Richmond Tachie und Niklas Dams trösten BVB-Torhüter Luca Unbehaun nach dessen Fehler, der zum frühen 0:1-Rückstand führte. © Thomas Bielefeld
Borussia Dortmund

BVB-U23: Torwartpatzer, Rote Karte und erste Saison-Pleite in Osnabrück

Im fünften Spiel hat es die BVB-U23 erstmals erwischt. Beim VfL Osnabrück unterlag die Elf von Enrico Maaßen mit 1:2. Eingeleitet wurde die Niederlage von einem bösen Schnitzer.

Zuletzt gab es neben viel Lob stets auch Zählbares für Borussia Dortmunds Drittliga-Filiale. Zumindest in erster Hinsicht machte auch die Begegnung beim VfL Osnabrück am Mittwochabend da keine Ausnahme. Der BVB sei „die vielleicht beste U23-Mannschaft, die es aktuell in Deutschland gibt“, adelte VfL-Trainer Daniel Scherning die Schwarzgelben vor dem Anpfiff bei „Magenta Sport“. In zweiter Hinsicht aber ging der BVB diesmal leer aus. Denn aus dem Lob für die Gäste erwuchs keinerlei Ehrfurcht seitens der Osnabrücker. Die Niedersachsen gewannen mit 2:1 und verpassten dem Aufsteiger damit die erste Saison-Niederlage.

BVB-Torwart Luca Unbehaun patzt bei frühem Rückstand

BVB-Coach Enrico Maaßen hatte gegenüber dem 0:0 gegen Saarbrücken nur eine Änderung vorgenommen. Für den bei den Profis weilenden Antonios Papadopoulos brachte er Berkan Taz. Anders als zuletzt gelang es der Borussia nicht sofort, ihr Tempo auf den Platz zu bringen. Zu allem Überfluss setzte es bereits nach 14 Minuten den ersten Rückschlag. Einen Rückpass von Niklas Dams verdaddelte Luca Unbehaun. Der BVB-Torwart ließ sich das Leder von Marc Heider abluchsen, der zum 1:0 für den VfL einschob.

Dennoch hatten die Dortmunder gute Gelegenheiten, um noch vor der Pause zum Ausgleich zu kommen. In der 29. Minute traf Immanuel Pherai nach feinem Zuspiel des agilen Tobias Raschl die Latte, da sein Schuss noch von VfL-Innenverteidiger Lukas Gugganig abgefälscht wurde. Raschl selbst hätte zum 1:1 egalisieren können, nachdem Richmond Tachie im Strafraum von Sven Köhler umgemäht wurde. Den fälligen (mittig geschossenen) Elfmeter aber parierte Osnabrücks Keeper Philipp Kühn.

BVB im Pech: Kein Elfmeter nach Foul an Ansgar Knauff

Darüber hinaus war der BVB im Pech, als Schiedsrichter Patrick Kessel ihm nach einem Foul von Omar Traore an Ansgar Knauff einen weiteren Strafstoß verwehrte (20.). Der 0:1-Rückstand nach 45 Minute spiegelte also keineswegs die Kräfteverhältnisse wider. Es dauerte auch nicht lang, ehe die Borussen nach Wiederanpfiff verdientermaßen egalisierten. Richmond Tachie eroberte den Ball, servierte für Berkan Taz und der setzte sich gegen Maurice Trapp durch – 1:1 (53.).

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3. Liga, 5. Spieltag: VfL Osnabrück – BVB II 2:1 (1:0)

In der Folge wirkte der VfL wesentlich entschlossener als zuvor, kam durch Marc Heider (58.) und Sebastian Klaas (64.) zu zwei Chancen. In beiden Fällen aber war Unbehaun zur Stelle. Osnabrück war nun im Aufwind – und ab der 69. Minute auch in Überzahl. Nach einem Ballverlust von Tachie in der eigenen Hälfte starteten die Gastgeber durch. Lennard Maloney foulte Heider kurz vorm Strafraum und sah dafür Rot. Den anschließenden Freistoß wuchtete Lukas Gugganig an den Pfosten.

BVB nach Maloney-Platzverweis nur kurz in Unterzahl

In der 74. Minute belohnte sich der VfL für seine Druckphase und markierte über den eingewechselten Lukas Kunze den abermaligen Führungstreffer zum 2:1. Eine knappe Viertelstunde vor Schluss waren zumindest die numerischen Verhältnisse wieder ausgeglichen. Der bereits verwarnte Ulrich Taffertshofer sah nach einem Foul an Raschl Gelb-Rot. Die Dortmunder konnten daraus aber kein Kapital mehr schlagen.

Der gebürtige Osnabrücker Steffen Tigges, acht Jahre im Dienst des VfL, sagte bei „Magenta Sport“: „Ich verliere auch hier sehr ungern. Wir haben ein gutes Spiel, aber auch ein paar Fehler in den entscheidenden Situationen gemacht.“ Ähnlich sah es sein Trainer. „Wir haben gebraucht, um reinzukommen und hatten auch am Gegentor zu knabbern. Für viele Spieler war es das erste Mal vor so einer großen Kulisse – insofern war es auch ein Lerneffekt für uns“, sagte Enrico Maaßen nach der ersten Niederlage. Dass Luca Unbehaun und Ansgar Knauff jüngst eine Einladung zur U20-Nationalmannschaft für die beiden Länderspiele gegen Tschechien und Norwegen erhalten haben, war da nicht nur für ihn ein schwacher Trost.

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