BVB-Duo Süle/Schlotterbeck soll dem DFB-Team in England Halt geben

Redakteur
Nico Schlotterbeck im Luftduell mit Harry Kane.
Im Hinspiel gegen England (1:1) durfte sich BVB-Innenverteidiger Nico Schlotterbeck mit Harry Kane (l.) und Co. messen. Am Montag winkt die nächste Chance. © imago / Avanti
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Hansi Flick widersprach nicht. In schwarzem Hemd und Sakko mit DFB-Logo gentlemanlike gekleidet, bestätigte der Bundestrainer am Sonntagabend in Wembley alle Kritik, die während des Wochenendes für das 0:1 gegen Ungarn über seine Nationalmannschaft hereingebrochen war. Nach der „schlechtesten ersten Halbzeit, seit ich Bundestrainer bin“ wird Flick der DFB-Elf organisatorisch und personell ein paar Veränderungen angedeihen lassen beim Wiedersehen mit den „Three Lions“ (20.45 Uhr, RTL), die vor 15 Monaten mit dem 2:0-Sieg im Achtelfinale das Aus bei der Europameisterschaft und das endgültige Ende von Flicks Vorgänger Joachim Löw bewerkstelligten.

Bundestrainer Hansi Flick lobt BVB-Innenverteidiger Niklas Süle

„Wir haben etwas gutzumachen“, nahm Flick seine Spieler und auch sich selbst vor dem finalen Akt der Nations League in die Pflicht. Die Formkrise vor allem des Bayern-Blocks, die Qualitätsdefizite auf den defensiven Außenbahnen sowie im Sturm, ein passendes taktisches Korsett – beim letzten ernsthaften Test vor der WM muss ausgerechnet gegen „eine der besten Mannschaften der Welt“ (Flick) ein Achtungserfolg her. Sonst werden die Zweifel bis zum WM-Beginn nicht erstickt.

Halt geben soll den Deutschen am Sehnsuchtsort des englischen Fußballs eine Innenverteidigung mit zwei Spielern von Borussia Dortmund. „Niklas Süle hat gegen Ungarn ein gutes Spiel gemacht“, lobte Flick den BVB-Neuzugang, der erneut innen rechts die Angriffe von Harry Kane und Co. stoppen soll. Weil Antonio Rüdiger gelbgesperrt aussetzen muss, winkt Süles Vereinskollegen Nico Schlotterbeck eine Bewährungschance an seiner Seite. „Die beiden kennen sich ja aus dem Verein und sind eingespielt“, meinte Flick. Tatsächlich hat das Duo erst zweimal gemeinsam in der Startelf gestanden. Der Konkurrenzkampf ist groß beim BVB wie beim DFB.

BVB-Neuzugang Schlotterbeck will Werbung in eigener Sache machen

„Schlotti“, in Dortmund zügig und ohne Anpassungsprobleme zum Leistungsträger geworden, will auch bei Flick in eigener Sache werben, um bei der WM im Kader zu stehen. „Ich war zuletzt immer nominiert, weil ich meine Leistung im Verein gebracht habe. Trotzdem kann ich mir nicht sicher sein, weil wir in Deutschland einfach viele gute Innenverteidiger haben“, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

Die zentrale Defensive gehört nicht zu den Problemzonen der DFB-Elf. Benötigt werden defensiv wie offensiv starke Außenverteidiger, verzweifelt gesucht wird ein Mittelstürmer, der nicht Timo Werner heißt, und wenn Thomas Müller, Serge Gnabry und ihre Bayern-Kollegen ihr Formtief aus dem Ligaalltag im Einsatz fürs DFB-Team abstreifen könnten, wären sie und die Nationalelf einen enormen Schritt weiter.

Hansi Flick gibt Jamal Musiala eine Garantie für die DFB-Startelf

Ein anderer Münchner Akteur hingegen gilt als Hoffnungsträger: Flick gab Jamal Musiala das Versprechen für die Startelf. In London aufgewachsen, fußballerisch beim FC Chelsea groß geworden – und jetzt mit 19 Jahren mit der Last und Lust bestückt, in Deutschland zumindest eine Art von WM-Vorfreude zu entfachen. „Ich habe mir nur vorgenommen, mich weiterzuentwickeln. Gerade läuft es gut für mich“, sagte der Teenager mit dem Spitznamen „Bambi“ am Sonntagabend in seinem feinen Denglish. Wenn mehrere Nationalspieler diese Aussage nach dem England-Spiel wiederholen könnten, gäbe es auch in diesem Fall von Hansi Flick keinen Widerspruch.

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