BVB-Torjäger Alcacer: Ein Teil der Fans hat mich schlecht behandelt

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Paco Alcacer verbrachte zwei unglückliche Jahre beim FC Barcelona. Jetzt trifft er mit dem BVB in der Champions League auf seinen Ex-Klub. Mit guten und schlechten Erinnerungen.

Dortmund

, 16.09.2019, 07:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der FC Barcelona wäre mal ein schöner Gegner, tuschelten mehrere Borussen vor der Auslosung der Champions League. Mit diesen Gedanken dürfte auch Paco Alcacer gespielt haben. Auf das Wiedersehen mit seinem Ex-Klub freut sich der spanische Nationalspieler in Diensten von Borussia Dortmund besonders, aus mehreren Gründen.

Alcacer erlebt in Barcelona zwei trostlose Jahre

Als Torjäger in bestechender Form kann er auf der prestigeträchtigen Bühne der Champions League zeigen, dass es damals ein Fehler der Verantwortlichen war, nicht auf ihn gesetzt zu haben. Dass Barca ihn ziehen ließ, noch dazu vergleichsweise billig für wenig mehr als 20 Millionen Euro, bescherte den Katalanen in der Heimat bereits jede Menge Spott und Hohn.

  • Paco Alcacer in Barcelona: 50 Einsätze (2287 Minuten) in zwei Jahren, 15 Tore. Das macht 152 Minuten pro Tor.
  • Alcacer bei Borussia: 38 Einsätze (2162 Minuten) in einem Jahr, 26 Tore. Das macht 83 Minuten pro Tor.

Jetzt, wo Alcacer trifft und trifft, lässt sich das leicht sagen. Im Sommer 2018 fand sich Francisco Alcacer Garcia, kurz „Paco“ genannt, in einer Sackgasse wieder. Zwei trostlose Jahre hatte er beim großen Renommierklub mehr zugesehen als mitgemischt. An Messi, Suarez oder Neymar gab es kein Vorbeikommen. Einem der größten spanischen Sturmtalente blieb meist nur die Bank. Und dann der Ausweg. Nach Dortmund. „Die Situation in Barcelona war nicht so wie erhofft, ich hätte gerne mehr gespielt.“

Dass ihn die Vergangenheit in Barcelona geprägt, aber nicht geknickt hat, zeigte sein Lachen, als er auf die Champions League angesprochen wurde und die Chance auf ein Rendezvous. „Es wäre schön, gegen Barca zu spielen“, sagte er, noch bevor die Gruppenphase ausgelost wurde. „Je später, desto besser.“

Alcacer blüht beim BVB auf

Nun kommt es früh zum Wiedersehen, gleich zum Auftakt der Gruppenphase der neuen Spielzeit in Europas Königsklasse. Ein wichtiges, ein richtungweisendes Spiel. Und rechtzeitig zum Treffen mit der Ex blüht Alcacer auf. In acht Pflichtspielen für den BVB und Spaniens Nationalmannschaft erzielte er zehn Tore. Der Fokus vor allem der Spanier wird am Dienstag auf ihm liegen, alle werden sich an ihn erinnern, an einen aufstrebenden Stürmer, der auf großer Bühne floppte. Wie er sich an seine Zeit in Barcelona erinnert, tat er jetzt selber kund.

BVB-Torjäger Alcacer: Ein Teil der Fans hat mich schlecht behandelt

© Deltatre

Gegenüber der Radiostation Cadena SER sagte Alcacer: „Viele Leute haben sich mir gegenüber sehr gut verhalten und andere haben sich sehr schlecht benommen. Die Spieler haben sich sehr gut benommen, die Fans meist auch, obwohl mich ein Teil schlecht behandelt hat. Die sich sehr gut benahmen, haben meinen Respekt verdient.“

Alcacer startet beim FC Valencia durch

Als respektlos wird er sicher die Schmähungen empfunden haben, die seinen Namen verspotteten. Aus Paco machten die Fans „paquete“, was wörtlich übersetzt „Paket“ bedeutet, auf Fußball-Deutsch aber eher „Niete“ oder „Flasche“. Denn Alcacer gelang ja tatsächlich wenig beim FC Barcelona. Beim FC Valencia stieg sein Stern früh und steil auf, beim amtierenden spanischen Meister verblasste er.

BVB-Torjäger Alcacer: Ein Teil der Fans hat mich schlecht behandelt

Alcacer durchlebte beim FC Barcelona eine schwierige Zeit © dpa

In Teilen scheint das nachvollziehbar. Alcacer ist keine Kombinationsmaschine, die für ein Tiki-Taka katalanischer Prägung prädestiniert wäre. Auch in Dortmund, wo er mit seiner Trefferquote Rekorde sprengt, agiert er meist als reiner Abschlusstürmer. Er benötigt nicht viele Ballkontakte, oft reicht ihm die Fußspitze, um im Strafraum den Pässen die entscheidende Richtungsänderung mitzugeben. Wie Alcacer mit ganz wenigen Spielanteilen spielentscheidende Aktionen gelingen, das imponiert. Sein Riecher ist phänomenal. BVB-Sportdirektor Michael Zorc sagt: „Er ist ein echter Torjäger von hoher fußballerischer Qualität, der schon einige wichtige Spiele für uns entschieden hat.“

Alcacer will es den Barca-Fans beweisen

Mindestens zwei ganz wichtige Partien stehen in den nächsten Wochen an. Wenn Alcacer gegen Barcelona seine Erfolgssträhne aufrechterhalten kann, wird danach auch niemand mehr von einem „paquete“ sprechen. In Dortmund wissen sie längst, was Alcacer kann. Jetzt sollen es auch der FC Barcelona und seine Fans zu spüren bekommen.

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