Bereits früh hätte Steffen Tigges den BVB II in Führung schießen können. © Thomas Bielefeld
Dritte Liga

Der BVB II wird vom gegnerischen Trainer in den Himmel gelobt – der outet sich als neuer Fan

0:0 endete die Drittliga-Partie zwischen dem BVB II und dem 1. FC Saarbrücken. Eher seltene Worte gab es in der Pressekonferenz vom gegnerischen Trainer.

Es kommt selten vor, dass ein Trainer sich als Fan des Konkurrenten outet. Uwe Koschinat, Coach des 1. FC Saarbrücken, hat es am Samstag nach dem 0:0 gegen den BVB II in der Pressekonferenz getan. „Mit der Art, wie der BVB II gegen uns gespielt hat, hat die Mannschaft einen neuen Fan gewonnen“, sagte Koschinat. Der eine Punkt, den sich sein Team im Stadion Rote Erde vor 1079 Zuschauern erarbeitet habe, sei das Maximum gewesen – mehr sei für sein Team gegen ein starkes BVB-Team nicht drin gewesen.

„Wir hätten natürlich gerne gewonnen. Im letzten Drittel und in der Box waren wir nicht genau genug. Die Jungs waren nach dem Spiel fast frustriert. Aber man bekommt nicht immer alles. Deshalb müssen wir das 0:0 akzeptieren“, analysierte dagegen BVB-Coach Enrico Maaßen die Partie.

1079 Zuschauer waren im Stadion Rote Erde, um den BVB II gegen Saarbrücken zu sehen. Einen neuen Fan hat der BVB aber beim Gegner gewonnen.
1079 Zuschauer waren im Stadion Rote Erde, um den BVB II gegen Saarbrücken zu sehen. Einen neuen Fan hat der BVB aber beim Gegner gewonnen. © Thomas Bielefeld © Thomas Bielefeld

Der BVB war über die 90 Minuten das dominante Team. Aus dem Bundesliga-Kader stießen Ansgar Knauff, Steffen Tigges und Antonios Papadopoulos in die Startelf. Auch Niklas Dams war wieder zurück. Alle fügten sich problemlos in das BVB-Spiel ein. Papadopoulos und Dams stabilisierten die Dreier-Abwehrreihe. Tigges stürmte neben Richmond Tachie.

Tigges war es auch, der sein Team früh in Führung hätte schießen können – er traf aus sechs Metern aber nur den Pfosten (3.). „Wenn er den macht, dann macht er wohl drei im Spiel“, mutmaßte Maaßen. Für Tigges war es der erste Dritt-Liga-Einsatz der Saison 2021/22. Zuvor stand er immer im Bundesliga-Kader. „Es ist ja so, dass ich vollwertiges Mitglied der Profimannschaft bin und trainiere immer oben“, erklärt Tigges.

Für ihn sei es eine normale Situation, auch in der Dritten Liga zu spielen. „Ich weiß, in welchem Verein ich meinen Vertrag unterschrieben habe. Der Klub hat viele gute Spieler und ist ambitioniert. Ich kann nur meine Einstellung und meine Leistung immer wieder überprüfen und dann schauen, für was es reicht“, sagte Tigges.

Ansgar Knauff hätte kurz vor dem Abpfiff beinahe den Siegtreffer für die BVB-U23 geschossen.
Ansgar Knauff hätte kurz vor dem Abpfiff beinahe den Siegtreffer für die BVB-U23 geschossen. © Thomas Bielefeld © Thomas Bielefeld

Am Samstag hatte er sich nur eine Sache vorzuwerfen. „Einmal hätte ich den Ball querlegen müssen, anstatt selbst abzuschließen“, sagte er. Das war in der 24. Minute, als Tigges den mitgelaufenen Tachie übersah. Der Pass wäre gegenüber dem eigenen Abschluss wohl die bessere Option gewesen. So schoss er über das Tor.

Das ist der Punkt, den sich das Team insgesamt vorwerfen lassen muss. Bei all der Überlegenheit produzierte das Team zwar gute, aber viel zu wenige hochkarätige Chancen. „Wir müssen daran arbeiten, dass der letzte Pass besser kommt. Aber das wird kommen, da bin ich mir sicher“, sagte Tigges.

Unnötige Gelbe Karten

Was den starken Gesamteindruck des BVB etwas trübte, waren die unnötigen Gelben Karten gegen Tachie (Kopf an Kopf mit einem Gegenspieler), Marco Pasalic (Hütchen weggetreten) und Berkan Taz (Ball weggeschossen). „Ich habe meinen Jungs nach dem Spiel im Kreis gesagt, dass uns solche Situation aus dem Spiel bringen. Aber letztlich leben wir auch von Emotionen. Ich war früher auch so“, relativierte Maaßen.

Der 1. FC Saarbrücken hatte in den gesamten 90 Minuten nur eine einzige gute Chance, das war zugleich die beste der gesamten Partie. Minos Gouras tauchte in der 42. Minute alleine vor Torhüter Luca Unbehaun auf, der blieb aber lange stehen und parierte überragend. Das Tor hätte das Spiel auf den Kopf gestellt. Das zeigt auch die Aussage Koschinats, dass der Punkt das Maximale gewesen sei, was sein Team an dem Tag mitnehmen konnte.

Der BVB II bleibt als Aufsteiger nach dem 0:0 weiter ungeschlagen und rangiert auf Rang drei mit acht Zählern aus vier Spielen. „Mit der Ausbeute können wir zufrieden sein, auch wenn heute mehr möglich gewesen wäre“, sagte Tigges. Die nächste Chance zum Sieg gibt es schon am Mittwoch. Dann tritt der BVB beim Zweitliga-Absteiger Osnabrück an.

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Sportredaktion Dortmund
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