Zeitspiel

BVB profitiert gegen Bremen von einem der kuriosesten Bundesliga-Eigentore

Der BVB rollt 2003 auf die größte Finanzkrise der Vereinsgeschichte zu. In der Bundesliga läuft es noch passabel. Gegen Bremen fällt eines der kuriosesten Eigentore aller Zeiten. Unser Zeitspiel.
Werder-Abwehrspieler Valerien Ismael (r.) traf am 13. September 2003 per Kopf ins eigene Tor. © imago / Contrast

Erst ein Eigentor ist dem BVB in der laufenden Bundesliga-Saison unterlaufen. Und das ausgerechnet im wegweisenden Spiel gegen Eintracht FrankfurtNico Schulz traf per Kopf ins eigene Tor. Über ein Missgeschick des Gegners freuen durfte sich Borussia Dortmund in der Spielzeit 2003/04. Damals profitierten die Schwarzgelben beim 2:1-Sieg gegen Werder Bremen von einem der kuriosesten Eigentore in der Bundesliga-Geschichte.

Der BVB verpasste die Champions-League-Qualifikation

Das Aufeinandertreffen am 13. September 2003 fiel in eine turbulente Dortmunder Zeit. Einige Wochen zuvor war das Team von Trainer Matthias Sammer in der dritten Runde der Champions-League-Qualifikation im Elfmeterschießen am FC Brügge gescheitert – der Anfang vom finanziellen Ende der Schwarzgelben.

In der Champions-League-Qualifikation scheiterte der BVB am FC Brügge. © imago / Ulmer © imago / Ulmer

In der Mannschaft gab es zudem Diskussionen über einen 20-prozentigen Gehaltsverzicht. „Wenn einem der Chef plötzlich viel Geld wegnehmen will, sagt keiner sofort Ja“, erklärte Dede später. Am Ende stimmten die Spieler aber zu. Und das war auch bitter nötig. Denn der Klub befand sich zu dieser Zeit in einer beispiellosen finanziellen Notlage.

Borussia Dortmund startete gut in die Bundesliga-Saison

In der Bundesliga lief es für die Borussia deutlich besser als auf dem finanziellen Sektor. Nur eine der ersten vier Begegnungen ging verloren. Gegen den damaligen Tabellenführer Werder Bremen wollte sich der Fünfte weiter oben festsetzen – und das Spiel begann aus BVB-Sicht erfreulich.

BVB-Stürmer Ewerthon brachte den BVB gegen Bremen in Führung. © imago / Team2 © imago / Team2

Nach 17 Minuten brachte Ewerthon die von Verletzungen geplagten Borussen mit 1:0 in Führung. Doch noch vor der Halbzeit glich Bremen durch Krisztian Lisztes aus. Vorbereitet wurde der Treffer von Werder-Verteidiger Valerien Ismael.

Der BVB profitierte von einem Eigentor des Bremers Valerien Ismael

In der 70. Minute war es eben jener Ismael, der den BVB auf die Siegerstraße brachte – und wie. Tomas Rosicky flankte, der Kopfball von Ewerthon landete am Aluminium. Bremens heutiger Geschäftsführer Frank Baumann köpfte den Ball daraufhin in die Richtung von Ismael – und der nickte den Ball unbedrängt ins eigene Tor. „Es ging alles so schnell. Ich habe es gar nicht richtig mitgekriegt“, sagte der Franzose.

Die BVB-Spieler Otto Addo (r.) und Sebastian Kehl (l.) stoppen Werder-Stürmer Ailton. © imago / Team2 © imago / Team2

„So ein Gegentor habe ich noch nie gekriegt“, sagte SVW-Torhüter Andreas Reinke. Auch Trainer Thomas Schaaf war bedient. „So ein sensationelles Ding kriegt man nicht nochmal hin. Das kann man nicht nachstellen, das ist nicht zu toppen.“ Vor der Rückrunden-Partie sagte Ismael: „Nach dem Spiel in Dortmund habe ich tagelang schlecht geschlafen. Diesmal will ich das richtige Tor treffen.“ Gesagt, getan.

BVB gegen Bremen: Beim Rückspiel trifft Ismael ins richtige Tor

Beim 2:0-Sieg der Bremer traf Isamel per direktem Freistoß zum 1:0 – und feierte später mit Bremen den Meistertitel. Das sollte auch Nico Schulz Hoffnung geben. Vielleicht trifft er ja gleich am Sonntag (15.30 Uhr, live bei Sky) gegen Werder Bremen auf der richtigen Seite. Valerien Ismael würde es ihm sicherlich gönnen.

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