Das Trio wird ab Sommer gesprengt: Keeper Luca Unbehaun (v.l.), Torwarttrainer Thomas Feldhoff und Torwart Krystian Wozniak, der den BVB im Sommer wieder verlässt. © imago images/Otto Krschak
Borussia Dortmund II

BVB II würde gerne weitermachen, Keeper auch – doch die Wege trennen sich im Sommer

Krystian Wozniak gehört erst seit vergangenem Sommer zum Kader der BVB-U23. Die Borussia wird der Noch-23-Jährige Ende Juni aber wieder verlassen, obwohl beide Seiten gerne weitergemacht hätten.

„BVB II holt drei weitere Neuzugänge – einer kommt vom FC Schalke 04“ – so titelte unsere Redaktion am 19. Juli 2020 einen Bericht über drei schwarzgelbe Neuzugänge. Ein Schalker stieß im Hochsommer 2020 zum BVB. Beim damaligen Königsblauen handelt es sich um Torwart Krystian Wozniak. Der verlässt den BVB nun nach nur einem Jahr wieder. Der 23-Jährige fühlt sich bei den Schwarzgelben wohl, obwohl er noch keine einzige Ligaminute absolviert hat.

Keine Ligaminute in der bisherigen Saison 2020/2021. Das ist eine traurige Statistik für Krystian Wozniak. Trotz guter Eindrücke im Training schaffte es der 1,94 Meter große Hüne nicht, sich gegen die starke Torhüter-Konkurrenz um Luca Unbehaun und Stefan Drljaca durchzusetzen. Nachdem sich Drljaca und Unbehaun zu Beginn häufiger im Tor abwechselten, stand zuletzt immer Unbehaun im schwarzgelben Kasten. Dass Wozniak im Endspurt der Saison noch einmal eingreifen wird, ist unwahrscheinlich.

Wozniak geht nicht im Unfrieden

So wird wohl der Fall eintreffen, dass sich die Wege vom BVB und von Wozniak nach einem Jahr ohne einen Meisterschaftseinsatz des Noch-23-Jährigen trennen werden. Der BVB und Wozniak selbst gaben bekannt, dass der Keeper die Borussia im Sommer wieder verlassen wird – aber nicht im Unfrieden. Trotz seiner schwierigen Lage habe sich Wozniak beim BVB immer wohlgefühlt – und auch der Verein verliert kein schlechtes Wort über den Keeper, sondert lobt diesen.

„Wenn man beim BVB ist, dann muss einem klar sein, dass der Konkurrenzkampf groß ist. Alle Jungs, die hier spielen, sind Top-Talente aus ganz Deutschland. Es war klar, dass es für mich nicht leicht werden würde, auf meine Spielzeit zu kommen. Mir war meine Rolle von Anfang an klar. Es gab zwar auch Phasen, in denen ich gerne mal das eine oder andere Spiel gemacht hätte, aber im Endeffekt zählt das Team und nicht meine individuellen Wünsche. Es geht um die Mannschaft“, sagt Wozniak, der sich aber dennoch einen Verbleib hätte vorstellen können.

„Ich wäre gerne geblieben, falle nun aber aus der U23-Regel. Aufgrund der Regelung mit der Profimannschaft, dass manche Jungs auch mal runterkommen werden, ist es für mich nicht so einfach. Ich möchte in Zukunft meine Spielpraxis bekommen. Deswegen werde ich mir eine neue Aufgabe suchen“, sagt der Keeper.

Mit der U23-Regelung ist gemeint, dass laut DFB-Spielordnung bei U23-Teams nur U23-Spieler eingesetzt werden dürfen, wobei sich drei ältere Spieler gleichzeitig im Spiel befinden dürfen. Da Wozniak im Oktober 24 Jahre wird, fällt er aus der Regelung raus.

