BVB-Leihspieler Sergio Gomez: Spanien als Sprungbrett?

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Für BVB-Leihspieler Sergio Gomez sollte Spanien eigentlich ein Sprungbrett sein. Es könnte aber sein, dass er sich neu für Borussia Dortmund empfehlen muss.

Dortmund

, 11.04.2020, 18:45 Uhr / Lesedauer: 3 min

Sieben Spieler hat Borussia Dortmund aktuell verliehen, wie es mit ihnen weitergeht, ist angesichts der allgemein im Profifußball gestoppten Transfer-Aktivitäten offen. In einer kleinen Serie beleuchten wir, ob sich die Leihgeschäfte des BVB gelohnt haben – und wie die Perspektiven der einzelnen Spieler sind. Im vorletzten Teil: Sergio Gomez.

BVB will nicht über Transfers sprechen – auch nicht über Gomez

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Es sei gerade wirklich nicht der richtige Zeitpunkt, sagte Hans-Joachim Watzke jüngst, um über Transfers zu sprechen. „Wir fahren auf Sicht“, erklärte der BVB-Boss im Interview mit der „Bild“. Das wüssten auch Sportdirektor Michael Zorc und Lizenzspieler-Leiter Sebastian Kehl.

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Watzke sagte diese Sätze mit Blick auf die vermeintlich dicken Fische auf dem Transfermarkt. Die, die Borussia Dortmund im Sommer gerne verpflichten möchte, wie beispielsweise Jude Bellingham von Birmingham City oder Thomas Meunier von Paris Saint-Germain. Und die, die er vielleicht möglichst teuer verkaufen möchte oder muss, wie beispielsweise Jadon Sancho.

BVB-Leihspieler Sergio Gomez will sich in Spanien beweisen

Doch auch in der kleinen spanischen Provinz Huesca dürften Watzkes Worte vernommen worden sein. Sergio Gomez spielt dort seit vergangenem Sommer auf Leihbasis in der zweiten spanischen Liga bei der SD Huesca. Der 19-jährige Spanier, der im Januar 2018 für rund drei Millionen Euro aus der Nachwuchsabteilung des FC Barcelona nach Dortmund gewechselt ist, sammelt in „La Liga 2“ Spielpraxis und versucht, sich nachhaltig im Profifußball zu beweisen.

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Das klappte vor der Fußball-Pause wegen des Coronavirus mal besser, mal schlechter. Gomez pendelte beim Tabellenvierten der zweiten spanischen Liga zwischen Joker-Rolle und Startelf-Spieler. In 28 Liga-Spielen stand er für Huesca auf dem Rasen, 14-mal wurde er eingewechselt, genauso oft durfte er von Beginn an ran. In der „besten zweiten Liga der Welt“, wie Gomez selbst „La Liga 2“ bezeichnet. Ein Tor hat der offensive Mittelfeldspieler in diesen Spielen erzielt, zwei Treffer hat er aufgelegt: Das ist ein überschaubarer Wert. Doch die Leihstation sei wichtig, sagte Gomez Ende des vergangenen Jahres, „um zu konkurrieren“ und „um viel stärker nach Dortmund zurückzukehren“.

Rückkehr von Gomez zum BVB wegen Corona ungewiss

Wann in Spanien wieder Fußball gespielt wird, ist aufgrund der Corona-Krise derzeit wohl noch ungewisser als in Deutschland. Eigentlich läuft Gomez‘ Leihvertrag in Huesca bis zum 30. Juni, dann geht es, Stand jetzt, zurück zum BVB. Ob es bei diesem Datum bleibt, ist mittlerweile nicht mehr sicher. Niemand weiß derzeit wirklich, wann, wie und ob es in den Ligen weitergeht, niemand weiß, ob vielleicht sogar über den 30. Juni hinaus gespielt werden muss.

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Sicher dagegen ist, dass der BVB im Sommer eine grundsätzliche Entscheidung treffen muss, welche Perspektive er Gomez in Dortmund zukünftig einräumt. Der Vertrag des spanischen U21-Nationalspielers läuft 2021 aus. Ein weiteres Leihgeschäft in der kommenden Saison wäre nur möglich, falls er seinen Kontrakt in Dortmund über den 30. Juni 2021 verlängern würde.

BVB-Leihspieler Sergio Gomez regelmäßig in Kontakt mit Borussia Dortmund

Der fußballerisch top ausgebildete Linksfuß aus Barcelonas berühmter „La Masia“ steht regelmäßig mit Borussia Dortmund in Kontakt, der BVB beobachtet Gomez‘ Entwicklung genau, denn grundsätzlich ist die Überzeugung groß, dass der junge Spanier irgendwann eine Hilfe werden kann für die Mannschaft von Trainer Lucien Favre. Die Frage ist, wann. Noch fehlt es an Robustheit und an Körperlichkeit im Spiel des nur 1,71 Meter großen Offensiv-Allrounders. Es ist offensichtlich, dass sich Gomez schwerertut als andere Top-Talente in seinem Alter, im Seniorenbereich Fuß zu fassen.

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Dabei steht sein großes Talent nicht zur Debatte. 2017 gewann Gomez mit der spanischen U17 die Europameisterschaft und wurde zum zweitbesten Spieler des Turniers gewählt, 2019 gewann er dann auch mit der spanischen U19 den EM-Titel. Möglich scheint bei ihm vieles, die Frage ist, ob er es zeitnah auch auf absolutem Top-Niveau bei Borussia Dortmund zeigen kann.

Sergio Gomez darf sich vielleicht neu beweisen beim BVB

Wie geht es also weiter für Gomez beim BVB? Der Spieler selbst sagt, dass er nur von Tag zu Tag schaue. Das wahrscheinlichste Szenario ist, dass er sich in der kommenden Sommer-Vorbereitung neu beim BVB beweisen darf. Dann wird geschaut und neu bewertet, ob er einen entscheidenden Schritt näher an die Kaderplätze oder sogar die erste Elf herangerückt ist und ob eine Vertragsverlängerung Sinn ergibt – oder ob eine vorzeitige Trennung für beide Seiten die beste Lösung ist.

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