BVB-Profi Julian Brandt vor Duell mit Spanien „Es ist eine Scheißsituation und eine Chance“

Redakteur
Julian Brandt verschränkt die Arme hinterm Kopf.
BVB-Profi Julian Brandt steht mit der DFB-Auswahl vor dem entscheidenden Gruppenspiel gegen Spanien am Sonntag unter Druck. © picture alliance/dpa
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Nach dem enttäuschenden WM-Auftakt und der 1:2-Niederlage gegen Japan steht die deutsche Nationalmannschaft im zweiten Gruppenspiel am Sonntag (20 Uhr / ARD und Magenta TV) gegen Spanien unter Druck. „Wir haben keinen Schuss mehr frei. Den Fehlschuss gab es schon – und so müssen wir das Spiel auch angehen. Wir müssen den Mut und Charakter haben, uns zu zeigen“, gibt Hansi Flick die Richtung vor.

Brandt: „Müssen alle Verantwortung übernehmen“

Der Bundestrainer hofft, dass die Botschaft auch beim Personal angekommen ist. BVB-Profi Julian Brandt versicherte auf der Pressekonferenz im Vorfeld, dass die Nationalspieler verstanden hätten. „Wir haben das ganze Spiel besprochen und alles, was wir nicht so gut gemacht haben. Und wo wir uns definitiv verbessern müssen im Hinblick auf Sonntag. Wir hatten einen guten Austausch und sind alle mit einem guten Gefühl rausgegangen. Wir haben den Willen, am Sonntag zu gewinnen“, betonte Brandt.

Die Auftaktpleite gegen Japan habe das Team detailliert aufgearbeitet und analysiert. „Wir haben es verpasst, unsere Chancen zu nutzen und manchmal ist es gut, dann den Switch zu finden und etwas tiefer zu stehen. Japan hat dann viele lange Bälle gespielt, auch vor dem 1:2. Wir haben die Tore analysiert, viel über unser Verhalten gegen den Ball gesprochen. Wenn du 1:0 führst und das Gefühl hast, die Führung nicht ausbauen zu können, muss die Null hinten stehen“, sagte Julian Brandt.

Auch Brandt sieht sich in der Verantwortung

Gegen die „Blue Samurai“ saß Brandt 90 Minuten auf der Bank. Dennoch sieht sich auch der BVB-Mittelfeldspieler in der Verantwortung. Die Führungsrolle werde „auf alle verteilt. Wir sind alle Führungsspieler bei unseren Vereinen, sind alle erfahren. Es hilft nicht, wenn nur zwei, drei Jungs vorweggehen. Wir müssen alle Verantwortung übernehmen. Ich habe auch das Gefühl, dass jeder das möchte. Auch die Spieler, die auf der Bank sitzen, werden alles geben“, versicherte der 26-Jährige.

Am Sonntag gegen die mit einem 7:0-Triumph über Costa Rica perfekt ins Turnier gestarteten Spanier kommt eine riesige Herausforderung auf die DFB-Auswahl zu. Gedanken an die 0:6-Lehrstunde gegen die Iberer vor zwei Jahren wollte Julian Brandt nicht aufkommen lassen. „Ich finde nicht, dass es eine Rolle spielt. Es ist zwei Jahre her. Wir sind jetzt in einer anderen Situation, haben uns in vielen Bereichen verbessert – auch wenn noch nicht alles rund lief. Man kann mit so einem Spiel extrem viel Energie freisetzen. Bei der EM haben wir das erste Gruppenspiel auch verloren und haben uns trotzdem qualifiziert. Das 0:6 spielt bei keinem Spieler eine Rolle“, unterstrich Brandt.

Brandt: „Sind in einer Scheißsituation“

In den vergangenen Tagen erhielten die Spieler jüngst Familienbesuch im WM-Quartier der Nationalelf in Al Ruwais. Von Brandt und seinem Kumpel Kai Havertz waren „leider keine Angehörigen da. Für viele Jungs war das aber ein schönes Gefühl, die Kinder und Frauen zu sehen. Es gibt nichts Schöneres, als seine Liebsten um sich herum zu haben.“ Beim DFB versprechen sie sich davon einen zusätzlichen Motivationsschub fürs vorentscheidende Gruppenspiel gegen Spanien. Julian Brandt forderte eine Trotzreaktion: „Wir sind in einer Scheißsituation. Ja, das sind wir. Aber die Partie gegen Spanien ist auch eine Chance, die ganze Stimmung wieder zu drehen. Der BVB-Profi und seine Teamkollegen stehen unter Druck. Für sie gilt am Sonntagabend das Prinzip: Siegen oder fliegen.