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Es sollte eine Machtdemonstration des BVB werden. Doch das Revierderby mündet in einem Fiasko. Das 2:4 reißt eine tiefe Wunde. Die Art und Weise ist nur schwer zu verdauen. Sascha Klaverkamp kommentiert.

Dortmund

, 27.04.2019 / Lesedauer: 3 min

Abhaken mochte Sebastian Kehl den Titel noch nicht nach diesem bitteren 2:4. Doch auch dem Leiter der Dortmunder Lizenzspieler-Abteilung war nach dem Schlusspfiff am Samstagabend bewusst, dass sich die Borussia gerade völlig unnötig irgendwie selbst geschlagen hatte.

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Natürlich war da dieser umstrittene Elfmeter, der das Dortmunder Lager zu Recht in Rage brachte. Julian Weigl flog der Ball in Rücklage im Strafraum an den Arm. Schalke traf zum 1:1. Und plötzlich verlor der BVB den Faden. Man darf sich über den Strafstoßpfiff aufregen, man darf auf den Schiedsrichter wegen einiger fragwürdiger Entscheidungen schimpfen. Ja, aber niemand hat der Borussia verboten, sich in den 75 Minuten nach dem 1:1 mit 120 Prozent gegen Schalke zu wehren. Doch mit unbändiger Gier und heißem Herzen hatte der Auftritt des BVB in diesem doch so immens wichtigen Derby leider nicht genug zu tun.

Fatale fünf Minuten

Die Schalker machten den giftigeren Eindruck und beeindruckten Dortmund mit ihrer Spielweise am Limit der Legalität merklich. Der S04 holte deutlich mehr aus seinen Möglichkeiten heraus als die Borussia, der auch schon vor den fatalen fünf Minuten mit zwei Roten Karten nicht viel einfiel, um die Gäste in Bedrängnis zu bringen. Auch diesen Mangel an Kreativität und an spielerischen Lösungen muss sich der BVB vorwerfen lassen. Dafür konnte der Schiedsrichter nichts.

Schalke durfte so eine zwölf Jahre alte Rechnung begleichen. 2007 vermasselte Dortmund den Schalkern durch einen Sieg im Derby den Titel. Wenn die Bayern nicht noch kräftig patzen, dürfte Schalke diesmal Ähnliches gelungen sein. In einem Spiel, das zuvor klar verteilte Rollen hatte. Mit dem BVB im Kleid des turmhohen Favoriten. Genau diese Ausgangslage lässt das 2:4 für die Borussen noch schmerzhafter anfühlen.

Versteinerte Mienen

Der Revier-Rivale stimmte „Derbysieger“-Gesänge in der Kabine an, während die Borussen-Profis mit versteinerten Mienen von dannen schlichen. Mit sogar noch mehr als der quälenden Derby-Niederlage im Gepäck. Denn die beiden Platzverweise für Marco Reus und Marius Wolf werden Sperren von jeweils mindestens zwei Spielen nach sich ziehen und so den Frust über diesen gebrauchten Tag noch wachsen lassen.

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