Alexander Isak, aktuell bei der EM für Schweden im Einsatz, wird nicht zu Borussia Dortmund zurückkehren. © imago / Bildbyran
Borussia Dortmund

BVB erhält üppigen Nachschlag für Isak – Rückkehr nach Dortmund vom Tisch

Borussia Dortmund erhält einen üppigen Nachschlag für den Transfer von Alexander Isak zu Real Sociedad. Dafür verzichtet der BVB auf ein Vertragsdetail. Eine Rückkehr Isaks ist damit vom Tisch.

Ob es Alexander Isak möglicherweise nach der Europameisterschaft zu einem neuen Klub zieht oder ob das schwedische Sturmtalent weiter in San Sebastian spielen wird, ist eine Frage, die noch offen ist – klar ist mittlerweile, dass die Zukunft des 21-Jährigen nicht in Dortmund liegen wird. Der BVB hat sich mit den Spaniern darauf geeinigt, die Rückkauf-Option aus der Transfervereinbarung mit Real Sociedad zu streichen. Dafür erhält Borussia Dortmund eine Abstandszahlung – nach Informationen der Ruhr Nachrichten in Höhe eines mittleren einstelligen Millionenbetrags. „Wir haben uns mit San Sebastian prinzipiell auf eine Streichung der Rückkauf-Option geeinigt“, bestätigt BVB-Sportdirektor Michael Zorc im Gespräch mit den Ruhr Nachrichten.

Rückkauf von Isak hätte BVB gut 30 Millionen Euro gekostet

Dass die Borussia von ihrer Rückkauf-Klausel Gebrauch machen würde, war ohnehin sehr unwahrscheinlich. Sie lag in der Größenordnung von circa 30 Millionen Euro – eine Summe, die der BVB wenn überhaupt eher an anderen Stellen im Kader investieren dürfte. Zudem hat Isak gegenüber der Borussia deutlich gemacht, dass er seine Zukunft eher in Spanien sieht. Auf den Fortbestand der Rückkauf-Option zu beharren, „hätte daher auch wenig Sinn gemacht“, so Zorc.

Mit der nun vereinbarten Abschlagszahlung für die Streichung der Klausel erhöht sich der Transfererlös für den Wechsel von Isak nach Spanien auf eine Summe knapp oberhalb von 11 Millionen Euro. Als der Schwede vor zwei Jahren fest an den Golf von Biskaya wechselte, überwies Sociedad eine Sockelablöse von 6,5 Millionen Euro nach Dortmund. Dazu dürften noch einige erfolgsabhängige Sonderzahlungen kommen, so dass der BVB am Ende mit einem veritablen Plus aus diesem Transfer herausgeht.

Andere Interessenten müssen deutlich tiefer in die Tasche greifen für Isak

Für die Spanier macht der jetzige Deal trotz der zusätzlichen Investition in einen Spieler, der schon bis 2024 unter Vertrag steht, absolut Sinn. Isak hat in San Sebastian alle Erwartungen erfüllt, in der abgelaufenen Saison erzielte er in 44 Pflichtspielen 17 Treffer und bereitete zwei weitere vor. In seinem ersten Jahr waren es 16 Treffer in 45 Einsätzen.

Die Übereinkunft mit Dortmund sichert den laufenden Vertrag mit Isak nun ab. Zum einen ist die Gefahr gebannt, dass der BVB den Spieler für eine Summe unterhalb seines aktuellen Marktwerts zurück nach Deutschland holt. Dazu wappnet sich San Sebastian auch für den Fall, dass Isak nach einer starken Europameisterschaft von anderen finanzstarken Klubs gelockt werden könnte. Nun müsste ein Interessent die in seinem Vertrag verankerte Ausstiegsklausel bedienen – die dem Vernehmen nach bei rund 70 Millionen Euro liegen soll.

Einigung mit dem BVB wird auch für Isak selbst zum lukrativen Geschäft

Auch wenn die Wahrscheinlichkeit, dass dieser Fall eintritt, nicht allzu hoch ist, arbeitet San Sebastian nun an einer Anpassung des bis 2024 laufenden Vertrags mit dem 21-Jährigen. Ziel: eine noch höhere feste Ablösesumme in der verankerten Ausstiegsklausel, dafür als Gegenleistung eine wohlwollende „Anpassung“ seines Gehalts. So wird die Einigung der Spanier mit der Dortmunder Borussia wohl auch für den Spieler selbst zu einem lukrativen Geschäft.

In Dortmund konnte Isak unter dem damaligen Trainer Thomas Tuchel die Erwartungen nicht erfüllen. Körperlich und mental hatte der Teenager, den der BVB im Januar 2017 für eine Ablöse von 8,6 Millionen Euro von AIK Solna nach Dortmund lotste, starken Nachholbedarf. Erst eine Leihe zum niederländischen Erstligisten Wilhelm II Tilburg im Januar 2019 brachte neuen Schwung in die Karriere des schwedischen Talents. Sechs Monate später griff San Sebastian zu.

Über den Autor
BVB-Redaktion
Dirk Krampe, Jahrgang 1965, war als Außenverteidiger ähnlich schnell wie Achraf Hakimi. Leider kamen seine Flanken nicht annähernd so präzise. Heute nicht mehr persönlich am Ball, dafür viel mit dem Crossbike unterwegs. Schreibt seit 1991 für Lensing Media, seit 2008 über Borussia Dortmund.
Zur Autorenseite
Avatar

Haltern am Abend

Täglich um 19:30 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.

Lesen Sie jetzt