BVB-Trainer Edin Terzic (l.) und Torschütze Jadon Sancho bejubeln den Einzug ins Pokal-Halbfinale. © imago / Team 2
Meinung

Der BVB nimmt doch noch Fahrt auf – auch dank Trainer Edin Terzic

Der BVB verdient sich das Weiterkommen in Mönchengladbach durch Kampf und Leidenschaft. Die Leistungskurve zeigt zum richtigen Zeitpunkt nach oben. Das ist auch ein Verdienst von Edin Terzic.

Ein bisschen gewöhnungsbedürftig war das Bild am späten Dienstagabend dann doch. Edin Terzic und Marco Rose nahmen gemeinsam auf dem Pressepodium im Borussia-Park Platz. Auf der einen Seite der strahlende Sieger – Terzic – auf der anderen Seite, keine fünf Meter entfernt, der geknickte Verlierer – Rose. Der künftige BVB-Cheftrainer und sein neuer Co-Trainer, der bis zum Sommer hauptverantwortlich dafür sorgen soll, dass Rose in der nächsten Saison mit Borussia Dortmund in der Champions League spielen darf, saßen da zusammen im leeren Presseraum – ziemlich eng beieinander, aber doch noch ziemlich weit voneinander entfernt.

Rose vergas dann zu allem Überfluss auch noch, Terzic und dem BVB zum Einzug ins DFB-Pokal-Halbfinale zu gratulieren. Er sprach von einer unglücklichen Niederlage seiner Mannschaft, sein Gegenüber sprach lieber von einem verdienten Sieg für seine. Noch ist es halt nicht so weit.

Der BVB nimmt in der entscheidenden Phase doch noch Fahrt auf

Wahrscheinlich sind alle Beteiligten jetzt erst einmal froh, dass es nun nicht noch ein weiteres Duell zwischen der Borussia vom Niederrhein und der Borussia aus Westfalen geben wird so lange die Konstellation ist, wie sie eben ist. Und auch die Gefühlslagen hätten in diesem Moment wohl nicht unterschiedlicher sein können. Während in Gladbach derzeit eine ganze Spielzeit in wenigen Wochen vor die Wand zu laufen scheint, nimmt der BVB rechtzeitig zur entscheidenden Saisonphase doch noch Fahrt auf – ironischerweise seit auch ganz offiziell klar ist, dass Rose in der kommenden Saison Trainer von Borussia Dortmund sein wird.

Vier Siege in Serie geben den Schwarzgelben zur richtigen Zeit Rückenwind. Seit Dienstagabend wächst der Glaube, dass es in dieser an Enttäuschungen reichen Saison am Ende doch noch richtig etwas zu gewinnen gibt. In der Champions League winkt das Viertelfinale, im DFB-Pokal das Finale in Berlin und der erste werthaltige Titel seit 2017. Und in der Bundesliga ist der so wichtige vierte Tabellenplatz seit dem vergangenen Wochenende zumindest wieder in unmittelbarer Sichtweite. Die Schwarzgelben fahren am Samstag ganz sicher nicht ohne Druck zum Tabellenführer nach München, aber es hätte alles deutlich düsterer aussehen können vor der Partie bei den Bayern. Die Teilerfolge häufen sich.

Der BVB nimmt den Pokalfight in Gladbach bedingungslos an

Edin Terzic darf sich all das durchaus auf die Fahne schreiben. Seine Mannschaft zeigt seit dem Champions-League-Hinspiel beim FC Sevilla (3:2) und damit womöglich gerade noch rechtzeitig konstanter, was Terzic seit seinem Dienstantritt Mitte Dezember von ihr einfordert: Leidenschaft, Einsatz, Mut, mannschaftliche Geschlossenheit, unbedingten Siegeswillen.

Das Pokalspiel in Gladbach diente dafür als weiteres gutes Beispiel. Der BVB lieferte bestimmt nicht sein bestes Spiel ab, aber er nahm den Pokalfight bedingungslos an und brachte alle Grundtugenden und Basiselemente, über die in Dortmund in dieser Saison viel zu oft gesprochen werden musste, auf den Platz. Terzics Mannschaft arbeitete 90 Minuten lang Fußball, investierte viel und konterte einmal wunderschön zum Tor des Tages durch Jadon Sancho. Am Ende ging der Sieg völlig in Ordnung.

Die vergangenen BVB-Auftritte in München endeten in einem Fiasko

Der Optimismus im BVB-Umfeld wird daher größer, dass diese positive Entwicklung nun endlich eine nachhaltige(re) ist. Die nächste Bewährungsprobe wartet am Samstagabend in der Allianz Arena. Die jüngsten Bundesliga-Gastspiele in München endeten – vorsichtig ausgedrückt – allesamt ernüchternd für Borussia Dortmund. Unabhängig vom Ergebnis des Spiels gegen die Bayern dürfen alle BVB-Fans zumindest darauf hoffen, dass Borussia Dortmund dieses Mal nicht wie das Kaninchen vor der Schlange auftreten wird. Das wäre dann schon wieder ein nächster Schritt in die richtige Richtung.

Über den Autor
BVB-Redaktion
Tobias Jöhren, Jahrgang 1986, hat an der Deutschen Sporthochschule in Köln studiert. Seit 2013 ist er Mitglied der Sportredaktion von Lensing Media – und findet trotz seines Berufes, dass Fußball nur die schönste Nebensache der Welt ist.
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