DFB-Pokal: Kampf gegen den Fleischwolf

DORTMUND 40 Tage Pflichtspielpause sind vorbei: Am Dienstag steht für die deutschen Spitzenteams im DFB-Pokal die erste Bewährungsprobe an, bevor am Wochenende der Startschuss zur Rückrunde in der Fußball-Bundesliga fällt. Der BVB trifft im Top-Duell auf Werder Bremen.

von Von Sascha Fligge

, 28.01.2008, 18:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Vorsichtig sind sie geworden im Hause Borussia Dortmund. Selbst das Pokal-Achtelfinale gegen Bremen am Dienstag (20.30 Uhr/ARD) veranlasst keinen der Verantwortlichen mehr dazu, großspurig von neuen Zielen und wachsenden Ressourcen zu berichten.

„Wir tun gut daran, die Ergebnisse unserer internen Gespräche nicht offen zu behandeln, weil sonst wieder alles durch den Fleischwolf gedreht würde“, betont Sportmanager Michael Zorc. Im Klartext: Er fürchtet, dass ihm im Misserfolgsfall von den Medien ein in seiner Konsistenz veränderter und kaum mehr erkennbarer Brei dieses „tragfähigen Zukunftskonzeptes“ (so nennt es Doll) „unter die Nase gehalten würde“. Verbunden mit der Feststellung: Die Bosse haben ihre Ziele abermals verfehlt.

Dortmund hat zugelegt

Dabei spricht viel dafür, dass der BVB einer schwachen ersten Halbserie eine bessere zweite folgen lassen wird. Zwar fehlt in Torhüter Roman Weidenfeller ein Alphatier und trotz mittlerweile sechs Manndeckern ein wertiges Abwehrzentrum, doch in allen anderen Bereichen hat Dortmund zugelegt.

Vor allem die Rückkehr von Torjäger Alexander Frei, der gegen Bremen auf der Bank sitzen soll, und die beschwerdefreie Vorbereitung von Sebastian Kehl machen Hoffnung auf ein Plus an Klasse und eine intakte Hierarchie. „Kehl“, betont Weidenfeller, „hat intern enormen Einfluss und genießt Respekt.“ Sicher ein Grund dafür, dass die Debatte um Kehls Vertragsverlängerung nur drei Bundesligaspiele nach dem Ende seiner 14-monatigen Leidenszeit inzwischen überhitzt geführt wird.

Löw: Kehl muss seinen Rhythmus finden

Immerhin bewahrt Joachim Löw im Fall Kehl viereinhalb Monate vor dem EM-Beginn Ruhe. Auf Anfrage unserer Zeitung sagte der Bundestrainer gestern: „Für das Länderspiel am 6. Februar in Wien gegen Österreich kommt er trotz der Verletzung von Torsten Frings (Bremen, d. Red.) noch nicht in Frage. Unser Trainerstab glaubt, dass Kehl ein paar Spiele in Serie benötigt, um seinen Rhythmus zu finden.“

Petric versucht‘s

Eine starke BVB-Partie heute (mit dem angeschlagenen Mladen Petric) wäre für den 27-Jährigen und sein Team ein Anfang. Er könnte in vielerlei Hinsicht den Weg ebnen. Jenen in den internationalen Wettbewerb, zur EM 2008 und zu einem aufgehübschten Vertrag. Nicht minder wichtig: Gelingt es Kehl, die Borussia auf Kurs zu bringen, müsste Michael Zorc den Fleischwolf nicht mehr fürchten.  

Borussia Dortmund: Ziegler - Rukavina, Amedick, Kovac, Dede - Kehl - Kringe, Tinga - Federico - Petric, Valdez

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