BVB-Trainer Enrico Maaßen konnte sich in den vielen gemeinsamen Trainingseinheiten auf Wozniak immer verlassen. Er lobt seinen Noch-Keeper, betont neben der fußballerischen Qualität auch die menschliche Stärke. „Krystian hat eine sensationelle Persönlichkeit. Er ist sehr aufgeschlossen und ein ganz wichtiger Spieler und Mensch für uns – auch in der Kabine. Er geht in jedem Training voran, hat sich in vielen Bereich sehr verbessert – insbesondere fußballerisch. Er wird noch eine gute Karriere vor sich haben. Das Gesamtpaket stimmt bei ihm. Ich wünsche ihm einen tollen nächsten Schritt“, sagt BVB-Trainer Enrico Maaßen.

U23-Torwarttrainer Thomas Feldhoff, der Wozniak häufig auch individuell trainiert hat, bestätigt Maaßens Eindrücke. „Er ist ein sehr akribischer und ehrgeiziger Torwart, der sich immer weiterentwickeln möchte. Krystian lebt von seiner Mentalität und er weiß, was er möchte. Was das Aufbauspiel angeht, wie er Bälle an- und mitnimmt, da hat er sich sehr stark verbessert. Wenn er ein, zwei Saisons durchspielt und seine guten Trainingsleistungen bestätigt, dann kann er noch ein, zwei Ligen höher spielen“, sagt Feldhoff.

Aber wohin führt Wozniaks Weg zukünftig?

Aber wohin führt Wozniaks Weg zukünftig? Mit seinem Berater bespreche er schon die ersten Angebote. Fix sei aber noch nichts. Für Wozniak, der vor seiner Schalker Zeit bei RW Oberhausen in den Senioren sowie bei Eintracht Braunschweig und bei Warta Posen – sein Geburtsort – in den Junioren gekickt hat, ist klar, dass er in Deutschland bleiben möchte.

„Mein Ziel ist es, in Zukunft so viel Spielzeit wie möglich zu bekommen, damit man mich nicht nur im Training sieht, sondern auch in richtigen Spielen. Die Liga ist für mich noch offen, ich sehe meine Zukunft aber in Deutschland. Eine Rückkehr nach Polen würde für mich bedeuten, dass ich aufgeben würde. Ich möchte solange wie möglich in Deutschland spielen und bleiben.“

Wozniaks Boss, Teammanager Ingo Preuß, bescheinigt dem Keeper, dass er bei jedem anderen Regionalligisten eine gute Rolle spielen würde. „Krystian ist ein hervorragender Torhüter, der bei uns das Pech hatte, dass er zwei außergewöhnliche Keeper vor sich hatte. . Er ist ein herausragender Mensch und wir sind sehr zufrieden, dass wir ihn im vergangenen Sommer geholt haben“, sagt Ingo Preuß.

Krystian Wozniak verlässt den BVB im Sommer.
Krystian Wozniak verlässt den BVB im Sommer. © Patrick Schröer © Patrick Schröer

In den letzten fünf Spielen zählt für Krystian Wozniak aber nur der BVB. Mit dem hat er nämlich noch ein riesiges Ziel vor Augen – den Drittliga-Aufstieg. Aktuell steht die Borussia (82 Zähler) mit vier Punkten Vorsprung auf RW Essen (78) auf Platz eins. Fünf Spieltage sind noch gehen. Als nächstes wartet auf die Maaßen-Elf beim SV Rödinghausen ein schwieriges Auswärtsspiel.

Wozniak: „Ich hatte viele tolle Momente beim BVB. Jeder Sieg war geil. Negativ war nur die Niederlage gegen Rödinghausen. Wenn wir nicht gewinnen, dann ärgere ich mich natürlich genau wie die Jungs auf dem Platz“, so der Keeper. Ein Drittliga-Aufstieg wäre am Ende sicherlich der mit Abstand schönste BVB-Augenblick für den 23-Jährigen.

Über den Autor
Sportredaktion Dortmund
Ist bereits seit Kindesbeinen an von Ballsportarten – insbesondere Fußball – fasziniert. Stets neugierig auf der Suche nach Geschichten, auch abseits des Ballsports. Die Liebe zum Journalismus entdeckte er über sein großes Hobby: Fotografie. Gebürtig aus Selm, mittlerweile in Lünen wohnhaft.
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