Die BVB-Torschützen gegen Sevilla: Erling Haaland (r.) und Mahmoud Dahoud. © dpa
Champions League

BVB-Einzelkritik: Haaland-Gala in Sevilla – Bellingham und Dahoud bockstark

Sevilla erlebt in der Champions League die BVB-Gala des Erling Haaland. Die Quote des Norwegers ist atemberaubend. Jude Bellingham und Mahmoud Dahoud machen das Zentrum dicht. Die Einzelkritik.

Nach dem frühen Rückstand drehte Borussia Dortmund in Sevilla richtig auf. Allen voran Erling Haaland, der an allen drei Toren beteiligt war. Die Einzelkritik:

Marwin Hitz: Der einzige Schuss, der vor der Pause bis zu Hitz durchkam, war sofort drin – allerdings unhaltbar abgefälscht von Mats Hummels (7.). Diesmal mit Glück, als Oscar den Freistoß an den Pfosten zirkelte und ihm der Ball an die Hand sprang (74.). Am Fuß mit zwei präzisen langen Bällen, beim 2:3 aus kurzer Distanz ohne Abwehrchance. Note: 2,5

Mateu Morey: Etwas überraschend in der Startelf, er machte auf der rechten Seite seine Sache sehr ordentlich. Gleich in der Anfangsphase mit zwei guten Läufen, ansonsten bestrebt, die Seite defensiv dicht zu bekommen. Auch nach der Pause sehr solide. Note: 3,0

Manuel Akanji: Als er sich an den hinteren Oberschenkel fasste, drohte dem BVB Ungemach. Einen Innenverteidiger hatte Edin Terzic nämlich nicht mehr auf der Bank. Akanji biss sich durch, toll sein Pass vor dem 2:1. Der „Bruder Leichtfuß“ kam nur in der 66. Minute einmal durch – ohne Folgen. Note: 2,5

Mats Hummels: Mit seinen langen Bällen, sonst eine Spezialität, war er bis zur Pause nicht glücklich – sie landeten oftmals im Nirgendwo. Unglücklich, wie er den Schuss von Suso zum frühen 0:1 abfälschte (7.). Hätte das fast wettgemacht, doch der Dropkick, mit dem er den Eckball von Jadon Sancho technisch höchst anspruchsvoll aufs Tor bringen wollte, misslang knapp (35.). Danach solide, vor allem in der Luft Herr der Lage. Note: 3,0

Raphael Guerreiro: Die rechte Offensivseite Sevillas galt zuvor als brandgefährlich, Guerreiro aber ließ außen fast nichts zu. Sevillas Kapitän Jesus Navas kam nur einmal zu einer gefährlichen Flanke (64.). Note: 2,5

Jude Bellingham: Weil Emre Can konsequent das Zentrum vor der Abwehr besetzte und die Mitte dichtmachte, mussten Bellingham und auch Mahmoud Dahoud auf den Halbpositionen viele Wege gehen. Sehr eifrig, lief viele Räume zu. Note: 2,0

Emre Can: Ein guter Schachzug von Edin Terzic, den bulligen Can ins Zentrum zu versetzen. Dort degradierte er Ex-Barca-Regisseur Ivan Rakitic zum Statisten. Seine Aggressivität tat der Borussia auch nach der Pause gut. Ließ allerdings 2:3-Torschütze de Jong sträflich laufen (84.). Note: 2,5

Mahmoud Dahoud: Terzics zweite Startelf-Überraschung. Alle loben seine technischen Fähigkeiten, beim 1:1 packte er sie aus: Guter Antritt, ein fließender Haken, der seinen Gegenspieler ins Leere laufen ließ, und der Schuss aus knapp 22 Metern war platziert und genau so gewollt. Ein Traumtor, das den BVB zurück in dieses Spiel brachte (19.). Etwas unauffälliger nach der Pause, aber weiter mit großem Willen und gutem Auge als Ballverteiler. „Jeder hat mitgemacht und das war der Schlüssel, dass wir hier gewonnen haben“, sagte Dahoud. Note: 2,0

Jadon Sancho: Bei Susos 0:1 hing er dick mit drin, viel zu leicht ließ Sancho sich da austanzen. Offensiv lief‘s viel besser: Toller Doppelpass mit Haaland, was so einfach aussah, war im Strafraum Sevillas sehr anspruchsvoll – 2:1 (27.). Nach der Pause weniger auffällig – bis zur 89. Minute. Da wäre ihm fast das 4:2 gelungen. Note: 2,5

Marco Reus: Belohnte sich für viel wertvolle Arbeit gegen den Ball mit der Balleroberung gegen Gomez vor dem dritten BVB-Treffer. Trieb danach den Ball mit Tempo nach vorne, perfekter Pass auf Haaland – das 3:1 zog Sevilla den Zahn (43.). Es war seine erste Torbeteiligung in der Königsklasse seit Dezember 2019 (!). Note: 2,5

Erling Haaland: Was soll man da noch sagen? Seine Explosivität zeigte er mit dem energischen Antritt, der sein Tor zum 2:1 einleitete, wichtig aber auch seine Verlagerung, die den Schuss von Dahoud ermöglichte. Technisch hochwertig auch sein 3:1 (43.). Ein Gala-Abend des Norwegers, der im laufenden Wettbewerb schon acht Mal traf. Nach der Pause wurde er etwas müde. Note: 1,0

Fotostrecke

Champions League, Achtelfinale: FC Sevilla – BVB 2:3 (1:1)

Felix Passlack (77. für Guerreiro), Julian Brandt (80. für Reus) und Thomas Meunier (89. für Dahoud) kamen spät ins Spiel und bleiben daher ohne Note.

Über den Autor
BVB-Redaktion
Dirk Krampe, Jahrgang 1965, war als Außenverteidiger ähnlich schnell wie Achraf Hakimi. Leider kamen seine Flanken nicht annähernd so präzise. Heute nicht mehr persönlich am Ball, dafür viel mit dem Crossbike unterwegs. Schreibt seit 1991 für Lensing Media, seit 2008 über Borussia Dortmund.
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