Corona-Maßnahmen stehen fest – BVB muss Stadion umrüsten

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41 Seiten stark ist das Corona-Maßnahmenkonzept, das die Task Force der DFL ausgearbeitet hat. Und es bedeutet auch für Borussia Dortmund eine große Herausforderung.

Dortmund

, 24.04.2020, 18:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Keine Empfehlungen, keine Ermessensspielräume – nur klare Kante. Der strenge Konzept-Katalog der DFL, der in Kürze Geisterspiele ermöglichen soll, dokumentiert, wie ernst die Lage ist. Klar, die Rettung etlicher Fußball-Bundesligaklubs heißt die oberste Mission. Wenn Politik und Behörden das vorliegende Konzept annehmen, müssen der BVB sowie jeder Verein der ersten und zweiten Liga die aufgeführten Punkte verbindlich umsetzen – und die Geisterspiele könnten in absehbarer Zeit angepfiffen werden.

Robert-Koch-Institut bewertet DFL-Konzept als positiv

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Überzeugt das Konzept die politischen Entscheidungsträger jedoch nicht, droht in letzter Konsequenz ein Abbruch der Saison. Und damit ein finanzieller Kollaps der ersten und zweiten Liga. Ein Hoffnungsschimmer: Das Robert-Koch-Institut hat das DFL-Konzept am Freitag als positiv und vernünftig bewertet, ein erster Schritt also auf dem Weg zum ersehnten Saisonendspurt auf dem Rasen.

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Gibt es in Kürze grünes Licht für das Konzept der Task Force um Professor Tim Meyer, dann wird auch Borussia Dortmund gefordert sein. Das Trainingsgelände in Dortmund-Brackel bleibt dann so wie schon seit einigen Wochen abgeriegelt. Um das Infektionsrisiko zu minieren, darf nur ein Minimum an derzeit notwendigen Mitarbeitern auf das Areal. Desinfektionsmittel müssen vor jedem Raum vorhanden und nutzbar sein, wer das Trainingsgelände künftig betritt, muss sich zunächst einer Fiebermessung unterziehen. Die ärztlichen Checks von Teamarzt Dr. Markus Braun, die beim BVB ohnehin schon auf einem sehr hohen Level liegen, werden noch engmaschiger.

BVB-Teamarzt war Teil der Task Force der DFL

Das Ziel: Präventiv zu wirken und zudem jedem möglichen Corona-Sympton sofort auf die Spur gehen zu können. Mindestens einmal pro Woche unterziehen sich die Spieler, Trainer und Betreuer einem Corona-Test, vor Spielen stehen zusätzliche Tests an. Dass Borussia Dortmund das DFL-Konzept penibel umsetzen wird, dürfte klar sein: Dr. Markus Braun war Teil der Task Force, die es ausgearbeitet hat.

Auch der Kontakt der Spieler zum Funktionsteam des BVB wird an Trainingstagen strikter geregelt. Profis sollen laut DFL-Konzept fest einem Physiotherapeuten zugeordnet werden. Borussias Zeugwart darf sich nur in Schutzkleidung um die Wäsche und Schuhe der Spieler kümmern, Besprechungen oder Termine, die nicht zwingend in einem Raum abgehalten werden müssen, finden per Video-Chat statt. Fitnessgeräte dürfen auf dem Trainingsgelände von den Spielern nur in Handschuhen und mit Mundschutz benutzt werden, Trinkflaschen müssen personalisiert werden, geduscht und gegessen werden muss zuhause.

BVB-Spieler dürfen nur nötigsten Kontakt pflegen

Untereinander dürfen die BVB-Spieler nur den nötigsten Kontakt pflegen. Möglichst viele Übungseinheiten sollen in Gruppen mit Abstand zueinander absolviert werden. Direkt nach getaner Trainingsarbeit müssen die Profis nach Hause fahren, auch im privaten Bereich müssen sie sich an strenge Hygieneregeln halten.

Sobald feststeht, wann gespielt werden kann, muss der BVB im Signal Iduna Park flugs umrüsten, um den Forderungen des DFL-Katalogs zu Geisterspielen gerecht zu werden. Denn für die Spieler des BVB und des Gäste-Teams reicht dann jeweils eine Umkleidekabine nicht aus. Um auch hier Kontakte einzuschränken, sollen sich die Ersatzspieler in einem anderen Raum umziehen und aufhalten als die erste Elf. Auch die Ersatzbänke am Spielfeldrand müssen umgebaut und verlängert werden, da deutlich mehr Platz zwischen den Akteuren sein muss als gewöhnlich.

BVB wird nicht mit dem Gegner einlaufen

Die Mannschaften werden nicht gemeinsam, sondern nacheinander aufs Feld kommen und getrennt voneinander in die Kabinen gehen. Auch die räumlichen Kapazitäten für Dopingproben müssen erweitert werden, Desinfektionsmittel müssen im Stadion an vielen Orten griffbereit sein. Maximal 215 Personen werden sich zu Spielen zeitgleich im Signal Iduna Park aufhalten – also rund 81.000 weniger als an normalen Spieltagen. Ein Geisterspiel eben. Und ein Ritual wird für die Corona-Zeit auch wegfallen: Anstatt gemeinsam mit dem Teambus, reisen die BVB-Spieler in privaten Pkw zu den Heimpartien an.

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