BVB-Legende Günter Kutowski: „Borussia Dortmund muss auf der Hut sein“

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Der BVB ist im DFB-Pokal der klare Favorit gegen den MSV Duisburg. Doch in seiner Kolumne warnt der ehemalige BVB-Profi Günter Kutowski Borussia Dortmund.

von Günter Kutowski

Dortmund

, 13.09.2020, 07:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am Montag heißt es mal wieder Klein gegen Groß im DFB-Pokal, einem großartigen Wettbewerb. Eine Sache hat sich über all die Jahre nicht verändert - die Großen können nur verlieren, wenn sie den Kleinen unterschätzen. Der BVB sollte also auf der Hut sein, wobei er MSV Duisburg auch keine kleine Mannschaft in dem Sinne ist, sondern eher ein gefühlter Zweitligist. Die Zebras haben den Aufstieg aus der dritten Liga schließlich nur knapp verpasst.

BVB-Gegner Duisburg muss „man definitiv ernst nehmen“

Der Verein hatte zuletzt immer mal wieder finanzielle Schwierigkeiten und musste auch in diesem Jahr wieder einige Spieler verkaufen, um Transfererlöse zu generieren. Von daher ist es für den MSV keine leichte Situation. Trotzdem ist es ein Gegner, den man definitiv ernst nehmen muss.

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Denn wenn Du in der Bundesliga oder Champions League ran musst, weißt Du ganze genau, was auf Dich zukommt. Du kennst die Spieler, weil Du sie regelmäßig im Fernsehen siehst. Man bekommt viel mit und weiß, was Sache ist. Dann spielst Du plötzlich wie wir 1987 beim Offenburger FV und Du kennst Deine Gegenspieler überhaupt nicht.

BVB im Pokal gegen Duisburg: Der unbekannte Gegner

Früher war das natürlich noch schwieriger. Über den Gegner gab es wenig bis gar kein Bildmaterial. Damals musste man sich auf die Aussagen eines Scouts verlassen, der vielleicht ein oder zwei Spiele gesehen hatte. Heute ist das zwar anders, aber es ist immer noch schwer die einzelnen Spieler zu greifen, weil man kein richtiges Bild von ihnen hat.

Der MSV hat aber einen großen Nachteil im Vergleich zu anderen Außenseitern in der Vergangenheit, das quasi leere Stadion. Die Underdogs leben eigentlich von der Atmosphäre und dem Push, den sie durch die Zuschauer erhalten. Das empfinde ich als riesiges Manko für die sogenannten kleinen Mannschaften.

BVB-Spieler müssen Spiele mit 100 Prozent angehen

Im Vergleich zum MSV Duisburg ist Werder Bremen natürlich eine Mannschaft, gegen die man ausscheiden kann. Allerdings kann man über die Art und Weise durchaus diskutieren. Im letzten Jahrzehnt waren wir aber fünf Mal in Berlin. Viele Spieler wissen also, was sie erreichen können und was für eine tolle Atmosphäre sie dort erwartet. Daher ist es für jeden Profi absolute Pflicht solche Spiele mit 100 Prozent anzugehen, vor allem wenn man Titel gewinnen möchte.

Ich kann mir übrigens nicht vorstellen, dass Lucien Favre auf die Formation setzen wird, die er am ersten Spieltag der Bundesliga gegen Borussia Mönchengladbach auf den Rasen schickt. Man hat nicht ohne Grund einen sehr guten und auch breiten Kader. Daher glaube ich, dass der BVB-Trainer mit einem Mix aus Stammkräften und einigen jungen Spielern gegen Duisburg ins Rennen gehen wird.

DFB-Pokal gegen Duisburg: Der BVB zieht in die nächste Runde ein

Ich erwarte dennoch, dass der BVB in die nächste Runde einzieht, zumal der MSV viele neue Gesichter in seiner Mannschaft hat. Die Duisburger sind sicherlich noch nicht da, wo sie hin wollen. Gerade mit der Qualität, die der BVB im Kader hat, muss man den MSV besiegen. Die Zeiten sind allerdings vorbei, in denen man solche Gegner auch mal mit 8:0 oder 9:0 nach Hause geschickt hat. Die Gegner sind mittlerweile taktisch besser eingestellt und wenn man mal mit 2:0 oder 3:0 führt, denkt man schnell man an die nächsten Monate mit vielen englischen Wochen.

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Satte zwölf Jahre trug Günter Kutowski das Trikot von Borussia Dortmund, gewann neben zwei Meisterschaften 1995 und 1996 mit dem BVB auch 1989 den DFB-Pokal. In seiner Kolumne für die Ruhr Nachrichten blickt er voraus auf das Duell mit Drittligist MSV Duisburg.
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