Fünf Gründe, warum Joachim Löw jetzt bei BVB-Innenverteidiger Mats Hummels anrufen muss

Borussia Dortmund

Der Bundestrainer hat ein deftiges Problem: Wegen eines Kreuzbandrisses fällt Niklas Süle lange aus. Ein Anruf bei Mats Hummels könnte das Problem lösen. Diese fünf Gründe sprechen dafür.

Dortmund

, 21.10.2019, 14:23 Uhr / Lesedauer: 2 min
Fünf Gründe, warum Joachim Löw jetzt bei BVB-Innenverteidiger Mats Hummels anrufen muss

© picture alliance/dpa

1.) Eine völlig neue Lage: Als Joachim Löw vor dem Länderspiel in Dortmund vor zwei Wochen noch bekräftigte, dass er nicht daran denke, Mats Hummels zu nominieren, da war die Situation in der Defensive trotz einiger Ausfälle noch relativ entspannt.

Doch durch Süles Verletzung wackelt nun das gesamte Abwehrkonstrukt der DFB-Auswahl. Gladbachs Matthias Ginter, Chelseas Ersatzmann Antonio Rüdiger, Leverkusens Jonathan Tah, Herthas Niklas Stark, Thilo Kehrer von Paris oder der junge Freiburger Robin Koch sind sicher nicht die Spieler, die das Kommando in der Kette bei einer Europameisterschaft führen können.

Mats Hummels könnte das.

2.) Erfahrung fehlt – Hummels hat sie: Joachim Löw hat bereits erkannt, dass Süles Ausfall „für uns schmerzlich ist und er beeinträchtigt die Entwicklung unserer im Umbruch befindlichen jungen Mannschaft.“

Fünf Gründe, warum Joachim Löw jetzt bei BVB-Innenverteidiger Mats Hummels anrufen muss

Mats Hummels ist für die BVB-Defensive auch durch sein Kopfballspiel wichtig. © imago images/Eibner

Hummels‘ Erfahrung aus 70 Länderspielen, 307 Bundesligaspielen und 53 Partien in der Champions League würde der jungen Verteidiger-Generation des DFB ohne Zweifel dabei helfen, sich zu entwickeln. Die jüngsten Spiele der Nationalelf haben Abwehrprobleme aufgezeigt, die Mats Hummels minimieren würde.

3.) Leistung muss zählen: Es kann nicht allein am Geburtsdatum liegen, ob ein Spieler für die Nationalelf spielt oder nicht. Entscheidend sein muss die Leistung – und die stimmt bei Mats Hummels: 64 Prozent seiner Zweikämpfe gewinnt der frühere Weltmeister im Trikot des BVB, in Kopfballduellen ist seine Quote noch besser.

Fünf Gründe, warum Joachim Löw jetzt bei BVB-Innenverteidiger Mats Hummels anrufen muss

Die Statistiken von Mats Hummels aus dieser Bundesliga-Saison können sich sehen lassen. © deltatre

Hummels besticht zudem durch eine fast 90-prozentige Passquote, eine sehr gute Spieleröffnung und Führungskraft auf dem Platz. In der Champions League gegen den FC Barcelona bewies Hummels jüngst, dass er im Alter von 30 Jahren noch immer zur internationalen Klasse zählt.

Wenn Löw im nächsten Jahr Europameister werden will, dann braucht er solch einen routinierten Recken auf Top-Niveau.

4.) Das Tischtuch ist nicht zerschnitten: Löw hat mit der Ausbootung von Hummels zunächst Mut bewiesen und den Umbruch ohne Rücksicht auf große Namen eingeläutet. Hummels war enttäuscht ob der Entscheidung des Bundestrainers und hatte die Art der Kommunikation seitens des DFB bemängelt.

Doch der Dortmund-Rückkehrer hatte sich eine Hintertür zum DFB stets offengelassen und lieferte im Klub starke Spiele und damit Argumente für sich ab, anstatt sich beleidigt zu geben. Während des Länderspiels in Dortmund besuchte er den DFB-Tross und er betonte, ans Telefon zu gehen, falls ihn der Bundestrainer anrufen würde.

Das Verhältnis Hummels/Löw ist also keineswegs irreparabel belastet.

5.) Die Zeit drängt: Der Nationalelf muss der Spagat gelingen zwischen der aktuellen Qualifikation für die EM und dem Einspielen des neu formierten Teams eben für das kontinentale Turnier im Sommer 2020.

Schon Mitte November geht es gegen Weißrussland und Nordirland um wichtige Punkte, Patzer dürfen da nicht passieren. Und im Frühjahr beginnt dann die finale Vorbereitungsphase, in der Experimente abgeschlossen sein sollten, in der das Stammteam stehen muss.

Mit Mats Hummels wäre dies deutlich besser aufgestellt.

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