BVB-Profi Manuel Akanji will bei Rassismus-Vorfällen den Platz verlassen

Borussia Dortmund

Borussia Dortmunds Abwehrspieler Manuel Akanji findet klare Worte, wie er auf Rassismus reagiert. Sollten Akanji und weitere BVB-Profis Rassismus mitbekommen, würden sie den Platz verlassen.

Dortmund

, 03.03.2020, 12:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
BVB-Profi Manuel Akanji will bei Rassismus-Vorfällen den Platz verlassen

Sollte Manuel Akanji im Stadion rassistisch attackiert werden, würden er und weitere BVB-Profis den Platz verlassen. © Kirchner-Media

Zwar bestimmt die Diskussion um Dietmar Hopp und die Fehde mit den Fanszenen im deutschen Profi-Fußball das aktuelle Geschehen, doch auch das Thema Rassismus sorgt immer wieder für Schlagzeilen.

Erst vor wenigen Wochen durch die rassistischen Beleidigungen gegen Jordan Torunarigha, Spieler von Hertha BSC Berlin, beim DFB-Pokal-Duell gegen den FC Schalke 04 und den Anschlag von Hanau Mitte Februar, bei dem zehn Menschen aus rassistischen Motiven umgebracht wurden.

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Ein Thema, was auch die Profis von Borussia Dortmund beschäftigt. In der BVB-Kabine wurde der Rassismus-Fall um Torunarigha thematisiert, wie Profi Manuel Akanji in seiner Kolumne für das Portal „watson.ch“ preisgab.

„Ich habe mit meinen Teamkollegen Dan-Axel Zagadou, Axel Witsel, Thorgan Hazard und Raphael Guerreiro darüber gesprochen, wie wir auf dem Feld gehandelt hätten“, schreibt der Schweizer Innenverteidiger und kam mit seinen Teamkollegen zu einem klaren Entschluss: „Und wir waren uns einig, dass wir – wenn so etwas bei uns geschieht – geschlossen als Mannschaft vom Feld gehen. Wir hätten bestimmt die Unterstützung der ganzen Mannschaft.“

BVB-Profi Manual Akanji glaubt nicht nur an die Unterstützung der Mannschaft

Neben der Unterstützung durch die Mannschaft, glaubt Akanji auch, dass der BVB dieses Vorgehen unterstützen würde. Dies begründet der Schweizer Nationalspieler durch die immer wieder klare Positionierung des Vereins gegen Rassismus.

Manuel Akanji sind rassistische Vorfälle in seiner Profizeit bislang nicht widerfahren. Dafür aber als Jugendspieler: „Bei den Junioren war das früher ganz anders, da hat es so was öfters gegeben. Das war allerdings in einem Alter, da haben meine Gegenspieler die Bedeutung ihrer Worte wohl noch nicht richtig verstanden – ich habe die Beleidigungen auch nie ernst genommen.“

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Grundsätzlich lässt er sich von rassistisch motivierten Aktionen nicht unterkriegen. Zwar sei es im Stadion noch nie vorgekommen, dafür aber in den sozialen Medien. Dort erhält der 24-Jährige regelmäßig rassistische Nachrichten, reagiert auf diese nicht.

Manuel Akanji möchte sich nicht auf dieses Niveau einlassen

„Wenn ich dann solche Nachrichten bekomme, blockiere ich die Leute einfach. Was ich sicher nicht mache, ist darauf zu reagieren, denn ich möchte mich nicht auf dieses Niveau einlassen“, schreibt er in seiner Kolumne.

Lob gibt es für einen Konkurrenten des BVB: FC Bayern-Profi Leon Goretzka. Akanji lobt, dass Goretzka klar seine Meinung äußert und sich positioniert. „Man kann und sollte aber niemanden dazu zwingen, sich politisch zu äußern. Hier muss jeder machen, was er selbst für richtig hält“, sieht Akanji nicht alle Profis in der Pflicht. Seine Einstellung zum Thema bleibt aber klar: „Ich stehe dafür ein – ganz viele meiner Berufskollegen zum Glück auch.“

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