Marco Reus wurde in Eins-gegen-Eins-Situation schon häufig rüde umgegrätscht. Doch nichts tat beim Zusehen so weh wie das Einsteigen von BVB-Trikotsponsor 1&1. © imago / Volkmann
Meinung

BVB-Kapitän trifft Z-Promi: 1&1 mit der nächsten Marketing-Blutgrätsche

BVB-Sponsor 1&1 packt die nächste Marketing-Blutgrätsche aus. Erster Gast der Internet-Tretertruppe ist ausgerechnet der verletzungsanfällige Marco Reus. Eine Glosse, die weh tut.

Es grenzt an Fahrlässigkeit, was der BVB seinem Kapitän Marco Reus zumutet. Dabei war man so bedacht vorgegangen nach der jüngsten Fußverletzung aus dem Hertha-Spiel. Reus hat es schließlich zu häufig erwischt in seiner Karriere. Oft schmerzte es schon beim Hinsehen, wenn Bänder rissen und WM-Träume platzten, selten aber so sehr wie die neue Marketing-Blutgrätsche von 1&1. Denn nachdem Dortmunds Trikotsponsor mit seinem Fitness-Format schon rüde eingestiegen war, kommt er jetzt hüfthoch und mit offener Sohle angeflogen.

Marco Reus gegen Sarah Lombardi – schmerzhaftes BVB-Duell

„1-gegen-1“ heißt das neue Format, für das 1&1 eine ganze Menge Aufwand betreibt: Florian Ambrosius (vielleicht bekannt von Top-Formaten wie „Bachelor in Paradise“ – hoffentlich aber eher nicht) moderiert, Heiko Wasser kommentiert, vier Kameraleute filmen. Das erste Duell der Serie: Marco Reus gegen Sarah Lombardi.

Da darf man sich durchaus sorgen um den Dortmunder Jungen wie eine Mutter um ihr Neugeborenes. Denn Lombardi ist „eine Frau, die eigentlich gar nicht verlieren kann“, wie wir erfahren. Ergo auch diesen Zweikampf nicht. „Sie war beim Promibacken auf Platz eins, sie war bei Dancing on Ice auf Platz eins. Bei Let’s Dance und Deutschland sucht den Superstar wurde sie Zweite“, kommentiert Heiko Wasser – und wahrscheinlich hat Sarah Lombardi damit mehr Titel gewonnen als Marco Reus.

Ein Dialog wie ein fester Tritt gegen das Schienbein

Aber scheinbar wollen hier alle, dass es weh tut. Und das tut es von Beginn an. Ambrosius: „Ihr kanntet euch noch gar nicht.“ Lombardi: „Ne, ich glaube, ich habe deine Frau einmal kurz kennengelernt.“ Reus: „Okay.“ Lombardi: „Bei einer Show, da hat sie mich besucht.“ Reus: „Ja.“ Lombardi: „Aber ansonsten noch nicht, nee.“ Ein Dialog wie ein Tritt gegen das Schienbein. 45 Sekunden gespielt. Zeichen setzen. Und dann dranbleiben! Mürbe machen!

Ambrosius: „Ich habe so das Gefühl, du fühlst dich überall wohl – jetzt auf Kunstrasen, ist das okay für dich?“ Lombardi: „Generell fühle ich mich eigentlich überall wohl. Hauptsache der Spaß steht im Vordergrund.“ Wie praktisch, denn um den geht es, wie Ambrosius erklärt. Ansonsten? „Im Grunde um gar nichts.“ Also freilich auch nicht um die Fitness-Uhren, die bei 1&1 gerade zufällig im Angebot sind und auf denen Reus und Lombardi beim ersten Spiel ihren Puls ablesen sollen.

Der Puls der BVB-Fans steigt in den roten Bereich

Welches Spiel das ist? Nebensächlich. Reus kennt es aber schon: „Ich habe das zu Hause.“ Lombardi: „Ehrlich?“ Reus: „Mmh.“ Ambrosius: „Hast du das wirklich zu Hause?“ Reus: „Mmh.“ Ambrosius: „Dein Ernst?“ Wahrscheinlich schon, will man den Paradies-Bachelor anbrüllen, fragt sich aber stattdessen, welchem langjährigen BVB-Fan 1&1 jetzt wohl noch eine Puls-Uhr verkaufen möchte, weil dem wahrscheinlich eh gerade eine Ader geplatzt ist.

Und auch Lombardi scheint es nicht gut zu gehen: „Ich glaube, ich lebe gerade gar nicht mehr“, sagt sie mit Blick auf ihre Puls-Uhr. Glücklicherweise nur ein Fehlalarm. Doch irgendwas stirbt in einem beim Betrachten dieses Videos. Dabei gewinnt Marco Reus sogar gegen die unbesiegbare Lombardi und kommt sogar mal wieder unverletzt aus einem Eins-gegen-Eins-Duell heraus. Der BVB eher nicht. Aber Hauptsache Marco und Alessio geht‘s gut – und die Kohle fließt.

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Als gebürtiger Dortmunder bin ich großer Fan der ehrlich-direkten Ruhrpott-Mentalität. Nach meinem journalistischen Start in der Dortmunder Stadtredaktion, schreibe ich mich gerade als Volontär durch die Redaktionen in der Region.
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