BVB-Kapitän Reus: Zusätzliches Training auf Ibiza fürs große Ziel

Borussia Dortmund

Marco Reus will in der neuen BVB-Saison wieder angreifen, schiebt im Urlaub auf Ibiza Extra-Schichten. Der Kapitän verfolgt ein klares Ziel - und sagt, was ihm nach der Karriere fehlen wird.

Dortmund

, 17.07.2020, 13:12 Uhr / Lesedauer: 2 min
Seinen Sommerurlaub verbringt BVB-Kapitän Marco Reus mit der Familie auf Ibiza.

Seinen Sommerurlaub verbringt BVB-Kapitän Marco Reus mit der Familie auf Ibiza. © scarlettgartmann / Instagram

Der Urlaub ist in diesem Sommer nur ein halber. Marco Reus muss viel arbeiten unter der Sonne Ibizas - als Papa, weil die kleine Tochter stundenlanges Faullenzen auf der Liege am Pool nicht mehr gestattet, und als Sportler, weil das Comeback schon lange genug auf sich warten lässt. BVB-Physiotherapeut Thomas Zetzmann ist extra mitgereist, ab dem 30. Juli, wenn Borussia Dortmund die Vorbereitung auf die nächste Saison aufnimmt, will der Kapitän wieder voll und ganz mit an Bord sein.

Adduktorenverletzung setzt Marco Reus monatelang außer Gefecht

Über fünf Monate liegt Reus‘ letzter Pflichtspieleinsatz mittlerweile zurück. 2:3 im DFB-Pokal Anfang Februar gegen Werder Bremen. Bitteres Ergebnis, bittere Diagnose. Eine Sehnenverletzung im Adduktorenbereich beendete die Spielzeit für den 31-Jährigen vorzeitig. Aus ursprünglich vermeldeten vier Wochen Ausfallzeit wurden vier Monate - und es wurde eine zähe und triste Reha, die Reus offenbar zu schaffen machte. „In der Reha ist es schwierig, weil du einfach down bist“, sagt er im Interview mit „BVB-TV“. „Du siehst die Mannschaftskollegen spielen, du freust dich auch über die Siege, aber du siehst auch, dass du nicht so viel dazu beitragen konntest.“

In der neuen Saison soll nun alles besser werden. Reus will es noch einmal wissen. Das Ziel ist klar, auch wenn die Bosse zuletzt deutlich defensiver mit dem Thema Meisterschaft umgegangen sind. „Mein großes Ziel ist es immer noch, mit dem BVB Deutscher Meister zu werden. Wenn mich das nicht antreibt, was dann“, sagt der Nationalspieler. Dafür brauche Borussia Dortmund „eine perfekte Saison“, meint Reus, und ist weiter optimistisch, dass es irgendwann klappt mit dem Titel. Es fehle nicht besonders viel.

BVB-Kapitän Reus: „Ohne Spaß wirst du wenig erreichen“

„In der Vorsaison hatten wir eine fast perfekte Saison, in der vergangenen Spielzeit war es keine fast perfekte Saison, dafür haben wir in der Hinrunde zu viel liegen gelassen. Es hat noch nicht gereicht für den ganz großen Coup, aber ich glaube, dass wir ein Stückchen näher rangekommen sind, dass wir stabiler geworden sind, seit Lucien Favre da ist.“ Es werde darauf ankommen, noch mehr Kontinuität in die Ergebnisse zu bekommen und die direkten Duelle gegen die Bayern besser zu gestalten, sagt Reus, „auch mal in München“.

Er selbst will seinen Teil dazu beitragen, dass es im dritten Jahr unter Favre womöglich endlich klappt mit dem neunten Meistertitel der Vereinsgeschichte. Er hoffe, sagt Reus, „dass ich meine Energie in der neuen Saison wieder auf den Platz bringen kann“. Auch der nötige Spaß dürfe nicht zu kurz kommen. „Ohne Spaß wirst du wenig erreichen.“

Und dann spricht Reus, dessen Vertrag bei Borussia Dortmund bis zum 30. Juni 2023 läuft, noch über die Zeit nach seiner Karriere - und was er vermissen wird. Noch ist es freilich nicht so weit, „drei bis vier Jahre“ gibt er sich noch, aber die Ziellinie kommt langsam und unaufhaltsam näher. „Ich habe einfach Spaß am Fußball. Das ist mein Leben, ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht. Ich habe Spaß mit der Mannschaft, sauge die Momente in der Kabine auf. Ich merke das bei mir immer mehr, weil ich auch weiß, dass ich älter werde und sich meine Karriere so allmählich dem Ende entgegen neigt. Die Momente werden irgendwann fehlen.“

Marco Reus will beim BVB „jeden Moment aufsaugen“

Insgesamt tue ihm „das tägliche Leben in der Kabine einfach gut“. Und weiter: „Natürlich leben wir da in einer gewissen Blase - und ich weiß, dass man da in drei oder vier Jahren nicht mehr drin sein wird. Deswegen ist es wichtig, jeden Moment aufzusaugen.“ Und nach Möglichkeit irgendwann nochmal mit der Schale um den Borsigplatz zu fahren. Ein bisschen Zeit bleibt ja noch.

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