Dan-Axel Zagadou und Youssoufa Moukoko (r.) verpassten das BVB-Saisonfinale verletzungsbedingt. © imago images/Christian Schroedter
Saisonvorbereitung

BVB-Verletztenupdate: So plant Borussia Dortmund mit Zagadou und Co.

Für die Spieler von Borussia Dortmund beginnt am 1. Juli die Saisonvorbereitung. Ein Langzeitverletzter sollte dann eigentlich zurückkehren. Daraus wird aber vorerst nichts.

Am 1. Juli tritt Marco Rose sein Amt bei Borussia Dortmund an. Fünf verletzte Spieler der Vorsaison wird der neue Trainer noch nicht im Mannschaftskreis begrüßen können. Vor allem der Heilungsprozess eines Pechvogels der abgelaufenen Spielzeit verlangt weiter Geduld.

BVB kann zum Trainingsstart noch nicht mit Zagadou planen

Die Hoffnungen, dass Dan-Axel Zagadou nach einem Jahr voller gesundheitlicher Probleme und Rückschläge schon zum Start der Vorbereitung wieder voll einsatzfähig ist, haben sich zerschlagen. „Zagadou ist noch nicht so weit“, sagt Lizenzspieler-Chef Sebastian Kehl auf Anfrage der Ruhr Nachrichten. „Wir müssen ihn behutsam heranführen, das wird noch etwas Zeit benötigen.“

Der französische Innenverteidiger wurde Ende März operiert, nachdem er sich zum wiederholten Male eine schwerwiegende Blessur im Knie zugezogen hatte. Der erneute gesundheitliche Rückschlag traf den 22-Jährigen damals schwer, er war gerade erst von einem Muskelfaserriss genesen, der von Januar bis Anfang März an die Seitenlinie beordert hatte. Und während des Trainingslagers in Bad Ragaz vor einem Jahr stoppte „Daxo“ ein Außenbandriss im Knie, der zweite nach einer gleichartigen Verletzung im Mai 2020. Reha statt Rasen heißt es seit nunmehr fast 13 Monaten für den stämmigen BVB-Innenverteidiger, mit immer nur kurzen Phasen, in denen er schmerzfrei trainieren konnte.

Zagadou wird einen ersten Teil der BVB-Vorbereitung verpassen

Und das Ende dieser Phase wird noch auf sich warten lassen. Nachdem Zagadou in der vergangenen Spielzeit nur neun Bundesliga-Partien bestritt, in nur 13 der 51 Pflichtspiele insgesamt auf dem Spielfeld auftauchte und nur 381 Spielminuten vorweisen konnte, hatte der 22-Jährige große Hoffnungen auf die neue Saison gesetzt. Doch zumindest einen ersten Teil der Vorbereitung unter dem neuen Trainer wird nun ohne Zagadou ablaufen.

Während Axel Witsel nach überstandenem Achillessehnen-Riss bei der EM erste Gehversuche startet und die schwere Verletzung erstaunlich schnell hinter sich gelassen hat, müssen auch noch zwei andere verletzte BVB-Profis weiter in der Reha um Anschluss kämpfen. Bei Marwin Hitz und Youssoufa Moukoko dürfte dieser Prozess allerdings nicht mehr allzu lange dauern.

BVB-Toptalent Moukoko dürfte rechtzeitig fit sein

Moukoko hat seit Ende März kein Pflichtspiel mehr bestritten. Eine Bänderverletzung, die er sich im Kreis der U21-Nationalmannschaft zugezogen hatte, stoppte das 16-jährige Ausnahmetalent und beendete seine erste Profi-Saison vorzeitig. Im Mai jubelte Moukoko auf der Tribüne mit am lautesten, als der BVB in Berlin den DFB-Pokal gewann. In den folgenden Wochen ließ er in der Reha keinen Zweifel an seinem Ehrgeiz, rechtzeitig zum Vorbereitungsstart wieder voll belastbar zu sein. Seine knapp eine Million Follower bei Instagram konnten sich bei regelmäßigen Updates des Ausnahme-Talents von den Fortschritten ein Bild machen.

Auch wenn der Wunsch, gleich mit Vollgas in die Vorbereitung zu starten, nicht in Erfüllung geht, ist Moukoko doch von den Rekonvaleszenten derjenige, der am weitesten ist. Moukoko dürfte in Kürze wieder auf dem Platz stehen. „Bei ihm dreht es sich um einige Tage, auch bei Youssoufa gilt aber, dass wir nichts überstürzen werden“, sagt Kehl. BVB-Torhüter Marwin Hitz sei ebenfalls auf einem guten Weg, auch er aber wird zu Beginn noch nicht auf dem Platz arbeiten.

Morey kehrt erst im neuen Jahr zurück

Für die Langzeitverletzten gilt das selbstredend. Mateu Morey postet kurzem zwar fleißig Bilder vom Bewegungstraining im Wasser und schreibt dazu von seinem Ehrgeiz, „noch stärker zurückzukommen“. Auf den Spanier aber wartet nach seinem Kreuzbandriss noch eine zweite OP – Rückkehr erst im neuen Jahr.

Deutlich eher, aber nicht vor Herbst rechnet Borussia Dortmund mit Innenverteidiger-Neuzugang Soumaila Coulibaly. Das Innenverteidiger-Talent kuriert einen Kreuzbandriss aus, den sich der 17-Jährige im Frühjahr bei seinem bisherigen Klub Paris St. Germain zugezogen hat.

BVB-Coach Marco Rose erlebt einen BVB-Start mit Hindernissen

Für den neuen Trainer der Borussia, Marco Rose, wird es damit ein Start mit einigen Hindernissen. Elf Spieler sind aktuell noch bei der EM aktiv, je nach Verweildauer im Turnier werden einige womöglich erst während des Trainingslagers in Bad Ragaz (23. bis 31. Juli) zum Team stoßen oder sogar erst danach. Macht mit den fünf noch nicht wieder gesunden Akteuren eine stattliche Zahl von 16 Kaderspielern, die Rose zum Start noch fehlen.

Wenn es nach den obligatorischen Leistungstests auf den Rasen geht, werden daher einige Jugendspieler und Akteure aus der U23 den Trainingskader der Profis auffüllen. Auch die zurückkehrenden Leihspieler, für die nach neuen Klubs gesucht wird, trainieren zunächst in Dortmund, wenn nicht bis zum ersten Wiedersehen noch zufriedenstellende Lösungen gefunden werden.

Über den Autor
BVB-Redaktion
Dirk Krampe, Jahrgang 1965, war als Außenverteidiger ähnlich schnell wie Achraf Hakimi. Leider kamen seine Flanken nicht annähernd so präzise. Heute nicht mehr persönlich am Ball, dafür viel mit dem Crossbike unterwegs. Schreibt seit 1991 für Lensing Media, seit 2008 über Borussia Dortmund.
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