BVB-Youngster Jadon Sancho steht in Mailand unter verschärfter Beobachtung

Champions League

Jadon Sancho kehrt in Mailand in den BVB-Kader zurück. Der Youngster steht nach seinen jüngsten Verfehlungen unter verschärfter Beobachtung. Das gilt auch für die Mannschaft im Allgemeinen.

Dortmund

, 23.10.2019, 14:30 Uhr / Lesedauer: 3 min
BVB-Youngster Jadon Sancho steht in Mailand unter verschärfter Beobachtung

Steht in Mailand unter besonderer Beobachtung: Jadon Sancho. © dpa

Die Mode-Metropole Mailand empfing die Delegation von Borussia Dortmund am Dienstag mit nur leichter Bewölkung am Himmel und angenehmen Temperaturen um die 20 Grad Celsius. Den meteorologischen Herbst kann der BVB nur für gut 48 Stunden hinter sich lassen, den ergebnistechnischen hofft der Klub mit dem 1:0 gegen Gladbach endgültig vertrieben zu haben.

Inter steht gegen den BVB mit dem Rücken zur Wand

Der wichtige Sieg in der Bundesliga hat die Stimmung im Klub deutlich aufgehellt. In Mailand, wo Borussia Dortmund seit mehr als 25 Jahren nicht mehr gespielt hat, soll nun der nächste Schritt erfolgen. „Wir gehen mit Rückenwind in dieses Spiel“, meinte Julian Weigl.

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Anders als in der Liga, wo die Resultate oft nicht so ausfielen wie gewünscht, ist die Ausgangslage vor dem Spiel im Giuseppe-Meazza-Stadion angenehm für den BVB: Der größere Druck liegt eindeutig beim Gastgeber, der zum Auftakt der Champions League daheim nicht über ein 1:1 gegen Prag hinausgekommen ist und nach der unglücklichen Niederlage in Barcelona daher schon mit dem Rücken zur Wand steht.

BVB-Sportdirektor Zorc erwartet ein Duell auf Augenhöhe

Sportdirektor Michael Zorc, extrem angefressen nach der Dreierserie von 2:2-Unentschieden, hatte auch ein Stau bei der Anreise zum Flughafen die nun wieder bessere Stimmung nicht vermiesen können. „Wir freuen uns auf dieses Spiel“, meinte er gut gelaunt. „Wir wissen um die Bedeutung, auch um die des dann folgenden Heimspiels gegen Inter.“ In den beiden Duellen gegen die Italiener, glaubt Zorc, „dürfte die Entscheidung darüber fallen, wer weitergeht.“ Das Achtelfinale bleibt das erklärte Nahziel, verliert Dortmund heute nicht, kommt man ihm ein gutes Stück näher.

Den BVB erwarte ein Duell „auf Augenhöhe“, mutmaßt Zorc, Chancen rechnet sich der Klub auch ohne Marco Reus aus. Dortmunds Kapitän wird geschont und darf den Akku aufladen, nachdem er am Tag vor dem Spiel gegen Gladbach Grippesymptome verspürt hatte, die am Spieltag zwar abgeklungen waren, nun aber noch nachwirken.

Jadon Sancho steht unter verschärfter Beobachtung

Drei Spiele in sieben Tagen mochte man Reus daher nicht aufbürden. Zumal das Derby auf Schalke am Samstag im Verein einen mindestens so hohen Stellenwert genießt wie die Partie heute. Noch offen bleibt der Einsatz von Torhüter Roman Bürki, der aber ebenso im Flugzeug saß wie der wieder gesunde Mario Götze.

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Der BVB vor dem Spiel bei Inter Mailand

Jadon Sancho marschierte ohne nach links und rechts zu blicken an den Autogrammjägern auf der Abflugebene vorbei, dass sein linkes Auge angeschwollen war, war dennoch nicht zu übersehen - dabei soll es sich aber nicht um eine Spätfolge des Nationalmannschafts-Trips handeln.

BVB ohne Alcacer, Reus und Schmelzer

Dortmunds Super-Talent steht im San Siro unter besonderer Beobachtung. Die Zeiten, in denen Spieler wie Ousmane Dembele oder vor allem Pierre-Emerick Aubameyang dem Verein auf dem Kopf herumtanzten, hoffte man eigentlich hinter sich gelassen zu haben. Entsprechend empfindlich reagierte die Klubführung. Die Geldstrafe in angeblich sechsstelliger (!) Höhe sollte dem Youngster vor Augen führen, dass der Geduldsfaden nicht unendlich dehnbar ist.

BVB-Youngster Jadon Sancho steht in Mailand unter verschärfter Beobachtung

Jadon Sancho auf dem Weg zum BVB-Flieger am Dienstagvormittag. © Groeger

Für den weiteren Genesungsprozess des zu oft verschnupften BVB, der wie erwartet ohne Paco Alcacer (muskuläre Probleme) und auch ohne Marcel Schmelzer (Zerrung im Hüftbeuger) nach Mailand reiste, wäre ein Erfolg gegen Inter nicht nur die perfekte Ausgangslage vor der zweiten Hälfte der Gruppenphase in der Champions League.

BVB-Trainer Favre verlangt volle Fokussierung

Er brächte zusätzliche Ruhe und Rückenwind für die schweren Aufgaben bis zur nächsten Länderspiel-Pause. Derby, Pokal gegen Gladbach, Spitzenspiele gegen Wolfsburg und Bayern - es geht im Drei-Tages-Rhythmus Schlag auf Schlag weiter. Zorc warnt nicht umsonst: „Es ist sehr eng in der Liga, mit vielen knappen Spielen. Unsere waren keine Ausnahme. Gladbach darf nur ein Anfang gewesen sein.“

Trainer Lucien Favre verlangt eine volle Fokussierung: „Wir müssen uns total auf uns und den Gegner konzentrieren.“ Ein Rückfall der Mannschaft in alte Verhaltensmuster heute würde den Trainer in neue Erklärungsnot bringen.

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