BVB-Youngster Giovanni Reyna im Exklusiv-Interview: „Jadon Sancho ist schon ein Vorbild“

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Youngster Giovanni Reyna legt beim BVB einen beeindruckenden Start hin. Im Exklusiv-Interview spricht der 17-Jährige über Wunderkinder, Vorbilder und seinen Vornamen.

Dortmund

, 06.03.2020, 07:00 Uhr / Lesedauer: 10 min

Haben Sie schon einmal das deutsche Wort „Wunderkind“ gehört?
Das habe ich bis jetzt noch nie gehört. Aber ich kann mir vorstellen, was es bedeutet.


Sind Sie ein Wunderkind?

Das ist für mich schwer zu sagen. Gerade läuft es ja ganz gut bei mir, von mir aus kann das so weitergehen.


17 Jahre, fünf Monate und zwei Tage beim Bundesliga-Debüt: Das ist ziemlich jung für einen Profifußballer.

Ja, ich finde es auch cool, solche Rekorde aufzustellen. Ich fühlte mich bereit. Und der Coach vertraut mir, dafür bin ich dankbar. Es ist schlicht großartig, dass ich jetzt zu Borussia Dortmunds Profimannschaft gehöre.


Was ist Ihnen bei der ersten Einwechslung im eigenen Stadion durch den Kopf gegangen?

Das erste Heimspiel war speziell. Es ist fast Furcht einflößend, wenn du da unten an der Seitenlinie stehst und auf diese riesige Gelbe Wand schaust. Da habe ich auch ein wenig Druck gefühlt.


Ein wenig?

Ja, es war gut, das geschafft zu haben. Ab dem zweiten Spiel hat es mir nichts mehr ausgemacht, im Gegenteil: Es motiviert enorm. Das Spiel gegen Paris Saint-Germain ist ein gutes Beispiel dafür. Da haben wir die Unterstützung der Fans gebraucht, die Stimmung im Stadion war wahnsinnig gut. So etwas hatte ich noch nicht erlebt. Verrückt!


Nach dem Spiel fehlten Ihnen die Worte, um die Gedanken zu beschreiben. Sieht das im Rückblick anders aus?

Ehrlich gesagt: Nein! Spielern wie Neymar oder Kylian Mbappe habe ich vor dem Fernseher zugeschaut bei der Weltmeisterschaft und in der Champions League, jetzt stand ich gegen sie auf dem Platz. Und dann werde ich eingewechselt, kann eine Vorlage beisteuern und meinem Team helfen zu gewinnen. Eine unfassbare Erfahrung.

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Entweder ... oder - mit BVB-Youngster Giovanni Reyna

Sind diese Wochen schwer zu realisieren?

Das ist einer dieser Momente von denen es heißt, man könne sie nicht in Worte fassen. Das mag sich wie ein Klischee anhören, aber so ist es.


In Ihrer Mannschaft gibt es ja auch ein paar Stars. Wird es irgendwann normal, neben einem Mats Hummels oder Marco Reus in der Kabine zu sitzen?

Im Alltag ja. Aber wenn ich mich mal zurückziehe in meinem Zimmer und darüber nachdenke: wow! Ich versuche, so viel wie möglich von ihnen aufzuschnappen. Jadon Sancho hilft mir viel, er hat dieselbe Situation erlebt wie ich, als er als 17-Jähriger zu Borussia Dortmund kam als Jugendspieler und bald durchgestartet ist.


Wie lauten seine Tipps?

Er sagt mir zum Beispiel, dass ich aus gutem Grund dazugehöre. Dass Hochs und Tiefs dazugehören, dass ich noch jung bin und mich noch viel verbessern kann. Und ich solle nicht darüber nachdenken, was andere Leute über mich denken oder sagen könnten. Ich will mich auch rein auf Fußball konzentrieren. Das kann ich gut, darum bin ich hier. Jadon hat sich beeindruckend verbessert und durchgesetzt. Er ist schon ein Vorbild.


Jadon Sancho hat auch gesagt, Sie könnten der nächste beste Spieler in der Mannschaft werden. Ist er verrückt?

Ich würde nicht sagen, dass Jadon verrückt ist (lacht). Wenn alles passt, bekomme ich hoffentlich noch mehr Einsatzminuten, vielleicht rutsche ich mal in die Startelf in den nächsten Monaten, und dann kommt die nächste Saison. Ich will mehr Tore schießen, mehr Vorlagen geben, der Mannschaft helfen.


