BVB-Strategie bei Sancho geht auf - mehr als nur ein Ausbildungsverein

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Jadon Sancho bleibt beim BVB. Borussia Dortmund hat sich im Ablöse-Poker mit Manchester United für die harte Linie entschieden - und richtig gehandelt. Tobias Jöhren kommentiert.

Bad Ragaz

, 10.08.2020, 18:46 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nun ist es also amtlich: Jadon Sancho bleibt bei Borussia Dortmund, Manchester United hat sich an der Verhandlungsstrategie der BVB-Bosse die Zähne ausgebissen. Es gab eine Zahl und ein Datum. 120 Millionen Euro bis zum 10. August - oder Sancho spielt weiter in Schwarzgelb.

BVB-Vertrag von Jadon Sancho ohne Ausstiegsklausel

Diese Ansage, die Hans-Joachim Watzke nach Informationen der Ruhr Nachrichten bereits Ende Juni telefonisch in Manchester hinterlegt hatte, war nicht geblufft. Und sie war fair, auch für den Spieler. In Raten hätte gezahlt werden dürfen, aber bitteschön keinen Cent weniger. Und auch nicht später. Am Ende mussten die Red Devils die Hände heben, und Sancho muss seinen Wechselwunsch in die Premier League nun mindestens noch ein Jahr länger mit sich herumtragen.

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Entscheidung gefallen: Sancho bleibt beim BVB

Dabei spielte der Fakt, dass Michael Zorc seine Hausaufgaben einmal mehr in bester Streber-Manier erledigt hatte, Borussia Dortmund freilich in die Karten. Denn der BVB-Sportdirektor hatte, das ist eine Neuigkeit, die alle BVB-Fans entzücken dürfte, den Vertrag mit Sancho bereits im vergangenen Jahr stillschweigend um ein weiteres Jahr bis 2023 verlängert, nach Informationen der Ruhr Nachrichten ohne Ausstiegsklausel. Sanchos Gehalt wurde an seine herausragenden Leistungen angepasst, er ist nicht mehr weit entfernt von den Topverdienern in Dortmund.

Jadon Sancho bleibt - BVB verschafft sich Planungssicherheit

Für den BVB ist das gewiss keine ganz günstige Angelegenheit, aber sie verschafft Planungssicherheit. Planungssicherheit, dass der Topscorer der vergangenen Spielzeit auch in der neuen Saison das Offensivspiel beleben wird. Und vor allem auch die Planungssicherheit, dass Sancho auch im nächsten Sommer noch richtig teuer sein wird, falls die ganz großen Klubs dieser Fußballwelt Interesse an einer Verpflichtung des Dribblers haben sollten.

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Und die klare Ansage in der Personalie Sancho ist auch ein Zeichen an die eigenen Ansprüche. Ein bisschen mehr als nur ein Ausbildungsverein für die besten und reichsten Vereine auf dem Planeten möchte man sein - und man muss sich nicht kleiner machen als man ist, auch nicht in der Corona-Krise. Vielleicht nimmt das ja sogar Uli Hoeneß beeindruckt zur Kenntnis, der dem BVB jüngst vorgeworfen hatte, eine „unkluge“ Transferstrategie zu verfolgen. Im Fall Sancho hat Borussia Dortmund bewiesen, dass er nicht nur Stärke demonstrieren, sondern auch tatsächlich stark sein kann.

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