BVB reist mit voller Kapelle zum 1. FC Köln - Zorc fordert die richtige Schärfe

Pressekonferenz

Borussia Dortmund reist ohne Personalsorgen zum Auswärtsspiel beim 1. FC Köln. BVB-Trainer Lucien Favre kann gegen den Aufsteiger aus dem Vollen schöpfen. Personelle Härtefälle stehen an.

Dortmund

, 22.08.2019, 15:25 Uhr / Lesedauer: 3 min

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BVB-PK mit Favre und Zorc vor dem Köln-Spiel

Die gute Nachricht verkündete Lucien Favre gleich zu Beginn der Pressekonferenz. „Es sind alle fit außer Mateu Morey“, sagte der BVB-Trainer vor dem Auswärtsspiel seiner Mannschaft beim 1. FC Köln am Freitagabend (20.30 Uhr, live bei DAZN). Morey, Neuzugang vom FC Barcelona und Perspektivspieler bei Borussia Dortmund, laboriert weiter an den Folgen einer Schulterverletzung, die er sich im BVB-Trainingslager vor der Saison in der Schweiz zugezogen hat.

Bürki dürfte starten

Dagegen stehen Raphael Guerreiro nach auskuriertem Muskelfaserriss und Torhüter Roman Bürki nach verheilter Risswunde am Schienbein vor der Rückkehr in den Kader. Zumindest Bürki dürfte auf Anhieb zurück in die Startelf rutschen, für Guerreiro kommt ein Einsatz von Beginn an wohl noch zu früh.

Es ist durchaus auch eine denkbare Variante, dass Favre dem Portugiesen erst noch eine Trainingswoche zugestehen will, bevor er ihn zurück in den Kader beruft. Immer vorausgesetzt, der Europameister ist auch dann noch Spieler von Borussia Dortmund.

Noch gibt es keinen neuen Stand bei den Verhandlungen über eine vom BVB angestrebte Vertragsverlängerung. Man sei weiter in Gesprächen, erklärte BVB-Sportdirektor Michael Zorc am Donnerstag. „Eine Tendenz kann ich noch nicht geben. Wir sind ja nicht die Einzigen, die darüber entscheiden.“ Generell könne es noch Veränderungen im Kader geben, bis das Transferfenster schließt. „Es ist ja noch eine Woche Zeit.“

Komplizierterer Gegner als Augsburg

Unabhängig vom Personal erwartet den BVB aller Voraussicht nach eine kompliziertere Aufgabe als beim Saisonauftakt gegen den FC Augsburg (5:1). „Wir müssen wissen“, sagte Zorc, „dass es nicht so einfach wird, wie es gegen Augsburg in der zweiten Hälfte war. Köln wird aggressiver sein. Wir müssen die richtige Schärfe auf den Platz bekommen, das wird entscheidend sein, damit wir unsere spielerische Qualität durchbringen können.“

Und Favre erklärte: „Wir müssen auf alles vorbereitet sein. Köln ist bereit. Köln ist weiter als Augsburg, hat eine gute Basis und viel Qualität in der Mannschaft.“ Er erwarte einen „intensiv“ und „hoch“ anlaufenden Gegner.

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Diese Vermutung deckt sich mit den Ankündigungen seines Trainerkollegen aus Köln. Achim Beierlorzer, seit dieser Saison für den Effzeh in leitender Position an der Seitenlinie, fordert von seinem Team einen mutigen Auftritt gegen den Vizemeister aus Dortmund. „Wir dürfen nicht passiv werden. Wir dürfen dem BVB nicht komplett das Heft des Handelns in der Hand lassen. Das hat mit Laufarbeit zu tun, mit räumlicher Aufteilung und vor allen Dingen mit Mut. Wir brauchen viel Mut.“

„Druck auf Dortmund ausüben“

„Unangenehm“ will der Aufsteiger, der am ersten Spieltag 1:2 in Wolfsburg verlor, bei seinem ersten Heimspiel nach der Rückkehr in die Bundesliga für Borussia Dortmund sein. „Wir werden versuchen, die richtige Höhe zu finden, auf der wir Dortmund aufnehmen können. Ich bin nicht der Meinung, dass es gut ist, ihnen nur die letzten 30 Meter vor unserem Tor nicht zu geben und bespielt zu werden. Natürlich wird das passieren, dass wir mal ganz tief verteidigen müssen. Aber unsere Prinzipien müssen schon sein, dass wir auch Druck auf Dortmund ausüben. Damit sie eben nicht frei spielen können.“

Es scheint also, als erwarte den BVB ein anderes Spiel als gegen Augsburg am vergangenen Wochenende. Ziemlich unverändert dürfte allerdings die BVB-Startelf daherkommen. Bis auf Bürki im Tor hat Favre, der sich naturgemäß nicht in die Karten schauen lassen wollte, wenig Grund, etwas an seiner ersten Elf zu ändern.

Einzig Julian Brandt, der nach seiner Einwechslung gegen Augsburg mit einem Tor auf sich aufmerksam machte, könnte ein Kandidat für die offensive linke Außenbahn sein. Für ihn würde im Fall der Fälle ein anderer Neuzugang auf die Ersatzbank wandern: Thorgan Hazard.

BVB-Härtefälle stehen an

So oder so stehen die nächsten Härtefälle beim Personal an. 20 Spieler darf Favre in den Spieltagskader berufen. Für den Rest bleibt nur die Tribüne - oder in diesem Fall der Platz vor dem Fernseher auf dem heimischen Sofa.

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