Wie sehr hilft es Ihnen aktuell, an ihrer Seite noch andere junge Spieler wie Jadon Sancho oder Erling Haaland zu haben?

Das hilft mir natürlich sehr. In einigen Spielen hatten wir drei Offensivspieler auf dem Platz, die 19, 17 und 19 Jahre alt sind. Das war schon cool! Gegen Paris haben wir drei am Ende den Angriff gebildet, das sieht man sicher nicht allzu oft in der Champions League, vielleicht gab es das ja noch nie? Man denkt, sie sind schon lange dabei. Ich möchte gern in zwei Jahren auch auf ihrem Niveau sein, speziell von Jadon versuche ich mir viel abzuschauen. Seine Position ist ja meiner sehr ähnlich. Er ist der, der mir bis hierher am meisten geholfen hat.


Welche Rolle spielt Otto Addo als Übergangstrainer beim BVB?

Er ist auf andere Art eine große Hilfe. Aus Spielersicht kann ich mehr von Jadon mitnehmen, er weiß, wie ich mich fühle, wenn ich mal nicht so viel spiele, er weiß, wenn ich Höhen oder Tiefen durchmache. Er beeinflusst mich sicher am meisten. Mit Otto Addo analysieren wir die Spiele sehr intensiv, er gibt mir beim Training viele kleine Hinweise. Das ist auf andere Weise ebenso wichtig.


Im Winter-Trainingslager haben Sie noch demütig auf ein paar erste Joker-Einsätze gehofft. Wenige Wochen später standen Sie in neun Pflichtspielen auf dem Rasen. Wie erklären Sie diesen Leistungssprung?

Ich bin ein ziemlich selbstbewusster Junge. Ich habe mich bereit gefühlt für diese Herausforderung und habe in mir gespürt, dass ich das schaffen kann. Es ging schneller als erwartet, keine Frage. Ich habe großen Spaß im Moment, ich lerne so unendlich viel und darf diese großartigen Erfahrungen sammeln.

Die BVB-Reporter Jürgen Koers (r.) und Dirk Krampe im Gespräch mit Giovanni Reyna.

Die BVB-Reporter Jürgen Koers (r.) und Dirk Krampe im Gespräch mit Giovanni Reyna. © Kisker

Hatten Sie manchmal Angst, aus einem Traum aufzuwachen?

So würde ich das nicht beschreiben, auch wenn vieles traumhaft wirkt. Die Mitspieler, die riesigen Stadien. Einfach für diesen großartigen Verein Borussia Dortmund zu spielen, von dem ich als kleines Kind schon Spiele gesehen habe. Jetzt bin ich happy, aber ich will auch noch mehr erreichen.


Welche BVB-Spiele haben Sie als Kind gesehen?

Die Zeit mit der Generation Reus, Götze und Lewandowski. Da war ich ungefähr zehn Jahre alt und habe mir die Spiele ganz bewusst angeschaut zu der Zeit. Es hat so viel Spaß gemacht, denen zuzuschauen. Vollgasfußball unter Jürgen Klopp. Und jetzt bin ich Teil dieser Mannschaft.


Sie wurden kürzlich gefragt, warum Sie sich aus den vielen Angeboten für Borussia Dortmund entschieden haben, und Sie haben geantwortet: Wie hätte ich das nicht tun können?

Hier gibt es alles, was ich mir erhoffen konnte. Ein großer Klub mit langer Tradition, eine lange Reihe von jungen Spielern, die hier ihre Chance auf eine tolle Karriere bekommen und genutzt haben. Als der BVB an mich herangetreten ist, hat es mich gleich überzeugt. Eine großartige Möglichkeit und eine perfekte Wahl für mich. Es hat sich bis jetzt alles bestätigt.


Wie haben Sie das Interesse an Ihrer Person wahrgenommen?

Ich war ein Junge, 14 oder 15 Jahre alt, und habe einfach nur Fußball gespielt, weil mir das so viel Spaß macht. Mein Papa und ein Agent haben sich dann mit mir und einigen Vereinsvertretern zusammengesetzt. Nachdem ich mir die Möglichkeiten und den Plan von Borussia Dortmund angeschaut hatte und das Angebot kam, musste ich nicht mehr lange überlegen. Da konnte ich gar nicht mehr Nein sagen.


