BVB gründet Nachwuchs-Akademie

Neues Jugendkonzept

DONAUESCHINGEN Jürgen Klopp umschrieb es launisch: „Im Prinzip“, meinte Borussia Dortmunds Trainer, „erfinden wir das Rad neu“.

von Von Dirk Krampe

, 14.07.2009, 17:23 Uhr / Lesedauer: 2 min
BVB gründet Nachwuchs-Akademie

Ein Feldspieler wird aus Marcel Höttecke wohl nicht mehr, aber vielleicht ein erstklassiger Bundesliga-Keeper.

Wie in der Schule werden die Spieler künftig tagesfüllend auf dem Trainingsgelände in Brackel beschäftigt sein und neben fußballspezifischen Einheiten auch im taktischen Bereich geschult. Wie im Profi-Kader trainieren sie mindestens zwei Mal täglich – das soll die Gewöhnung an die erhöhte Intensität erleichtern. „Sie werden“, so Klopp, „den ganzen Tag in ihrem Lieblingsfach Fußball unterrichtet. Und zwar in allen denkbaren Bereichen“. Dafür zuständig sind die fest angestellten Jugendtrainer des Klubs. „Alle“, so Klopp, „ziehen da mit. Jeder Trainer bringt seine individuellen Stärken ein“. Drei Millionen Euro investiert der BVB in das Projekt. Vorrangig in neue Infrastruktur: Auf dem Trainingsgelände soll ein weiteres Gebäude entstehen, in das später die Profiabteilung zieht – das jetzige können dann alle Juniorenmannschaften nutzen. Auch ein zusätzlicher Rasenplatz wird am Heßlingsweg noch entstehen – nach der Fertigstellung können auch die Teams, die derzeit noch am Rabenloh trainieren, nach Brackel umziehen. Zorc: „Dann haben wir alles an einem Ort und nur noch kurze Wege“. Der Baubeginn ist in wenigen Wochen geplant. Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke erhofft sich wie Klopp und Zorc langfristige Effekte: „Wir handeln nicht aus altruistischen Motiven“, meinte Watzke. Anders ausgedrückt: Der BVB handelt in ureigenstem Interesse. Deutlich mehr Talente aus den eigenen Reihen sollen den Sprung zu den Profis schaffen. Das Trio ist zuversichtlich, dass sich die Investitionen schnell auszahlen.

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