BVB stellt Stadion als Corona-Behandlungszentrum zur Verfügung

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Borussia Dortmund stellt sein Stadion zur Verfügung, um Coronavirus-Verdachtsfälle besser versorgen können. Der Standort sei optimal. Wo sonst Fans jubeln, entsteht eine große Arztpraxis.

Dortmund

, 03.04.2020, 14:44 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Fußball-Bundesligist Borussia Dortmund stellt das größte Fußballstadion Deutschlands für den Kampf gegen das Corona-Virus zur Verfügung“, heißt es einleitend in einer Pressemitteilung des BVB. Der Signal Iduna Park wird ab Samstag im Bereich der Nordtribüne zweckentfremdet.

Versorgung von Coronavirus-Verdachtsfällen im BVB-Stadion

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Nicht der Fußball, sondern die Versorgung von Coronavirus-Verdachtsfällen sowie Patienten mit entsprechenden Beschwerden stehe im Mittelpunkt. „Der BVB hat das Areal gemeinsam mit der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) eigens umgebaut“, teilt der Verein mit.

Das Corona-Behandlungszentrum im Dortmunder Stadion befindet sich in der vierten Etage der Nordtribüne. „Der Zugang erfolgt – gut ausgeschildert – über den Vorplatz des Stadions. Dort, direkt an der Strobelallee, werden auch Parkplätze zur Verfügung stehen“, heißt es. Das Behandlungszentrum werde täglich von 12 bis 16 Uhr geöffnet sein, eine vorherige Anmeldung sei nicht notwendig.

BVB-Geschäftsführer sind sich der Verantwortung bewusst

„Unser Stadion ist das Aushängeschild der Stadt, für fast jeden in Dortmund und Umgebung ein Fixpunkt und durch seine technischen, infrastrukturellen und räumlichen Bedingungen der ideale Ort, um gerade jetzt Menschen aktiv zu helfen, die potenziell vom Corona-Virus infiziert sind bzw. über entsprechende Beschwerden wie Atemwegserkrankungen und Fieber klagen,“ werden Hans-Joachim Watzke (Vorsitzender der Geschäftsführung) und Carsten Cramer (Geschäftsführer) gleichermaßen zitiert.

Weiter heißt es: „Es ist unsere Pflicht und unser Wunsch, alles in unserer Macht stehende dafür zu tun, dass diesen Menschen geholfen wird. In der KVWL haben wir einen perfekten Partner an unserer Seite, um diesen Kampf erfolgreich zu führen.“

Die – ambulanten, nicht stationären – neuen Behandlungsstrukturen im Signal Iduna Park richten sich ausschließlich an diejenigen Patienten, die einen Verdacht auf eine Covid-19-Infektion sowie behandlungsbedürftige Beschwerden aufweisen.

Patienten erhalten Medikamente und können sich krankschreiben lassen

In den Räumen unter der Nordtribüne können sich Patienten behandeln lassen und auch Abstriche für einen Test auf eine Infektion mit dem Coronavirus vornehmen lassen.

In dem Zentrum arbeiten niedergelassene Ärzte in entsprechender Schutzkleidung. Sie haben Zugriff auf Medikamente und können Krankschreibungen veranlassen.

Kapazitäten müssen erweitert werden

Laut der KVWL soll das Behandlungszentrum verhindern, dass Menschen mit Covid-19-Symptomen in die Hausarztpraxen gehen. Der Hausarzt bleibe aber erster Ansprechpartner für Patienten. „In dem Zentrum wird die Schwere der Erkrankung ärztlich eingeschätzt und entschieden, ob die Patienten weiter ambulant betreut werden können oder in eine Klinik eingewiesen werden müssen.“

Die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe hat Mitte März das erste Dortmunder Corona-Behandlungszentrum am Klinikum Nord an den Start gebracht. Am Klinikum Nord wurden in den ersten zwei Wochen seit Eröffnung des Corona-Behandlungszentrums rund 2500 Patienten behandelt.

„Die Kollegen leisten wirklich hervorragende Arbeit, aber wir haben gemerkt, dass wir unsere Kapazitäten dringend erweitern müssen“, werden Dr. Volker Schrage, 2. Vorsitzender der KVWL und Vorstandsmitglied Thomas Müller zitiert.

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