Mussten Sie nicht lange nachdenken? Mit 16 alleine auf einen anderen Kontinent zu ziehen, ist ja keine so leichte Entscheidung.

Ich fand das gar nicht schwer. Ich war schon immer ein ziemlich selbstständiges Kind und habe viele Dinge in meinem Leben alleine auf die Reihe bekommen. Mir war sehr bewusst, dass ich nach Europa ziehen muss, wenn ich mir meinen Traum vom Profifußball erfüllen will. Dafür musste ich auch das Opfer bringen und von zuhause wegziehen. Jetzt bin ich hier und kann das tun, was ich liebe: Fußball spielen.

Vermissen Sie Ihre Familie sehr?

Ich sehe meine Eltern etwa einmal im Monat, meine Geschwister seltener, weil Sie in die Schule gehen. Wir bleiben mit Facetime oder Snapchat in Kontakt.


Können alle Ihre Freunde und Bekannte einschätzen, was Sie hier gerade erreichen und erleben?

Mein engster Kreis an Freunden ist überschaubar. Das sind vor allem Jungs, mit denen ich bei New York City FC zusammen Fußball gespielt habe, ein paar Jungs kenne ich aus der Schule und meiner Heimatstadt. Sie wissen Bescheid und gucken unsere Spiele. Aber es stimmt auch, dass einige Lacrosse, Basketball oder American Football spielen und die Fußballregeln jetzt nicht so ganz kennen. Sie wissen, dass ich Profifußballer bin, haben aber vielleicht keine Ahnung davon, was es bedeutet, in unserem Stadion zu spielen vor 80.000 Zuschauern. Ich erzähle Ihnen, wie verrückt das ist, aber das glauben Sie mir nicht, bis sie es vor Ort erleben.


Erging es Ihnen nicht ähnlich, als Ihr Vater davon erzählt hat?

Ja, Papa hat immer davon geschwärmt, was in Dortmund los ist bei den Spielen. Und Mama auch, sie wollte Papas Spiele mit Leverkusen oder Wolfsburg hier in Dortmund sehen. Die fanatischen Fans. Die steilen Tribünen.


Sie hatten auch großes Talent im Basketball. Haben Sie die Entscheidung für Fußball jemals bereut?

Nein! Ich mag Basketball und habe ganz ordentlich gespielt. Aber Fußball war immer die Nummer eins.


Sie haben Recht, Fußball ist keine große Nummer in den USA. Haben Ihre Eltern Sie damit infiziert, die beide Nationalspieler waren? War das Bestimmung?

Ja, Fußball steckt mir im Blut, damit bin ich auf die Welt gekommen. Mein Großvater und Urgroßvater haben in Argentinien gespielt, meine Eltern waren beide Profikicker. Es gab gar keinen Weg am Fußball vorbei, und es hat mir immer großen Spaß gemacht. Es wäre eher merkwürdig, wenn ich nicht Fußball spielen würde.


Sie hatten viele Vorbilder. Ihre Eltern, im Klub in New York Patrick Vieira oder David Villa. Der Weg in den Profifußball war geebnet, oder?

Ja, ich konnte zu vielen Sportlern aufschauen. Mit 14 durfte ich ab und zu bei den Profis in New York mittrainieren. Das habe ich aufgesogen und gelernt, von großen Spielern wie Andrea Pirlo oder Frank Lampard. Und natürlich David Villa: Der war Angreifer und meiner Position damit näher, ich habe seine Bewegungen studiert und seine Abschlusstechnik. Mein Coach Patrick Vieira hat mir die ersten Einblicke gegeben, was es bedeutet, Profifußballer zu sein. Von ihm habe ich mit am meisten gelernt. Wir stehen in enger Verbindung.


Sogar Ihr Name ist einem erfolgreichen Profifußballer gewidmet.

Ja, Giovanni van Bronckhorst. Er und Papa haben zusammen bei den Glasgow Rangers in Schottland gespielt, unsere Familien sind eng befreundet. Beim 4:0 gegen Eintracht Frankfurt war Familie Bronckhorst im Stadion, sie haben es ja nicht so weit aus den Niederlanden. Mit Gios Sohn bin ich eng befreundet. Wir freuen uns darauf, wenn wir uns demnächst öfter besuchen können.


