BVB-Torhüter Roman Bürki: „Ich gehe nach Hause - und bleibe dort“

Borussia Dortmund

Die Corona-Pandemie verlangt auch den Profi-Fußballern einiges ab. BVB-Torhüter Roman Bürki geht mit gutem Beispiel voran - und lobt Marwin Hitz und Youssoufa Moukoko.

Dortmund

, 20.11.2020, 12:12 Uhr / Lesedauer: 3 min
BVB-Torhüter Roman Bürki weiß um die besonderen Herausforderungen während der Corona-Pandemie.

BVB-Torhüter Roman Bürki weiß um die besonderen Herausforderungen während der Corona-Pandemie. © imago / Kirchner-Media

Zu Saisonbeginn durchlebte Roman Bürki eine schwierige Phase, er musste Marwin Hitz einige Wochen den Vortritt lassen. Seit dem Revierderby ist der 30-Jährige zurück im Tor von Borussia Dortmund. Über die Zeit auf der Ersatzbank, defensive Stabilität, Top-Talent Youssoufa Moukoko und die besonderen Herausfordrungen der Corona-Pandmie sprach der Schweizer jetzt im BVB-Podcast.

BVB-Torhüter Roman Bürki über ...


… Youssoufa Moukoko: „Ich nehme ihn sehr positiv wahr. Er hängt sich rein im Training. Und ich glaube, dass er sehr gut beraten ist und gute Leute um sich herum hat. Er ist ein Talent, dass ich so noch nie gesehen habe. Wir haben viele junge Spieler im Team, aber erst ist noch mal jünger - und er macht alles so gut, das war eine große Überraschung für mich. Ich freue mich enorm für ihn. Und hoffe, dass er vielleicht schon in Berlin zu seinem ersten Einsatz kommt.“

Jetzt lesen

… über die veränderte Kommunikation auf dem Platz: „Es ist ein Unterschied, ja. Defensiv können wir sehr gut kommunizieren, wir haben wenige Gegentore gekriegt, und ich bin davon überzeugt, dass es auch daran liegt, dass wir uns besser verständigen können. Wir können uns darauf aufmerksam machen, wo der Gegner steht, auf welcher Seite wir aufpassen müssen.“


... über die bessere Defensivarbeit: „Wir haben es zuletzt sehr gut gemacht - bis zum Bayern-Spiel. Gegen Lazio haben wir uns unnötig in Bedrängnis gebracht. Es hilft, dass wir hinten mehr oder weniger zusammengeblieben sind. Mit Mats, Emre und Manu haben wir verschiedene Möglichkeiten. Und mit Thomas ist ein erfahrener Spieler dazugekommen, der weiß, worum es geht.“


… über die Dreier- und Viererkette: „Im ersten Spiel mit Viererkette war es schon eine Umstellung, vor allem im Spielaufbau. Sonst hatte ich immer viele Anspielstationen, mit der Viererkette wusste der Gegner ganz genau, wie wir zuzustellen sind, weil dann nur eine gewisse Anzahl an Mitspielern zur Verfügung steht. Jetzt sind wir aber drin - und fühlen uns wohl mit der Viererkette.“

Jetzt lesen

… über Kritik und den Umgang damit: „Ich habe sehr viel Kritik einstecken müssen zu Beginn meiner Karriere. Da ist es wichtig, dass man Leute hat, die einem zuhören, sei es jemand aus der Familie oder ein neutraler Zuhörer, der sich auskennt. Ich habe mit einem Mentaltrainer geredet, habe ihm meine Gefühle erläutert. Er hat mir einen Weg gezeigt, wie mit Kritik umzugehen ist. Wichtig ist: Fußball ist ein schnelllebiges Geschäft. Drei Tage später kann man schon wieder beweisen, dass der Fehler ein Ausrutscher war.“


… über die Corona-Krise: „Ich bin froh, dass wir spielen dürfen. Klar, ich schaue Nachrichten, hoffe, dass die Fallzahlen wieder sinken. Ich habe einen Kumpel in Amerika, der kann immer noch nicht ausreisen. Eigentlich will er zurück zu seiner Familie, darf aber nicht. Ich selbst habe fast täglich Kontakt zu meiner Familie, zu meinen Eltern und meinem Bruder. Meine Mutter ist Lehrerin, vor allem in Schulen ist es gefährlich. Sie hatten dort einen Fall, da war sie in Quarantäne. Zum Glück war ihr Test negativ.“


… über seinen aktuellen Tagesablauf: „Ich verlasse meine Wohnung so wenig wie möglich. Meine Hauptbeschäftigungen sind Fußball und Zocken. Wir haben eine große Verantwortung, müssen schauen, dass die Bundesliga weitergeht. Wenn einer unserer Spieler positiv ist, kann es schnell passieren, dass sich jemand ansteckt. Wenn wir trainiert haben, nehme ich das Essen mit, gehe nach Hause - und bleibe dort.“

Jetzt lesen

… über die Zeit, als Marwin Hitz im Tor stand: „Es war mir klar, dass ich nach meiner Krankheit eine Weile brauche, um wieder fit zu werden. Dann kam die Nationalmannschaftspause, ich habe mich wieder gut gefühlt. Trotzdem hat der Trainer auf Marwin gesetzt. Das ist überhaupt kein Problem, Marwin ist ein Bundesliga-Torhüter, das ist keine Frage. Der Trainer hat anscheinend noch nicht den richtigen Zeitpunkt gesehen, mich wieder zu bringen. Verständlicherweise haben das die Medien aufgegriffen. Ich sehe es aber eher als Vertrauensbeweis für Marwin. Dass wir wissen, dass er wichtige Spiele spielen kann. Von daher war es für mich eigentlich auch ok. Ich bin einfach froh, dass ich jetzt wieder zwischen den Pfosten stehe.“

Lesen Sie jetzt