BVB-Gegner und Freiburg-Profi Grifo im Interview: Wahnsinnige Mannschaft

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Borussia Dortmund trifft auf den SC Freiburg mit Vincenzo Grifo. Im Interview verrät der Offensivakteur, was die Breisgauer noch verbessern können.

Dortmund

, 02.10.2020, 19:09 Uhr / Lesedauer: 3 min

Vincenzo Grifo ist mit dem SC Freiburg zu Gast bei Borussia Dortmund am Samstag (15.30 Uhr/bei uns im Live-Ticker). Vor der Partie haben wir mit dem Offensivakteur über die Effizienz der Breisgauer, den Saisonstart sowie die Erwartungen gesprochen.




Sie sind mit vier Punkten aus zwei Spielen in die Saison gestartet. Inwiefern ist das zufriedenstellend?

Natürlich ist das besser als kein oder ein Punkt. Im Ernst, wir sind natürlich Profis und das hört sich alibimäßig an. Aber wir streben immer nach dem Besten. Natürlich hätten wir am Sonntag gegen Wolfsburg lieber drei Punkte mitgenommen, vor allem weil wir einen guten Fußball gespielt haben. Es gab aber auch schon mal schlechtere Zeiten.

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Wo sehen Sie nach diesen beiden Spielen bei Ihrer Mannschaft noch Luft nach oben?

Ich muss sagen, dass wir einen guten Fußball gezeigt haben, vielleicht mit Ausnahme der letzten 20 Minuten in Stuttgart. Aber wir haben dort drei Tore geschossen und gegen eine gute Wolfsburger Mannschaft den Ball laufen lassen, gegen den Ball waren wir sehr aggressiv, so wie das von uns verlangt wird.


Es gibt also momentan nichts zu verbessern?

Doch, wir könnten noch effizienter sein, so wie wir das letzte Saison gewesen sind. Das wäre vielleicht noch so ein kleiner Punkt, aber eigentlich machen wir immer aus wenigen Chancen unsere Tore. Man kann natürlich immer noch etwas verbessern. Der Trainer hat da bestimmt noch was auf dem Herzen.

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Was zeichnet eigentlich den Verein SC Freiburg aus? Warum scheint irgendwie jeder in Fußball-Deutschland mit dem Klub zu sympathisieren?

Das fängt ganz oben an und hört ganz unten auf. Unser Chef lebt das vor, also unser Trainer. Wir streben dem alle nach. Wir sind ein Familienverein, ein sehr herzlicher Verein. Wir spielen einen guten Fußball, sind sehr fair. Wir machen aus wenig recht viel. Deswegen kommt der Verein auch so sympathisch rüber. Wir verstehen uns alle sehr gut, hier herrscht ein Miteinander. Hier wird mehr geholfen, als mit dem Finger auf Andere zu zeigen. So kann man immer das Maximum rausholen.


Sie stellen die familiäre Atmosphäre besonders in den Mittelpunkt. Ist das auch der Grund, warum es für Sie in Freiburg immer besonders gut lief?

Wenn man das so sieht, ist das definitiv der Fall. Ich bin ein sehr großer Familienmensch, ich liebe meine Familie über alles. Der habe ich sehr viel zu verdanken. Ich verbringe auch meine Zeit am liebsten mit meiner Familie. Ich fühle mich einfach wohl, wenn es ein Miteinander und kein Gegeneinander ist. Das passt hier in Freiburg einfach.


Und wie sieht das sportlich aus?

Sportlich gibt es natürlich auch Gründe. Man wird immer unterstützt und das gibt mir einfach Kraft. Vielleicht ist das woanders nicht immer so. Hier ist es einfach gang und gäbe, dass man sich für den anderen freuen kann. Deswegen fühle ich mich einfach so wohl. Ich habe hier meine zweite Familie gefunden. Ich habe dem Trainerteam und den Jungs sehr viel zu verdanken. Es passt alles und deswegen habe ich hier auch am meisten Erfolg.


Welchen Eindruck haben Sie denn bislang von Borussia Dortmund in den wenigen Spielen der aktuellen Saison gewonnen?

Ich habe das Spiel in Augsburg gesehen, was verloren wurde. Aber Dortmund hat eine herausragende Mannschaft. Das gilt sowohl für die Einzelspieler, als auch das gesamte Team. Sie haben überragende Kicker. Es kann jedem mal passieren, dass ein Spiel in die Hose geht. Das hat man jetzt auch bei den Bayern gesehen. Insgesamt ist Dortmund eine wahnsinnige Mannschaft mit ganz viel Qualität. Mit Sancho, Reus und Haaland haben sie eine unglaubliche Offensivpower. Das wird eine schwierige Aufgabe für uns.


Sie werden es als Offensivspieler vor allem mit Akteuren wie Emre Can, Mats Hummels oder dann auf Ihrer Seite Thomas Meunier zu tun bekommen. Wie schätzen Sie diese Spieler ein?

Sehr gut. Emre Can hat zum Beispiel schon bei den Bayern, in Liverpool und bei Juventus gespielt. Auch Hummels und Meunier, wenn man sieht, wo die überall schon waren, dann ist das absolutes Top-Niveau. Es ist immer schwer sich gegen solche Spieler durchzusetzen, aber das spornt auch an. Ich bin gerne der Underdog und provoziere die Großen.


Wie sind diese Spieler und der BVB allgemein denn zu knacken?

Augsburg hat zuletzt verteidigt, verteidigt und verteidigt. Dann haben sie auf die Konter gelauert. So ähnlich wird das für uns auch sein. Wir müssen gut verteidigen, Nadelstiche setzen und die effizient ausnutzen.


Ein Augsburg 2.0 ist der SC Freiburg aber von seiner ganzen Anlage her nicht...

Nein, natürlich nicht. Jede Mannschaft hat auch eine eigene Philosophie. Ein zweites Augsburg sind wir nicht, wir wollen unseren Stil beibehalten. Der Trainer wird uns taktisch aber entsprechend einstellen. Wir brauchen einen guten Tag, um eine große Leistung zu bringen.


Worin sehen Sie den Schlüssel zum Erfolg am Samstag?

Ganz klar in unserer Effizienz. Aus wenig Chancen müssen wir viele Tore machen.

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