Nennt Sie irgendjemand „Giovanni“?

Meine Oma. (überlegt) Und meine Mutter, wenn sie böse auf mich ist. Wenn ich den Namen höre, weiß ich, irgendetwas ist passiert. Normalerweise gibt es dann nicht so schöne Gespräche (lacht).


Und Alejandro, ihr zweiter Vorname?

Nur bei ganz großem Ärger, wenn ich mich mit meinem Bruder gestritten habe oder es schlechte Nachrichten aus der Schule gab. Vor allem, wenn sie ihn zwischen meinem Vor- und Nachnamen nennen.


Aber Ihr Trainer hat Sie noch nicht so gerufen?

Das war ganz lustig: Auf dem Aufstellungsbogen beim Spiel in Bremen tauchte der Name plötzlich auf, normalerweise steht da nur Giovanni Reyna. Mats und ein paar andere haben sich einen Riesenspaß daraus gemacht, als sie das gesehen haben.


Sie haben den Sprung zu den Profis geschafft, sind aber immer noch ein Teenager. Was ist der größte Unterschied zwischen Amerika und Deutschland im Leben als junger Erwachsener?

Die Lebensweise unterscheidet sich schon. Das muss man erst einmal kennenlernen und verstehen, wenn man neu in diesem Land ist. Die Hobbys, wie die jungen Leute leben, welchen Aktivitäten sie nachgehen, da gibt es schon Unterschiede. Aber alle sind sehr nett hier, in Amerika sind die Menschen vielleicht ein wenig offener und warmherziger. Ansonsten ist vieles ähnlich, wie das Essen. Ich mag es hier, Deutschland ist schon ein cooles Land. Und im Vergleich zum Nordosten Amerikas ist es hier sehr entspannt.


Sie haben auch im Jugendhaus der Borussia eine spannende WG mit den U19-Spielern Immanuel Pherai, Ansgar Knauff und Youssoufa Moukoko …

Ja, ich mag es. Trotzdem werde ich in ein paar Wochen ausziehen und eine eigene Wohnung beziehen.


Dann brauchen Sie aber einen Führerschein. Haben Sie schon mit der Ausbildung begonnen?

Ich hatte in dieser Woche meine erste Stunde. Bis November ist es ja noch eine lange Zeit, man hat mir gesagt, es dauert eigentlich nur vier bis sechs Wochen.


Allerdings fahren wir hier meistens mit Gangschaltung …

Wirklich?

Ja ...

Okay, ich habe ja einige Freunde, sie haben mir gesagt, sie helfen mir (lacht).


Wenn Sie mit Ihren Jungs von der U19 abends zusammensitzen, müssen sie oft berichten, wie es ist mit den Profis, was Sie gelernt haben, wie die sich verhalten?

Eigentlich gar nicht so viel. Als Jugendlicher hat man noch keine genaue Vorstellung davon, wie das Leben als Profi abläuft, und das ist auch gut so. Das war ja bei mir nicht anders. Ich habe es sehr genossen, dass ich essen konnte, was ich wollte, Musik zu hören, so viel ich wollte und diese Sachen. Natürlich fragen sie aber zwischendurch mal. Ich versuche dann ein reifes Vorbild zu sein.


Das heißt, Ihr Lieblingsessen Pommes Frites ist jetzt nicht mehr erlaubt?

Nein, leider nicht (lacht). Ich hatte meine letzten in der Winterpause. Jetzt geht das nicht. Aber ich bin sicher, dass ich das, wenn die Saison vorbei ist, am nächsten Tag nachhole (lacht). Darauf freue ich mich.


Ist Youssoufa Moukoko das nächste Talent, das wir bei den Profis erleben werden?

Er ist ein sehr guter Spieler, andere aus der U19 sind aber auch richtig gut. Sie bekommen ihre Chance, man wird es sehen.

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Wer ist an der Playstation bei FIFA der Beste?

(überlegt) Gute Frage. Ich bestimmt nicht. Ich spiele ja auch mehr Basketball, NBA 2K. Wenn sie mich bei FIFA mal wieder geschlagen haben, wechsele ich das Spiel (lacht).


Haben Sie zu Hause von Ihrem Vater auch ein paar Brocken Deutsch mitbekommen?

