Der BVB empfängt Schlusslicht Mainz: Konstant konstanter?

Borussia Dortmund

Nach zwei Siegen gegen direkte Konkurrenten in der Tabelle geht es für den BVB nun gegen Schlusslicht FSV Mainz 05 - und um den Beweis, wirklich weiter zu sein.

Dortmund

, 16.01.2021, 10:41 Uhr / Lesedauer: 3 min
Der BVB will gegen Mainz den dritten Sieg in Serie einfahren.

Der BVB will gegen Mainz den dritten Sieg in Serie einfahren. © imago / Eibner

Michael Zorc war zwar nicht gefragt worden, wollte aber dennoch etwas loswerden. Er sei sich nicht sicher, ob er etwas verpasst habe, sagte der BVB-Sportdirektor auf der Pressekonferenz vor Borussia Dortmunds Spiel gegen den 1. FSV Mainz 05 (Samstag, 15.30 Uhr, live auf Sky), „aber wenn ich auf die Tabelle schaue, sind die Bayern aktuell immer noch Erster und wir doch einige Punkte dahinter“. Das sei - mit Blick auf den deutschen Rekordmeister aus München - alles Klagen „auf sehr, sehr hohem Niveau“.

Der BVB hat „nur“ noch fünf Punkte Rückstand auf die Bayern

An Zorcs Beobachtung gab es freilich nichts auszusetzen. Tatsächlich sind die Bayern Tabellenführer der Bundesliga und nach 15 Spieltagen auch fünf Punkte weiter als der BVB, der auf Tabellenplatz vier rangiert. Und es gibt auch nichts daran zu beanstanden, dass Zorc jeglichen Träumereien im schwarzgelben Umfeld, nur weil der BVB in der Liga gerade die ersten beiden Spiele des neuen Jahres gewonnen hat, noch ein bisschen zurückhalten möchte.

Doch auch Zorc wird natürlich wissen, dass der FC Bayern München nur sehr selten zwei Fußballspiele hintereinander verliert, erst recht, wenn die Gegner in diesen beiden Partien Borussia Mönchengladbach und Holstein Kiel heißen. Und auch Zorc dürfte vor der Saison nicht unbedingt darauf getippt haben, dass der Serienmeister aus München nach 15 Bundesliga-Spieltagen bereits 24 Gegentore in der Bilanz stehen hat.

Der BVB steht gegen Mainz vor einer Pflichtaufgabe

Es ist daher kein Zufall, dass rund um den BVB aus Angst und Untergangsstimmung nach dem 1:2 bei Union Berlin Ende Dezember innerhalb von nur zwei Spieltagen neue Hoffnung und Aufbruchsstimmung erwachsen sind. Aus zwei Punkten Rückstand auf einen Champions-League-Platz und acht Punkten Rückstand auf die Bayern sind in kürzester Zeit drei Punkte Vorsprung auf einen Nicht-Champions-League-Platz und nur noch fünf Zähler Rückstand auf den Branchenprimus geworden. Auf einmal grassiert im deutschen Fußball, auch in Dortmund, mal wieder das Gefühl, dass man halt „da sein muss“, wie es immer heißt, wenn die Bayern mal schwächeln. In erster Linie deswegen, weil der Triple-Gewinner des vergangenen Sommers offenkundig seit langer Zeit überhaupt mal wieder die Möglichkeit dazu bietet, in irgendeiner Form da sein zu können.

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Die große Frage, die Borussia Dortmund umtreibt, ist die, ob der BVB in dieser Saison noch einmal ein Kandidat werden kann, der für den Fall, dass die Bayern tatsächlich nachhaltig schwächeln sollten, da sein könnte. Nach den Siegen gegen die Tabellennachbarn VfL Wolfsburg (2:0) und RB Leipzig (3:1) steht nun eine vermeintliche Pflichtaufgabe im eigenen Stadion gegen das Tabellenschlusslicht aus Mainz an - und insbesondere an genau diesen Aufgaben ist der BVB in der jüngeren Vergangenheit zu häufig verzweifelt.

BVB-Trainer Terzic: „Der ganze Monat Januar ist richtungsweisend“

Edin Terzic will, soll und muss diesen Umstand ändern. Der 38-Jährige, der von seinen ersten fünf Pflichtspielen als BVB-Cheftrainer vier gewonnen hat, sagt: „Der ganze Monat Januar ist richtungsweisend. Der Sieg in Leipzig bringt uns nichts, wenn wir da jetzt nicht nahtlos anknüpfen. Wir wollen es ausnutzen, dass wir uns in der Tabelle weiter verbessern können. Es gibt gegen Mainz ja nicht weniger Punkte zu gewinnen als gegen Leipzig.“

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Dabei warnt Terzic explizit vor den abstiegsbedrohten Mainzern, die von den vergangenen drei Gastspielen in Dortmund stolze zwei gewonnen haben. Zumindest an das 0:2 am 32. Spieltag der Vorsaison sollten sich die BVB-Profis noch erinnern können - und die Mainzer Mannschaft, darauf verweist Terzic ausdrücklich, sei im Kern noch dieselbe. „Sie haben definitiv Qualität und Talent.“

BVB-Sportdirektor Zorc: „Die richtige Herangehensweise“

Trotzdem wolle der BVB natürlich selbst darüber entscheiden, wer als Sieger vom Platz gehe. Das sei immer der Anspruch. Michael Zorc hat eine ziemlich genaue Vorstellung davon, wie das klappen soll. „In Leipzig hat in der ersten halben Stunde mit dem Ball nicht besonders viel geklappt“, erklärt er, „aber die Intensität des Verteidigens, die Intensität im Spiel gegen den Ball, die hat gepasst.“ Das sei „die richtige Herangehensweise und auch die richtige Reihenfolge.“ Und wohl auch die einzige, um zu beweisen, dass man dieses Mal wirklich einen Schritt weiter ist beim BVB.

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