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Mario Götze trifft am Samstag in München auf seinen Ex-Verein. Niemand bei Borussia Dortmund kennt den FC Bayern so gut wie er. Auf Kampfansagen wartet man vergeblich, aber „sehr interessant“ werden soll es schon.

Dortmund

, 02.04.2019 / Lesedauer: 3 min

Mario Götze ist ein Meister der Diplomatie. Manchmal wirkt es fast so, als trage er einen unsichtbaren Schutzschild vor sich her. Götze bietet keinerlei Angriffsfläche, aber er würde sich selbst vermutlich auch nie besonders angriffslustig äußern. Vor dem Spitzenspiel beim FC Bayern München, seinem Ex-Klub, ist das freilich nicht anders - und vielleicht muss das sogar so sein, wenn man mit 26 Jahren in seiner Karriere schon so viel erlebt und durchgemacht hat wie Götze. Er sagt: „Es ist natürlich ein wichtiges Spiel. Nichtsdestotrotz müssen wir auch noch in Freiburg und in Gladbach spielen. Es wäre ein großer Schritt, aber das ist mir zu viel ,hätte, wenn und aber‘. Wir haben noch sieben Spiele vor der Brust. Es geht noch um 21 Punkte. Das ist im Endeffekt entscheidend.“ Kampfansagen klingen anders.

Spielfreudig wie lange nicht

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Dabei hätte der „WM-Held von 2014“, um nur einen triftigen Grund für Götzes Zurückhaltung in der Öffentlichkeit zu nennen, durchaus gute Argumente, um sich vor dem Gipfeltreffen am kommenden Wochenende ein bisschen weiter aus dem Fenster zu lehnen. Seit seiner Rückkehr zu Borussia Dortmund im Sommer 2016 war Götze nie wertvoller für den BVB als jetzt. 27 Pflichtspiel-Einsätze und zehn Torbeteiligungen zählt die Statistik für Götze. Der Mittelfeldspieler wirkt so fit und so spielfreudig wie lange nicht.

Nun also die Rückkehr nach München. Es sei ein besonderes Spiel, sagt der Mittelfeldspieler, der 2013 für 37 Millionen Euro zum FC Bayern wechselte und 2016 für 22 Millionen Euro zum BVB zurückkehrte. „Ich habe dort drei Jahre gespielt und viele Titel gewonnen.“

Erste das zweite Wiedersehen

Für Götze wird das Spiel am Samstag erst das zweite Wiedersehen mit seinen ehemaligen Teamkollegen in der Allianz Arena. Viermal hat der BVB seit der Götze-Rückholaktion in München gespielt. Zweimal in der Liga, zweimal im DFB-Pokal. In der Saison 2016/2017 verpasste Götze beide Duelle (1:4 in der Liga, 3:2 im Pokal-Halbfinale) wegen seiner Stoffwechsel-Erkrankung, in der vergangenen Spielzeit verhinderte ein Bänderriss im Sprunggelenk seinen Einsatz im Pokal-Achtelfinale (1:2) - und als Götze endlich einsatzbereit war, ging der BVB am 28. Spieltag der Vorsaison 0:6 unter. Götze spielte 78 Minuten und wurde beim Stand von 0:5 für Nuri Sahin ausgewechselt.

„Wichtig wird sein, dass wir 90 oder vielleicht sogar 95 Minuten auf Top-Niveau spielen.“
Mario Götze

Dieses Jahr muss und soll es besser laufen. Die Ausgangslage sei gut, sagt Götze, „das war in den letzten Jahren nicht unbedingt so. Wir freuen uns darauf. Und es wird sehr, sehr interessant werden.“ Laut Götze werden „Kleinigkeiten“ über den Ausgang des Spiels entscheiden. „Wichtig wird sein, dass wir 90 oder vielleicht sogar 95 Minuten auf Top-Niveau spielen. Wir müssen gut verteidigen und außerdem clever und mutig sein. Und wir müssen wissen, dass wir immer gefährlich sein können.“

Gelebte Diplomatie

Und wie erwartet er die Bayern? Schließlich kennt niemand den Rekordmeister so gut wie Götze. Die Antwort gerät , das kommt nicht wirklich überraschend, ausweichend. „Es ist viel passiert in München, seitdem ich nicht mehr da bin. Was im Detail passiert bei den Bayern, das weiß ich auch nicht. Aber die Ambitionen des Klubs und der Spieler sind ja klar.“ Es werde schwer für den BVB. „Wir wissen um die Qualität der Bayern. Wir wissen aber auch, dass wir in dieser Saison eine gute Mannschaft und einen guten Lauf haben.“

Borussia Dortmund reist mit drei Siegen in Serie nach München. Der gute Lauf der vergangenen Wochen soll auch gegen die Bayern weitergehen. Und Götzes persönliche Bilanz gegen die Bayern könnte einen Sieg ziemlich gut vertragen. In zehn Spielen ging er viermal als Sieger vom Platz, fünf Mal als Verlierer und einmal mit einem Unentschieden im Gepäck. Drei Punkte in München würden die Bilanz gänzlich ausgeglichen gestalten. Das wäre dann ja irgendwie gelebte Diplomatie.

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