Jadon Sancho bejubelt seinen Treffer zum 2:0 gegen Bielefeld. © dpa
Borussia Dortmund

BVB-Einzelkritik: Sancho auf dem Weg zur Topform – Dahoud wird zum Torjäger

Jadon Sancho ist beim 3:0-Erfolg gegen Arminia Bielefeld Dreh- und Angelpunkt im Spiel von Borussia Dortmund. Mahmoud Dahoud entwickelt sich zum Torjäger. Die BVB-Einzelkritik.

Marwin Hitz: Trotz Bürkis Rückkehr in den Kader durfte Hitz auch gegen den Aufsteiger das Dortmunder Tor hüten. Er gab immer wieder lautstarke Kommandos aus der letzten Reihe. Wirklich zupacken musste er in Durchgang eins nur einmal. Bei Kunzes Abschluss entschied er sich für beide Fäuste (12. Minute), der Abpraller landete bei Brunner, der allerdings im Abseits stand. Die größte Chance der Gäste vergab Cordova, ohne dass der Schweizer eingreifen musste. Der Ball flog am Tor vorbei (42.). Nach der Pause gegen Voglsammer auf dem Posten (46.), danach kaum noch geprüft. Note: 3,0Mateu Morey: Bekam den Vorzug gegenüber Meunier hinten rechts und rettete einmal ganz stark gegen Cordova (17.). Nach vorne schob er das BVB-Spiel immer wieder an. Nach hinten ließ er nichts anbrennen, ein weiterer solider Auftritt des 20-jährigen Spaniers. Note: 3,0Emre Can: Vertrat den verletzten Akanji einmal mehr an der Seite von Mats Hummels in der Viererkette. Bei Kunzes Abschluss verteidigte er zu luftig (12.), vorne setzte er Reus mit einem feinen Zuspiel gut in Szene (4.). Danach beschränkte er sich aufs Verteidigen – und erledigte seine Aufgabe bis auf die eine Ausnahme in Minute zwölf zuverlässig und verlässlich. Note: 2,5

Mats Hummels: Der BVB-Abwehrchef hatte die Lage hinten im Griff. Vorne hatte er das 1:0 auf dem Fuß, als der Ball nach Sanchos Freistoß über Umwege zu ihm fand. Hummels scheiterte allerdings an zu vielen Bielefelder Abwehrbeinen (28.). In Durchgang zwei durfte er von hinten mit ansehen, wie die Offensivabteilung vorne ins Rollen kam. Ein ruhiger Nachmittag für Hummels. Note: 2,5Raphael Guerreiro: Der Portugiese bekam in Durchgang eins auf der linken Seite nicht so viele Spielanteile, wie er gerne gehabt hätte. Viel lief beim BVB über die rechte Seite. Nach vier Minuten hatte er trotzdem eine gute Chance zum 1:0, zielte aber links am Bielefelder Tor vorbei. Sein Zusammenspiel mit Sancho vor dem 2:0 war zum Zungeschnalzen. Kurz vor Schluss vergab er dann noch eine große Chance zum 4:0, es tat nicht mehr weh. Note: 2,5Mahmoud Dahoud: Viel unterwegs als alleiniger Sechser vor der Abwehr, vor der Pause allerdings mit zwei Leichtsinnsfehlern. Sein wilder Fehlpass ins Zentrum blieb folgenlos (17.), sein Ballverlust kurz vor der Pause ermöglichte Cordova die Riesenchance zur Gästeführung (42.). Kurz nach der Pause traf er dann selbst zur erlösenden Führung für den BVB. Sein Diagonalball auf Sancho öffnete das Spiel wunderbar, sein trockener Abschluss von der Strafraumkante war für Ortega unhaltbar. Die Szene offenbarte alles, was Dahoud dem BVB an guten Tagen geben kann. Note: 2,5

