BVB-Präsident Rauball über Solidarität in der Bundesliga: „Es schafft sozialen Frieden“

hzBorussia Dortmund

Die Corona-Krise trifft die deutschen Fußballklubs unterschiedlich hart. Ein Grund mehr, um enger zusammenzurücken, findet BVB-Präsident Dr. Reinhard Rauball.

Dortmund

, 27.03.2020, 18:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die gelebte Solidarität in der Bundesliga erntet viel Lob. Auch vom früheren Kopf der DFL. „Ich finde die Entscheidung der vier Klubs, auf viel Geld zu Gunsten kleinerer Vereine in der DFL zu verzichten, sehr gut. Es schafft sozialen Frieden innerhalb der Gruppe“, erklärt Dr. Reinhard Rauball im Gespräch mit dieser Redaktion.

20 Millionen Euro stark ist der Rettungsschirm, den die vier deutschen Champions-League-Starter jetzt über die Klubs der DFL gespannt haben. Bayern München, Borussia Dortmund, RB Leipzig und Bayer Leverkusen verzichten zusammengerechnet auf diese Summe aus Medienerlösen und eigenen Rücklagen, um den kleineren Vereinen zu helfen, die derzeit wegen der Coronavirus-Krise um ihre Existenz kämpfen müssen.

BVB-Präsident Rauball erfreut über „deutliches Signal“

Der 73-jährige Rauball, der die Geschicke der DFL bis zum vergangenen Sommer zwölf Jahre lang gelenkt hatte, und der in seinem Amt stets darauf bedacht war, alle Klubs auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen, sieht seinen damaligen Weg in der aktuellen Krise weiter beschritten: „Dieser Pakt der vier Klubs ist ein klares Zeichen dafür, wo man anpacken muss in diesen schwierigen Zeiten. Und es ist ein deutliches Signal für die anderen Vereine, dass sie nicht im Regen stehen gelassen werden.“

Dass der BVB sich in diesen millionenschweren Solidarpakt einbringen würde, daran habe er als Präsident des Vereins keine Sekunde lang gezweifelt. „Dazu bestand kein Anlass. Ich stehe in ständigem Kontakt mit unserem Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke, und er hat immer betont, dass wir denen helfen werden, die ohne Verschulden in eine Schieflage geraten sind“, sagte Rauball.

Borussia Dortmund hilft nicht nur anderen Vereinen

Nicht nur anderen Klubs helfe Borussia Dortmund, auch Dortmunder Gastronomen oder über die Stiftung „leuchte auf“ auch der Stiftung Universitätsmedizin sowie der Weltgesundheitsorganisation WHO. „Es ist unser erklärtes Ziel als BVB“, betonte Rauball, „gerade in der jetzigen Situation tief in die Gesellschaft hinein zu wirken.“

So, wie es die Führungskräfte der Borussia und die Profis durch ihren Gehaltsverzicht im zusammengerechnet zweistelligen Millionenbereich letztlich auch gerade tun. „Sonntagsreden zur Solidarität sind schön, aber entscheidend ist, dass danach auch etwas passiert. So wie es beim BVB umgesetzt wurde zum Wohle des gesamten Unternehmens. An dieser Entscheidung kann man sich messen lassen“, lobte der Präsident.

BVB-Kapitän Marco Reus äußert sich zum Gehaltsverzicht

Und Kapitän Marco Reus fügte im Namen der Mannschaft an: „Für uns dieser Verzicht normal. Wir wollen dem Verein helfen und allen Mitarbeitern des BVB, damit sie sich keine großen Sorgen machen müssen.“ Große Diskussionen habe es unter den BVB-Profis um den Gehaltsverzicht nicht gegeben, erklärte Reus: „Es gab einen Austausch mit der Mannschaft, und mit der Entscheidung ist jeder einverstanden.“

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