BVB gegen Freiburg: Bei einem Rückschlag droht die Stimmung zu kippen

Borussia Dortmund

Nach zwei Niederlagen in Serie steigt der Druck auf Borussia Dortmund - heute steht das Heimspiel gegen den SC Freiburg an. Trainer Lucien Favre steckt in einem Dilemma.

Dortmund

, 03.10.2020, 11:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Für Lucien Favre und den BVB sind drei Punkte gegen Freiburg Pflicht.

Für Lucien Favre und den BVB sind drei Punkte gegen Freiburg Pflicht. © Preiss / Witters / imago

Verfolgte man in dieser Woche die einschlägigen Kanäle, auf denen sich die Fans von Borussia Dortmund austauschen, waren sie wieder zu spüren, die Zweifel und die Vorbehalte, die die Arbeit von Lucien Favre in Dortmund begleiten. Mit ihm werde das nichts, mit Favre werde diese Mannschaft nie Titel gewinnen. Aufstellung, Taktik, Wechsel - alles falsch.

BVB-Trainer Favre: Gut ist eben nicht gut genug

Nach der ersten Bundesliga-Niederlage in Augsburg (verdient) und einer direkt folgenden im Prestige-Duell bei den Bayern (unglücklich) droht die Stimmung unter den Fans schon wieder zu kippen. Dadurch bekommt das Heimspiel gegen den SC Freiburg (15.30 Uhr, live bei Sky) eine nochmals größere Bedeutung. Für Favre ist es ein undankbares Spiel: Alle erwarten einen Sieg gegen die Fußball-Zwerge aus dem Breisgau, die aber in so schöner Regelmäßigkeit den großen finanziellen Unterschieden trotzen, dass keine Spitzenmannschaft gerne gegen sie antritt. Bei einem Remis oder gar einer Niederlage für die Borussia würde sich die Stimmung weiter aufheizen.

In diesem Dilemma steckt der Schweizer schon eine ganze Weile fest. Gut ist eben nicht gut genug. Zweiter hinter den in der vergangenen Saison unheimlich performenden Über-Bayern zu sein, fühlt sich für viele trotzdem an wie Verlieren. Favre versichert glaubhaft, die Arbeit mache ihm dennoch Spaß.

BVB gegen Freiburg: 11.500 Fans sind live dabei

Auch am Samstag wird Christian Streich versuchen, seinem Kollegen diese Freude an der Seitenlinie zu verderben. Sehr gut organisiert sei der SC, sagt Lucien Favre über das Team des Freiburger Trainers, „jedes Spiel gegen sie ist eng“. Das galt für das mühsame 1:0 im Februar, das galt erst recht beim 2:2 in Freiburg, als ein Eigentor von Manuel Akanji der Borussia in letzter Minute den Sieg raubte. 90 Minuten konzentriert zu sein, reicht nicht immer gegen diese Mannschaft.

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Noch einmal 1.500 Fans mehr als zum Heimspiel gegen Gladbach dürfen in den Signal Iduna Park, am Freitag meldete der BVB „ausverkauft“. 11.500 werden es also sein, eine durchaus stattliche Zahl in Corona-Zeiten. Von ihnen erhofft sich der BVB die notwendige Rückendeckung für eine Mannschaft, die in Augsburg in alte Muster verfiel und sich einlullen ließ. Mehr Tempo ist das Ziel. „Schneller über die Seiten“ müsse der BVB spielen, sagt Favre, das soll dazu führen, die Freiburger Defensive aufzureißen. Mehr Lücken, mehr klare Chancen - das ist freilich nur die Theorie.

BVB wohl mit Sancho, aber ohne Bürki

Jadon Sancho könnte für dieses Vorhaben ein Schlüsselspieler sein. Am Freitag aber ließ sich Favre nicht in die Karten schauen, ob der Engländer wirklich fit ist. Während vor dem Trainingsgelände seit Tagen ein englischer Fernseh-Journalist unermüdlich ausharrt, um bei einem sensationellen Last-Minute-Transfer von Sancho zu Manchester United direkt an der Quelle zu sitzen, hofft der BVB, dass Sanchos Kräfte reichen, um den SC Freiburg in Verlegenheit zu bringen. Vermutlich dürfte auch Zorcs erneutes Machtwort („Es ist alles gesagt zu diesem Thema“) den Kollegen vor dem Ende der Transferperiode am Montag nicht vertreiben.

Roman Bürki wird wie Sancho definitiv nicht wechseln, gegen Freiburg aber wohl dennoch nicht im Tor stehen. Sein grippaler Infekt ist noch hartnäckiger als der des englischen Dribblers.

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