BVB-Keeper Roman Bürki. © imago images/Team 2
Borussia Dortmund

BVB-Transferupdate: So geht es mit Roman Bürki weiter

Roman Bürki hat bei Borussia Dortmund keine Zukunft mehr, ein Vereinswechsel ist aber noch nicht in Sicht. Eine pikante Konstellation droht. BVB-Sportdirektor Michael Zorc äußert sich.

Mit vier Punkten aus den drei Vorrundenspielen dürfte die Schweizer Nationalmannschaft selbst als Tabellendritter der EM-Gruppe A noch gute Chancen auf die K.o.-Runde bei der Europameisterschaft besitzen – das hat direkten Einfluss auf den Dienstbeginn der designierten neuen Nummer eins im Tor von Borussia Dortmund. Wann Gregor Kobel seinen ersten Arbeitstag als Angestellter des BVB haben wird, darüber gibt es mehr Klarheit erst am Mittwoch, wenn die Tabellenkonstellationen in allen EM-Gruppen feststehen. Die vier besten der sechs Tabellendritten erhalten nach der Ausweitung der EM auf 24 Teams noch ein Ticket fürs Achtelfinale.

Kobel wird verspätet zum BVB-Team stoßen

Sicher ist, dass Kobel unabhängig vom Abschneiden der Schweizer verspätet zum Team des neuen Trainers Marco Rose stoßen wird. Immer wahrscheinlicher wird auch, dass er dann auf beide Vorgänger im BVB-Tor treffen wird. Marwin Hitz soll nach auskurierter Knieverletzung möglichst schnell wieder das normale Trainingsprogramm mitmachen, nach aktuellem Stand wird Kobel dann aber auch noch auf Roman Bürki treffen.

Französische Medien berichteten am Montag von geplatzten Verhandlungen Bürkis über einen Wechsel zur AS Monaco. Mit dem Tabellendritten der Ligue 1 sei keine Einigung erzielt worden, hieß es. Michael Zorc spricht derweil nur von „wenig Bewegung“ auf dem Transfermarkt. Und speziell zu Bürki: „Es gibt nichts zu vermelden!“

BVB-Sportdirektor Zorc möchte nichts von einer pikanten Konstellation wissen

Von einer pikanten Konstellation möchte Borussia Dortmunds Sportdirektor selbst dann nichts wissen, wenn der ausgebootete Torhüter sich weiter mit der Vereinssuche schwertun würde und dann im Juli irgendwann auf seinen designierten Nachfolger treffen könnte. In solchen Fällen ist es auch gar nicht mal so außergewöhnlich, dass sich eine Neuverpflichtung und ein abwanderungswilliger Positionskonkurrent noch begegnen, wenn sich ein gewünschter Transfer bis dahin noch nicht realisieren ließ.

Dennoch ist der Fall Bürki ein wenig anders gelagert und besonders. In Dortmund zählt der Schweizer auch dank der Vertragsverlängerung bis 2023, die Klub und Spieler vor einem Jahr vereinbarten, zu den Besserverdienern. Dazu hat der 30-Jährige nach sechs Jahren BVB, in denen er bis auf eine Ausnahme immer in der Champions League spielte, gewisse Anforderungen an einen potenziellen neuen Arbeitgeber. „Sportlich attraktiv und zahlungskräftig“ steht im Profil, ein Klub mit einer gewissen Strahl- und Anziehungskraft wäre auch nicht schlecht – Rahmenbedingungen, die nicht so einfach unter einen Hut zu bringen sind.

Offene Posten bei den Top-Klubs sind für BVB-Keeper Bürki rar gesät

Denn bei den internationalen Top-Klubs sind die offenen Posten im Tor rar gesät. Gut möglich also, dass Bürki Geduld braucht und sich er und Nachfolger Kobel auch dann noch im BVB-Training begegnen werden, wenn sich der Einstieg des 15-Millionen-Neuzugangs durch eine erfolgreiche EM der Schweizer noch weiter nach hinten verschieben würde.

Generell sollen alle bei der EM beschäftigten BVB-Spieler je nach Abschneiden anschließend drei Wochen Urlaub bekommen. Das erscheint vor dem Hintergrund einer komprimierten und intensiven Saison, in der er es auch erstmals seit zig Jahren wieder keine Winterpause gegeben hat, aus medizinischer und psychologischer Sicht angeraten. In Einzelfällen, das hat der BVB schon angedeutet, könnten es aber auch weniger als die 21 Tage Urlaub sein, das wird dann die Profis betreffen, die bei der EM wenig belastet wurden und die, die sehr lange im EM-Turnier verbleiben. Denn spätestens in den neun Tagen im Trainingslager in den Schweizer Alpen möchte Rose ab dem 23. Juli seinen neuen Kader weitgehend komplett beisammen haben.

Der BVB erwartet Bürki zum Trainingsstart

Wenn die Dortmunder Profis am 1. Juli zu ersten Corona- und medizinischen Tests zusammenkommen, wird auch Bürki mit dabei sein – sollte sich nicht noch eine Blitz-Einigung mit einem neuen Klub erzielen lassen oder anbahnen. „Roman hat einen gültigen Vertrag, daher erwarten wir ihn zum Trainingsstart in Dortmund“, bestätigt Zorc auf Anfrage der Ruhr Nachrichten. Da Kobel dann noch sicher fehlen wird, hilft Bürkis Anwesenheit dem neuen Coach Marco Rose sogar, um in der noch sehr überschaubar großen Gruppe eine geregelte Trainingsarbeit gewährleisten zu können.

Auch einige weitere Rückkehrer, die nach beendeten Leihgeschäften ab dem 1. Juli wieder gültige BVB-Verträge haben, werden zum Start noch schwarzgelbe Trainingsklamotten überstreifen. Zwar ist Marius Wolf, Sergio Gomez und Immanuel Pherai mitgeteilt worden, dass mit ihnen nicht geplant wird. Mehr als „einige lose Anfragen“, so Zorc, habe es aber bislang nicht gegeben. „Da war nichts Konkretes dabei. Man braucht Geduld in diesem Transfersommer, Corona hat den gesamten Markt verändert.“

Über den Autor
BVB-Redaktion
Dirk Krampe, Jahrgang 1965, war als Außenverteidiger ähnlich schnell wie Achraf Hakimi. Leider kamen seine Flanken nicht annähernd so präzise. Heute nicht mehr persönlich am Ball, dafür viel mit dem Crossbike unterwegs. Schreibt seit 1991 für Lensing Media, seit 2008 über Borussia Dortmund.
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