BVB-Kapitän Marco Reus vor Hoffenheim: Wir sind noch nicht da, wo wir uns selber sehen

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Marco Reus lieferte gegen Leipzig eine ausbaufähige Leistung ab, lief viel, sprintete häufig, blieb aber ungefährlich. Der Kapitän will nach oben - und verspricht dafür Fehlerminimierung.

Dortmund

, 19.12.2019, 07:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Marco Reus schlug Schmerzhaftes vor, um sich selbst für den verschenkten Sieg gegen RB Leipzig zu bestrafen. „Wir können uns heute wirklich in den Allerwertesten beißen“, betonte Borussia Dortmunds Kapitän nach dem höchst intensiven 3:3 im Topspiel am späten Dienstagabend.

Reus war natürlich bewusst: Der BVB hatte soeben eine riesige Chance fatalerweise liegen gelassen. Er hätte nach der 2:0- und später nach der 3:2-Führung den Sack einfach nur zumachen müssen. Doch er tat das Gegenteil und brachte durch eigene schwere Fehler Leipzig jeweils zurück ins Spiel.

Marco Reus sieht auch das Positive nach dem Spiel gegen Leipzig

„So wie die Tore gefallen sind, ist es einfach bitter. Ich glaube, dass wir über weite Strecken ein sehr, sehr gutes Spiel gemacht haben, vor allem in der ersten Halbzeit. Auch in der zweiten Halbzeit hatte Leipzig keine wirklich zwingenden Torchancen“, analysierte Reus.

BVB-Kapitän Marco Reus vor Hoffenheim: Wir sind noch nicht da, wo wir uns selber sehen

BVB-Kapitän Marco Reus blieb im Spiel gegen RB Leipzig blass. © Guido Kirchner

Aber da waren eben grob patzende Borussen, die nach dem Schlusspfiff teils ratlos mit den Schultern zuckten.

„Wir stehen jetzt hier und wissen nicht genau, was wir damit anfangen können, weil wir eigentlich den Sieg verdient gehabt hätten“, sagte Marco Reus, der aber flugs versuchte, das Positive aus dem Duell mit dem Titelkonkurrenten zu ziehen: „Wir sind gut zurückgekommen und haben nach dem Ausgleich schnell wieder die Führung erzielt. Und die Art und Weise, wie wird verteidigt haben, vor allem in der ersten Halbzeit umgeschaltet haben, so haben wir uns das vorgestellt.“

Marco Reus: „Wir sind noch nicht da, wo wir uns selber sehen“

Einen Vorwurf musste der Kapitän sich und seinem Team aber trotzdem machen: „Wir hätten am Ende der zweiten Halbzeit etwas mehr Druck ausüben müssen. Wir werden irgendwann zu passiv, wenn wir verteidigen. Das ist noch ein Manko, da müssen wir aggressiver verteidigen.“

Dass beim Kontern der Borussia „der letzte Pass nicht richtig ankam oder wir nicht in der Position waren, um etwas Kreatives zu gestalten“, wie es Reus einschätzte, das musste sich der Kapitän auch selbst ankreiden. Denn er avancierte gegen Leipzig nicht zu der zentralen Leitfigur, die er hätte sein können.

Er lieferte zwar eine Torvorlage ab und ackerte viel, lief mehr als 11,5 Kilometer, sprintete häufig. Aber: Reus sammelte im Topspiel nur 49 Ballkontakte – weniger als alle anderen Feldspieler des BVB, die über 90 Minuten mitwirkten. Und die Explosivität, die Dynamik, von der das oft so mitreißende Spiel des Fußballers des Jahres lebt, war kaum zu sehen.

BVB-Kapitän Marco Reus vor Hoffenheim: Wir sind noch nicht da, wo wir uns selber sehen

Marco Reus ackerte gegen RB Leipzig viel, wurde aber selten torgefährlich. © deltatre

Im Vergleich mit den anderen Offensivkräften der Borussia fiel Reus‘ Leistung gegen Leipzig merklich ab. Dabei schien er sein Formtief doch endlich überwunden zu haben, schließlich hatte er zuvor bei den klaren Siegen gegen Düsseldorf und Mainz ja geglänzt.

Er sprach wohl auch über sich und seine Konstanz, als er nach dem Schlusspfiff am Dienstagabend zugab: „Wir sind noch nicht da, wo wir uns selber sehen und wo wir hinwollen.“

Marco Reus verspricht, dass solche Gegentore nicht mehr vorkommen

Aber jetzt, im letzten Spiel dieser Kräfte zehrenden Hinrunde am Freitagabend in Hoffenheim, da gilt es noch einmal alles abzurufen für jeden Einzelnen beim BVB, der laut Reus „nach oben“ will, „wohin denn sonst?“.

Reus weiß, warum eine starke Leistung und ein Auswärtssieg besonders wertvoll wären: „Dann wird es eine spannende Rückrunde.“ Und dann wäre der ersehnte Griff zur Meisterschale tatsächlich zur Liga-Halbzeit trotz aller zwischenzeitlichen Probleme und Rückschläge in der Hinrunde im Bereich des Möglichen.

Und zum Abschied versprach Marco Reus mit Blick auf die Meister-Mission: „Solche Gegentore wie heute, die werden nicht mehr vorkommen.“

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