Nein, zu Hause haben wir nicht Deutsch gesprochen, höchstens ein paar Worte Spanisch. Aber Papa spricht immer noch sehr gut Deutsch. Wenn er mich besucht, und sei es nur für einen Tag, versteht er immer noch alles. Als ich herkam, kannte ich nur ein paar Schimpfwörter (lacht).


Wie oft haben Sie Kontakt zu Christian Pulisic, hat er mit Ihnen auch über den Wechsel nach Dortmund gesprochen?

Ich kenne ihn gar nicht so gut. Wir haben uns ein paar Mal persönlich gesehen, er hat mir auch Tipps für meinen Wechsel zum BVB gegeben. Heute tauschen wir uns meistens über Instagram aus, zum Beispiel hat er mir zu meinem Bundesliga-Debüt gratuliert. Ich hoffe, er wird für die Nationalmannschafts-Aufgaben rechtzeitig fit. Mit ihm zusammenzuspielen, wäre schon cool.


Sie haben den Anruf von Nationaltrainer Gregg Berhalter ja gerade bekommen …

Ja …


… und auch beantwortet?

(lacht). Klar. Mein Berater hatte mich vorgewarnt, dass die Chancen ganz gut stünden, dann kam der Anruf. Das waren aufregende Neuigkeiten. Ich habe mich sehr gefreut und bin bereit.


Die Engländer würden sich auch freuen, wenn Sie für ihre Nationalmannschaft spielen würden, die Portugiesen, auch die Argentinier…

Ja, ich weiß, dass es da einige Spekulationen und Gerüchte gibt. Aber ich werde für keine andere Nation spielen als die USA. Das ist meine Heimat, die Entscheidung ist gefallen. Ende März geht es gegen die Niederlande und Wales. Ich hoffe, dass ich vielleicht dann mein Debüt feiern kann.


Es wurde auch darüber spekuliert, dass Sie den USA vielleicht bei der Olympia-Qualifikation helfen könnten …

Ja, aber die treffen sich schon in zehn Tagen und es dauert dann auch länger. Dadurch würde ich viele Spiele mit Dortmund verpassen und könnte meinen Platz im Kader verlieren. Das halte ich nicht für sinnvoll. Ich bleibe hier, der BVB hat mir auch gesagt, dass sie mich hier brauchen. Wie es läuft, wenn sie sich qualifizieren, muss man sehen. Olympische Spiele sind etwas Besonderes, die sind im Juli, richtig? Das muss man abwarten.


Wenn Sie teilnehmen würden, wie groß schätzen Sie die Chancen ein, als Deutscher Meister dorthin zu fliegen?

Natürlich ist die Chance da, das Rennen ist sehr eng. Es gibt wahrscheinlich sogar fünf Mannschaften, die noch alle Chancen haben. Wir haben jetzt ein paar Spiele gewonnen, es läuft sehr gut, aber wir sollten Spiel für Spiel nehmen und müssen die Konstanz bewahren. Es ist noch ein langer Weg.

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Das Spiel gegen Freiburg war allerdings keine Augenweide …

Nein, aber das passiert. Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir am Samstag wieder anders spielen und hoffentlich auch gewinnen.


Schwierige Spiele warten vor der Länderspiel-Unterbrechung. In Gladbach, in Paris, gegen Schalke …

Das stimmt.


Ihr erstes richtiges Derby steht an. Haben Sie schon eins in der U19 gespielt?

Darüber rede ich besser nicht (lacht). Wir haben hoch verloren (0:4, d. Red.). Es war ein kleiner Vorgeschmack, aber ich weiß, dass es dann in einer Woche etwas ganz anderes sein wird. Das ist ein Spiel, das du zu Hause nicht verlieren darfst. Ich kenne die Erwartungen.


Sie warten auf Ihren ersten Startelfeinsatz. Sind sie ein ungeduldiger Typ?

Würde ich nicht sagen. Klar gibt es Situationen, wo ich wenig gespielt habe und mich ärgere. Aber dann denke ich: Wie viele 17-Jährige sind in meiner Situation? Wie viele 17-Jährige bekommen bei Borussia Dortmund Spielzeit bei den Profis? Ich denke, es wird auch für mich in den kommenden Monaten noch viele Gelegenheiten geben, wo ich mich zeigen kann. Vielleicht ja sogar schon in der kommenden Woche …

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