Jude Bellingham: Bildete zusammen mit Reyna das offensive Mittelfeld der Schwarzgelben. Der 17-Jährige agierte gewohnt fleißig, scheute keinen Zweikampf, auch wenn im Spiel mit dem Ball nicht alles gelang. Insgesamt ein solider Auftritt. Note: 3,5Giovanni Reyna: Der 18-jährige US-Amerikaner benötigte eine halbe Stunde, um ins Spiel zu finden, biss sich mit der Zeit aber immer besser in die Partie und wurde nach einigen Ballverlusten zu Beginn immer klarer und sicherer in seinen Aktionen. Nach 33 Minuten traf er aus spitzem Winkel nur das Außennetz. In Hälfte zwei hatte Reyna Pech, dass Schiedsrichter Reichel seinen Treffer voreilig zurückpfiff und auf Elfmeter für den BVB entschied (56.). Meistens agierte er im Zentrum, wich aber auch immer mal wieder auf den rechten Flügel aus und tauschte mit Reus die Position. Nach 69 Minuten machte er Platz für Hazard – und durfte Mut und Selbstvertrauen aus seiner Leistung schöpfen. Note: 3,0Marco Reus: Der Kapitän startete mit einem guten Laufweg in die Tiefe (4.). Danach versuchte er zumeist, das Dortmunder Offensivspiel über den rechten Flügel zu beleben. Beim 2:0 des BVB war er die Endstation des wunderbaren Zusammenspiels zwischen Sancho und Guerreiro – und schlussendlich nur noch per Foulspiel zu stoppen. Nach Reynas Auswechslung rückte er ins Zentrum und hatte nach Sanchos perfektem Zuspiel das 3:0 auf dem Fuß (70.). Note: 2,5

Erling Haaland: Der BVB-Torschütze vom Dienst musste sich 38 Minuten lang gedulden, bis er erstmals in die Nähe eines Treffers kam, trat dann aber gleich doppelt in Erscheinung. Sein erster Abschluss geriet zu mittig (38.), sein zweiter war deutlich gefährlicher, wurde aber durch Ortega prächtig pariert (39.). Ansonsten war Haaland über weite Strecken abgemeldet in der Bielefelder Innenverteidigung um Pieper und Nilsson. Bei Hazards Zuspiel (77.) stand er knapp im Abseits. Sein 44. Tor im 44. Pflichtspiel blieb ihm verwehrt. Dafür leitete er das 3:0 durch Reinier stark ein und bereitete es nach Doppelpass mit Sancho perfekt vor (81.). Note: 2,5Jadon Sancho: Offensiv zeigte er einmal mehr, dass er wieder ganz nah dran ist an seiner Topform aus der Vorsaison. Seine Vorlage zum 1:0 war sein 50. Assist in der Bundesliga, den Elfmeter zum 2:0, für dessen Entstehung er zusammen mit Guerreiro hauptverantwortlich zeichnete, verwandelte er sicher und bewies, dass der BVB kein Elfmeter-Problem fürchten muss (58.). Auch am 3:0 war er entscheidend beteiligt – und war sich auch kurz vor Schluss, als das Spiel schon entschieden war, nicht zu schade, um einen eigenen Ballverlust durch einen langen Sprint zurück selbst wieder auszubügeln. Ganz starker Auftritt, insbesondere nach der Halbzeit. Note: 1,5

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Bundesliga, 23. Spieltag: BVB – Arminia Bielefeld 3:0 (0:0)

Thorgan Hazard (70. für Reyna), Thomas Meunier (80. für Morey), Reinier (80. für Reus/Torschütze zum 3:0), Dan-Axel Zagadou (85. für Hummels) und Julian Brandt (85. für Dahoud) kamen spät ins Spiel und bleiben daher ohne Note.

Über den Autor
BVB-Redaktion
Tobias Jöhren, Jahrgang 1986, hat an der Deutschen Sporthochschule in Köln studiert. Seit 2013 ist er Mitglied der Sportredaktion von Lensing Media – und findet trotz seines Berufes, dass Fußball nur die schönste Nebensache der Welt ist.
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