BVB verlängert mit Sancho: Nicht mal die Aktionäre bekommen es mit

Borussia Dortmund

Der BVB muss Ad-hoc-Meldungen herausgeben, wenn durch eine Handlung der Aktienkurs beeinflusst werden könnte. Bei der Vertragsverlängerung von Jadon Sancho geschah das nicht. Warum?

Dortmund

, 12.08.2020, 16:25 Uhr / Lesedauer: 2 min
BVB verlängert mit Sancho: Nicht mal die Aktionäre bekommen es mit

© Inderlied / Kirchner-Media

Die heimliche Vertragsverlängerung von Jadon Sancho ist seit Montag das Gesprächsthema Nummer eins rund um Borussia Dortmund. Denn sie erlaubte es dem Verein nun, dem geplanten Wechsel des Engländers zu Manchester United einen Riegel vorzuschieben. Im Sommer 2021 läuft der Kontrakt des Dribbelkünstlers noch weitere zwei Jahre und dann kann immer noch eine hohe Ablöse generiert werden. Doch warum gab es keine Ad-hoc-Meldung, obwohl es sich beim BVB um einen börsennotierten Klub handelt? Wurde eventuell gegen die Börsenpflicht verstoßen?

BVB hatte keine Ad-hoc-Pflicht bei Vertragsverlängerung von Sancho

Hintergrund: Die Gesetze schreiben vor, dass die den Aktienkurs beeinflussenden Informationen sofort veröffentlicht werden müssen. Wäre dann die Verlängerung des Vertrags mit einem der wichtigsten Spieler nicht meldepflichtig gewesen? „Nein“, sagte BVB-Mediendirektor Sascha Fligge gegenüber „Sport1“, „eine Ad-hoc-Pflicht war im Fall der Vertragsverlängerung von Jadon Sancho nicht gegeben.“

Doch was unterscheidet diesen Fall von denen aus der Vergangenheit? Abgänge wie die von Christian Pulisic, Pierre-Emerick Aubameyang oder Ousmane Dembele wurden umgehend vermeldet. Die sogenannte BaFin, die zuständige Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, äußerte sich gegenüber „Sport1“: „Wir sehen nach den uns derzeit vorliegenden Informationen darin eher keine Ad-hoc-Pflicht. Denn dem BVB fließen hierdurch weder Transfererlöse zu noch ergeben sich Auswirkungen auf die unmittelbar sportliche Qualität des Kaders.“

Jadon Sancho: Darum musste der BVB keine Ad-hoc-Meldung herausgeben

Insiderinformationen sind hiernach nicht öffentlich bekannte, präzise Informationen, die direkt oder indirekt einen oder mehrere Emittenten oder ein oder mehrere Finanzinstrumente betreffen. Würden sie öffentlich bekannt, wären sie dazu geeignet, den Kurs dieser Finanzinstrumente oder den Kurs damit verbundener derivativer Finanzinstrumente erheblich zu beeinflussen.

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Was kompliziert klingt, ist eigentlich relativ simpel: Solange kein Einfluss auf den Aktienkurs zu erwarten ist, bedarf es keiner Ad-hoc-Meldung. Die hätte es allerdings gegeben, wenn Sancho den Verein für mehr als 100 Millionen Euro verlassen hätte, wie Fligge bestätigte.

Geplatzter Sancho-Deal: Frust in Manchester, Freude beim BVB

Der geplatzte Sancho-Deal sorgt jedenfalls für viel Frust bei ManU, die Reaktionen der Fans fallen dementsprechend aus. Die BVB-Profis hingegen freuen sich über den Verbleib ihres offensiven Dribbelkünstlers.

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