BVB-Matchwinner Julian Brandt: Ich glaube, dass das übertrieben zusammenschweißt

DFB-Pokal

Julian Brandt avanciert mit zwei Treffern zum BVB-Matchwinner gegen Mönchengladbach. Anschließend spricht der Neuzugang über komplizierte Wochen und den schweren Stand von Lucien Favre.

Dortmund

, 31.10.2019, 07:30 Uhr / Lesedauer: 3 min
BVB-Matchwinner Julian Brandt: Ich glaube, dass das übertrieben zusammenschweißt

Julian Brandt bejubelt seinen Siegtreffer zum 2:1. © imago

Wie fühlen sich der Sieg und die zwei geschossenen Tore an?

Es fühlt sich gut an. Ich glaube, es war sicherlich nicht alles gut. Es gab Höhen, aber zwischendurch auch mal Tiefen. Aber wenn du gegen den Tabellenführer der Bundesliga das Spiel innerhalb von wenigen Minuten drehst, dann ist es etwas, was für das Selbstbewusstsein sehr gut ist.


Wie hat sich die 10er-Position für Sie auf dem Platz angefühlt?

Ich hatte in der ersten Hälfte noch meine Schwierigkeiten reinzukommen. Aber ich glaube gerade in der zweiten Hälfte war die Sicherheit da und auch die Routine. Und dann kamen auch die Momente, wenn man Chancen vorbereitet. Für mich war es extrem wichtig, mich selbst mal zu belohnen. Mit den zwei Toren ist es dann umso schöner, wenn man es schafft, ein Spiel für die Mannschaft noch zu drehen.


Ihr Trainer klagte nach ihrem zweiten Tor über Schmerzen beim Jubel. Haben Sie sich schon bei ihm entschuldigt?

Mir wurde es eben auch nur erzählt. Ich habe mit ihm gesprochen und er sagte, dass es auch schöne Schmerzen waren.

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Wie wertvoll war es, nach dem Rückstand zurückzukommen?

Ich überlege manchmal, was für eine Mannschaft besser ist. Ob es ein souveräner 4:0-Sieg ist oder ob es nicht sogar mal ein Sieg ist, wo man in die Bredouille kommt. Nach 70 Minuten das 0:1 zu fressen, muss man auch erst einmal verkraften, um dann als Mannschaft so ein Spiel zu drehen. Ich glaube, dass das übertrieben zusammenschweißt und der Mannschaft gut tut. Ich glaube gerade, wenn du eine K.o.-Phase hast, ist so eine Reaktion etwas, das du gerne mitnimmst. Dass das Selbstvertrauen nicht zu 100 Prozent da ist, das sieht man ja momentan. Das muss man sich erarbeiten und das erarbeitest du dir am besten, wenn du Spiele gewinnst.


Was ging Ihnen nach dem Rückstand durch den Kopf?

Es ist noch einmal eine andere Situation. Druck ist immer da, aber wenn du dann 0:1 zurückliegst, hast du auch noch die Zeit gegen dich. Dann bist du erst einmal niedergeschlagen. Da war es gut, dass wir zu Hause gespielt haben. Wenn du in Gladbach spielst, hast du 50.000 Zuschauer, die ihre eigene Mannschaft anfeuern. Das ist deutlich schwieriger. Du musst einfach weiter dran glauben. Beim BVB sind schon viele schräge Sachen passiert und hier glaubt man immer daran, dass man noch Spiele gewinnt oder drehen kann.

BVB-Matchwinner Julian Brandt: Ich glaube, dass das übertrieben zusammenschweißt

Julian Brandt erzielt per Kopf den 2:1-Siegtreffer. © dpa

Man sagt Lucien Favre nach, dass er nicht der emotionalste Typ ist. Zuletzt war er es aber doch an der Seitenlinie. Merken Sie da auch eine Veränderung?

Viele wünschen sich hier einen Trainer, der mehr macht. Aber ich muss ganz ehrlich sagen, du hast hier 80.000 Menschen im Stadion, es ist laut, du hörst ihn eh nicht. Natürlich gibt es Spieler, die gerade mit Klopp als Vorgänger jemanden hatten, der sehr viel mit Mimik gemacht hat, der das auch konnte. Definitiv. Aber ich glaube, Lucien Favre ist halt so, wie er ist. Es gibt viele Trainer, die erfolgreich und ruhig sind. Er hat einen schweren Stand mit seinen Vorgängern hier in Dortmund. Aber ich glaube nicht, dass das ein Problem ist. Zumindest nicht für mich, ich komme damit gut klar.


Wie läuft das positionstechnisch mit Marco Reus, wenn er wieder fit ist?

Das werden wir sehen. Man sieht, dass Marco auf dem Platz fehlt. Er ist ein sehr guter Spieler und natürlich schielt man auch mal darauf, gemeinsam auf dem Platz zu stehen. Die Konstellation kann ich aber nicht beeinflussen, weil ich nicht der Trainer bin. Aber nichtsdestotrotz werden wir da in den nächsten Wochen sicherlich eine Lösung finden. Wir haben noch so viele Spiele, da werden wir nicht alle Spiele immer dauerhaft durchhalten. Auch Mario Götze kann auf der 10er-Position spielen. Da haben wir schon gute Kicker. Ich wünsche mir immer, dass Marco auf dem Platz steht.


Wie schützen Sie sich vor der Grippe?

Ich habe ein gutes Immunsystem. Warm anziehen und viel Tee trinken.

Aufgezeichnet von Patrick Radtke in der Mixed Zone.
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