BVB-Leihspieler ohne Perspektive: Auf Michael Zorc wartet viel Arbeit

hzBorussia Dortmund

Sieben Spieler hat der BVB zu Beginn dieser Saison verliehen, keiner hat eine echte Perspektive. In einem Fall gibt es Klarheit, in der Mehrzahl aber warten schwierige Verhandlungen.

Dortmund

, 30.06.2020, 08:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Von allen ausgeliehenen Spielern der Borussia avancierte Jeremy Toljan zu einem mit den besten Perspektiven. 24 von 28 möglichen Partien bestritt der 25 Jahre alte Rechtsverteidiger bislang für seinen italienischen Klub US Sassuolo, Toljan darf sich im Team von Trainer Roberto de Zerbi also Stammspieler nennen in der ersten italienischen Liga. Und weil die Saison in Italien noch über das eigentliche Leihfrist-Ende am 30. Juni hinaus läuft, war in seinem Fall ohnehin eine schnelle Lösung notwendig.

Planungssicherheit für den BVB bei der Personalie Toljan

Bei Sergio Gomez, der in der zweiten spanischen Liga auch erst seit kurzem wieder für seinen Klub SD Huesca auf Punktejagd gehen darf, hat sich der BVB dabei durch eine einmonatige Verlängerung der Leihe etwas Zeit verschafft. Inzwischen wurde die Leihe um ein Jahr verlängert. Bei Toljan gibt es nun ein ähnlich gelagertes Konstrukt mit allerdings mehr Planungssicherheit für die Borussia. Die Leihe wird gleich um ein Jahr verlängert, bei einer bestimmten Zahl an Pflichtspielen in der neuen Spielzeit greift dann eine Kaufverpflichtung für die Italiener in Höhe von fünf Millionen Euro.

Auch wenn der BVB die Zahl der notwendigen Spiele nicht nennt, weiß man aus der Vergangenheit (siehe Ömer Toprak), dass Sportdirektor Zorc diese in den Verhandlungen wohl auf eine einstellige Zahl gedrückt hat. Verletzt sich Toljan nicht und ändert sich an seinem Standing nichts, sollte seine Zukunft geklärt sein.

Steigt Werder Bremen ab, kehrt Toprak zurück zum BVB

Toprak, der sich bei Werder Bremen schnell äußerst wohl fühlte, ist allerdings dennoch ein Sonderfall, weshalb der BVB am Donnerstag und Montag in Richtung Bremen und Heidenheim blicken wird, wo Werder und der Überraschungs-Dritte aus der 2. Liga in der Relegation um den letzten Bundesliga-Platz spielen. Die Formel ist einfach: Steigt Werder ab, ist sein Vertrag in Bremen nichtig - und Toprak steht wieder in Dortmund vor der Tür.

Er könnte dann zu insgesamt 34 Spielern gehören, die ab dem 1. Juli wieder einen gültigen Vertrag mit der Borussia besitzen. Dazu zählen dann auch die bis Monatsende noch verliehenen Felix Passlack (Fortuna Sittard), Dzenis Burnic (Dynamo Dresden), Marius Wolf (Hertha BSC), Andre Schürrle (Spartak Moskau) - und ab dem 1. August auch Gomez.

Vertragsauflösung mit Schürrle scheint denkbar

Während Passlack und Burnic in ihren Klubs regelmäßige Einsatzzeiten bekamen und damit auf dem schwierigen Transfermarkt in diesem Sommer durchaus eine Perspektive haben dürften, drohen bei Wolf (Hertha BSC) und Schürrle (Moskau) Hängepartien. Bei Wolf, der sich kurz vor dem Re-Start der Bundesliga verletzt ist und nach der Coronapause kein Spiel mehr bestritt, bildet die aufgerufene Ablöse von 20 Millionen Euro eine hohe Hürde für den Hauptstadtklub.

Bei Schürrle wird vor allem das Gehalt ein Knackpunkt sein. Dem Vernehmen nach würde der Weltmeister von 2014 in seinem letzten von fünf Vertragsjahren in Dortmund rund sieben Millionen Euro verdienen. Angesichts seiner seit Jahren stagnierenden Entwicklung müsste der Großverdiener deutliche Abstriche machen - auch in Moskau fand der mittlerweile 29-Jährige nicht mehr zu seiner alten Form zurück. Gerüchte über eine mögliche Vertragsauflösung in Dortmund mit einer Abfindungszahlung entbehren wohl nicht komplett jeder Grundlage, ob Zorc dort eine Einigung erzielen kann, mit der auch der BVB leben könnte, steht aber in den Sternen.

Lesen Sie jetzt