Für Axel Witsel war es eine BVB-Saison mit Höhen und Tiefen. © imago / Kirchner-Media
Borussia Dortmund

BVB-Spielerzeugnis: Witsels Wirkung lässt nach – dann kommt der Knall

Im Januar verletzte sich Axel Witsel schwer. Es war nicht der einzige Rückschlag. Doch der BVB-Profi hatte auch private Glücksmomente - und darf noch ein sportliches Highlight erleben.

Axel Witsel dreht sich, bleibt ohne Gegnereinwirkung mit dem Stollen im Rasen hängen. „Es hörte sich in dem Moment so an, als ob ein Stück Holz in zwei Teile bricht“, sagte der Mittelfeldspieler des BVB später im Interview. Es war aber kein Holz, das zerbrach, sondern die Achillessehne, die in seinem Fuß riss. Mit der niederschmetternden Diagnose zerschlug sich Witsels Hoffnung, in der Rückrunde der abgelaufenen Saison noch einmal für die Borussia auf dem Platz zu stehen.

Bis zu seiner Verletzung war Witsel beim BVB Stammspieler

Bis zu seiner Verletzung am 15. Spieltag gegen RB Leipzig war der Belgier unangefochtener Stammspieler, stand in 13 Partien in der Startelf. Obwohl er seinen Platz im defensiven Mittelfeld sicher hatte, konnte der 32-Jährige allerdings nicht in allen Bereichen an seine starken Leistungen aus den ersten Saisons in Dortmund anknüpfen.

© Deltatre © Deltatre

Seine Präsenz im defensiven Mittelfeld und sein Offensivdrang ließen nach, dafür bestach Witsel immer noch mit großer Ballkontrolle und verlor auch in Bedrängnis selten die Übersicht. Dazu hatte er mit einer Passquote von 94,6 Prozent die zweithöchste aller Bundeliga-Spieler und konnte eine starke Zweikampfquote von 57 Prozent vorweisen. Mit seiner Spielweise stärkte er Balance und Sicherheit im Team, Tempo und Aggressivität verkörperte er weniger.

BVB-Profi Witsel infizierte sich mit dem Coronavirus

Trotzdem wog der Ausfall von Witsel am Ende nicht so schwer, weil BVB-Youngster Jude Bellingham und Mahmoud Dahoud in seiner Abwesenheit groß aufspielten. Der belgische Nationalspieler lobte die Entwicklung seiner Kollegen. „Ich freue mich, dass die jungen Spieler einen guten Job machen und dabei in ihrer eigenen Entwicklung Schritte nach vorn gehen. Denn es geht ja darum, dass mein Team gewinnt.“

Der Achillessehnenriss war nicht Witsels einziger gesundheitlicher Rückschlag in dieser Saison. Nach seiner Operation infizierten er und mehrere Familienmitglieder sich mit dem Coronavirus, vor allem Witsels Mutter traf es schwer. Ihr ging es erst nach zehn Tagen wieder besser. Ansonsten hatte der Lockenkopf in der Reha abseits des Fußballplatzes auch Grund zu Freude: Anfang Mai brachte seine Frau das dritte gemeinsame Kind zur Welt.

Witsel wurde mit anderen BVB-Mitspielern für die EM 2020 nominiert

Beflügelt vom Vaterglück und angestachelt von seinem Ehrgeiz, kämpfte Witsel in der Reha für sein Comeback. Dass er in der Bundesliga-Saison nicht mehr spielen würde, stand zwar fest – aber der Belgier wollte unbedingt an der EM 2020 teilnehmen. Und seine harte Arbeit wurde belohnt, denn Nationaltrainer Roberto Martinez nominierte ihn neben seinen BVB-Mitspielern Thorgan Hazard und Thomas Meunier für das belgische Aufgebot. Für Witsel war es also sportlich wie privat eine Saison, in der sich Höhen und Tiefen abwechselten.

Fazit:

Auch, wenn er von der Leistung her nicht an seine ersten Saisons bei der Borussia anknüpfen konnte, war Witsel bis zu seiner Verletzung immer noch Stammspieler. Das will er auch in der kommenden Spielzeit wieder sein. „Ich habe keine Angst davor, mich beweisen zu müssen. Ich weiß aber, dass ich um meinen Platz im Team werde kämpfen müssen“, sagte er selbstbewusst.

Im Sommer 2022 läuft sein Vertrag allerdings aus, dann ist Witsel 33 Jahre alt. „Ich habe zwar sicher keine zehn Jahre mehr im Profifußball vor mir, aber zwei, drei Jahre will ich noch spielen“, erklärte er im Interview mit den Ruhr Nachrichten. Und für ihn ist auch klar, wo: „Sollte ich in Dortmund bleiben können, wäre das gut, ich fühle mich wohl hier im Klub und in der Stadt.“

Über den Autor
Volontär
Hat im Mai 2020 in der für den Lokal-Journalismus aufregenden Corona-Zeit bei Lensing Media das Volontariat begonnen. Kommt aus Bochum und hatte nach drei Jahren Studium in Paderborn Heimweh nach dem Ruhrgebiet. Möchte seit dem 17. Lebensjahr Journalist werden.
Zur Autorenseite
Avatar

Der neue Lokalsport-Newsletter für Haltern

Immer freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Halterner Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.