BVB in Frankfurt - Michael Zorc fordert den nächsten Entwicklungsschritt

Borussia Dortmund

Nach zwei überzeugenden BVB-Heimspielen soll nun auch auswärts Spitzenmannschaft-Fußball gespielt werden. Michael Zorc fordert den „nächsten Entwicklungsschritt“.

Dortmund

, 22.09.2019, 10:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
BVB in Frankfurt - Michael Zorc fordert den nächsten Entwicklungsschritt

Michael Zorc will den BVB auswärts wieder so sehen wie in der Vorsaison. © imago

Weiter geht die wilde Fahrt. Nächste Haltestelle: Frankfurt. Borussia Dortmund gastiert am Sonntag bei der Eintracht (18 Uhr, live auf Sky). Es ist das dritte Spiel innerhalb von acht Tagen – und das Gefühl, das beim BVB vorherrscht, ist wieder ein rundum positives, weil die Mannschaft von Trainer Lucien Favre in der zurückliegenden Woche viele Antworten auf zahlreiche Fragen gegeben hat.

Der BVB liefert viele Antworten, aber noch nicht alle

Ja, die Einstellung passt. Ja, der BVB hat das 1:3 bei Union Berlin schnell verdaut. Ja, Borussia Dortmund kann auch Fußball arbeiten. Die kurzzeitige Unruhe, die nach der ersten Saison-Niederlage aufgekommen war, sie hat sich schnell wieder gelegt. Ein souveränes 4:0 gegen Bayer Leverkusen und ein 0:0 gegen den FC Barcelona, in dem der BVB mehr als nur einen Punkt verdient gehabt hätte, waren ein Zeichen der Stärke zur richtigen Zeit.

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Nun wartet Eintracht Frankfurt – und der BVB hat die Möglichkeit, eine weitere, noch offene Frage zu beantworten. Es ist die Frage nach der Auswärtsstärke. Oder nach der Auswärtsschwäche. Je nachdem, aus welchem Blickwinkel man es betrachten mag.

Der BVB fremdelt in der Fremde

Fakt ist: Während Borussia Dortmund zu Hause eine Macht ist und vor eigenem Publikum in dieser Saison bislang durchweg zu überzeugen wusste, geht dem BVB das Fußballspielen in der Fremde deutlich weniger leicht vom Fuß. Im Signal Iduna Park gab es in dieser Spielzeit ein verdientes 2:0 gegen Bayern München im Supercup, ein phasenweise berauschendes 5:1 gegen den FC Augsburg am ersten Spieltag und eben das 4:0 gegen Leverkusen sowie das bis auf die Chancenverwertung überzeugende 0:0 gegen Barcelona.

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Die RN-Vorschau auf das Spiel in Frankfurt

Auswärts dagegen übersprang der BVB die Hürde KFC Uerdingen im DFB-Pokal glanzlos (2:0), erkämpfte ein zähes 3:1 beim 1. FC Köln und erlitt am dritten Spieltag Schiffbruch an der Alten Försterei in der Hauptstadt.

Auswärts holte Favre 15 Punkte weniger

Michael Zorc nennt die Partie in der Commerzbank Arena, angesprochen auf Borussia Dortmunds Probleme in der Fremde, daher nicht ohne Grund einen „Härtetest“, denn das Phänomen ist kein wirklich neues, es zieht sich bislang eher wie ein Roter Faden durch die Amtszeit von Lucien Favre.

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Daheim ließ der BVB unter Favre erst dreimal in der Bundesliga Punkte liegen, in der Fremde dagegen schon neunmal. Oder anders ausgedrückt: In 19 Liga-Heimspielen unter Favre sammelte der BVB 50 Punkte, ging 16 Mal als Sieger vom Platz, spielte zweimal unentschieden und verlor nur einmal, auswärts sammelte er in ebenfalls 19 Partien „nur“ 35 Punkte, gewann zehnmal, spielte fünfmal remis und musste vier Niederlagen einstecken.

Mit diesem Personal reist der BVB nach Frankfurt

Es sei „naturgemäß leichter“, sagt Zorc, ein Heimspiel zu gewinnen. „Aber es ist eine Herausforderung und eine Aufgabe, die wir jetzt haben, dass wir auch auswärts wieder zu der Leistung finden, die wir in großen Teilen der vergangenen Saison gezeigt haben.“ Es sei „der nächste Entwicklungsschritt“, den die Mannschaft gehen müsse. „Das ist die Voraussetzung, um in der Tabelle kontinuierlich oben zu bleiben.“

Zumindest die personellen Voraussetzungen für einen Erfolg in Frankfurt, wo der BVB zuletzt 2013 unter Jürgen Klopp gewinnen konnte, sollten gegeben sein. Vizekapitän Lukasz Piszczek hat seine muskulären Probleme überstanden und rückt wieder in den Kader. Nur die Neuzugänge Nico Schulz (Fußverletzung) und Mateu Morey (Schulterverletzung) sowie Ersatztorhüter Marwin Hitz (krank) fallen aus. Jadon Sancho, der am Dienstag aus dem Stadion gehumpelt war, hat keine Probleme mehr zu beklagen und kann spielen.

So könnte der BVB spielen: Bürki – Hakimi, Akanji, Hummels, Guerreiro – Witsel, Delaney – Sancho, Reus, Hazard – Alcacer
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