michael Weber
Borussia Dortmund

BVB-Chefs von Ansgar Knauff begeistert: „Er hat eine sportliche Waffe“

Mit seinem Siegtor beim 3:2 in Stuttgart ist Ansgar Knauff (19) endgültig im Profikader des BVB angekommen. Die Chefs schätzen seine größte Waffe.

Den golden gefärbten Schuh für den besten Spieler des Opel Family Cup 2014 hielt Ansgar Knauff, 12 Jahre jung, ganz fest in den Händen damals. Seine Augen aber richtete er auf den großen Mann mit dem Mikrofon rechts neben ihm. Kein Geringerer als Ex-BVB-Trainer Jürgen Klopp sagte damals laut Ohrenzeugen: „Wenn der dranbleibt, dann kann das einer werden.“ Nun, Knauff ist drangeblieben. Und wie!

BVB-Youngster Ansgar Knauff erzielt ein Traumtor gegen den VfB Stuttgart

Nach einer „unglaublichen Woche“ kann der 19-jährige BVB-Senkrechtstarter Ansgar Knauff nach seinem Startelfdebüt bei Manchester City am Dienstag seit Samstagabend auch auf sein erstes Bundesliga-Tor stolz sein. Sein Treffer zum siegbringenden 3:2 gehörte gleich in die Kategorie Traumtor: Drei Gegenspieler ausgetanzt, den Ball mit rechts neben den Pfosten geschlenzt. Passt!

Aufgabe erfüllt, könnte man nüchtern behaupten: „Der Trainer hat mir gesagt, Ich solle ins Eins-gegen-eins gehen, mutig sein, den Abschluss suchen“, berichtete Knauff nach seinem fünften Teileinsatz im Profifußball, der ihn endgültig ins Rampenlicht beförderte. Der gebürtige Göttinger, der seit 2016 im BVB-Internat wohnt, wurde nach 67 Minuten für den angeschlagenen Marco Reus eingewechselt, zündete auf der linken Angriffsseite mehrfach seinen Turbo und verhalf der Mannschaft zum bitter benötigten Dreier.

BVB-Youngster Ansgar Knauff kann „am Gegner vorbeifliegen“

„Wir sagen ihm, dass er wegen seiner Qualitäten und seinem Selbstvertrauen bei uns ist. Der Druck liegt dann bei mir, wenn ich ihn spielen lasse. Und dann geht es darum, dass er den Mut hat. Dass er im Eins-gegen-eins am Gegner vorbeifliegen und den Abschluss suchen kann“, sagte Terzic. Das habe in den vergangenen Wochen mehrfach gefehlt. Die Kollegen Brandt, Hazard und Co. sollten sich also ein Beispiel nehmen am frischen, unverzagten Knauff.

Auch BVB-Sportdirektor Michael Zorc betont nicht Knauffs Jugend, sondern seine Spezialitäten. „Er hat eine sportliche Waffe, die sehr schwer zu verteidigen ist, und das ist seine enorme Schnelligkeit. Wenn er dann noch ruhig bleibt und die richtigen Entscheidungen trifft, dann kann er eine sehr gute Entwicklung nehmen.“ Im November hatte er mit dem Junior einen langfristigen Vertrag vereinbart, inzwischen gehört Knauff, der noch U19 spielen dürfte, fest zum Profikader. 14 Scorerpunkte sammelte er in der Regionalliga, jetzt zwei in der Bundesliga bei erst 60 Minuten Spielzeit.

BVB-Toptalent Ansgar Knauff ist ein: „Geerdeter junger Mann“

Am Samstag in Stuttgart (RNBVB-Note: 2,0) im Rampenlicht zu stehen, das schmeckte dem Teenager, der schüchtern, aber mit fester Stimme alle Fragen beantwortete. Rund um das Nachwuchsleistungszentrum gilt er als eher zurückhaltender Vertreter seiner Generation. „Ich nehme Ansgar als sehr geerdeten jungen Mann wahr, der sich im Spiel auch mal aufregen und Emotionen zeigen kann, aber das ist ja auch gut so“, sagt auch BVB-Sportdirektor Zorc.

Borussia Dortmunds Lizenzspieler-Chef Sebastian Kehl freut sich über die neue Komponente Knauff: „Hinter Ansgar liegt eine sehr erfolgreiche und aufregende Woche. Er zeigt, welche Stärken er in unser Spiel einbringen kann. Er hat das prima gemacht und seine Chance genutzt.“ Natürlich gebe es noch viel zu lernen, „und das ist auch völlig normal in seiner Entwicklung. Aber mit seinem Tempo, seiner Unbekümmertheit und den tiefen Läufen kann er in der Endphase dieser Saison für uns aber eine weitere, wichtige Option sein.“

Aus dem Stegreif erklären kann Knauff seinen Leistungssprung selber nicht. „Ich weiß es auch nicht“, sagte er in Stuttgart auf die Frage, warum es jetzt so gut laufe. Egal. Einfach dranbleiben war schon 2014 die beste Lösung.

Über den Autor
BVB-Redaktion
Jahrgang 1980, liebt Sport und lebt (meistens) sportlich. Erste journalistische Gehversuche mit 15. Einser-Diplom in Sportwissenschaft an der Universität Hamburg (2006). Heinz-Kühn-Stipendiat. Seit 2007 bei Lensing Media tätig. Seit 2012 BVB-Reporter.
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