Erleichtert nach dem 4:2 gegen Portugal: Bundestrainer Joachim Löw. © imago / Sven Simon
Meinung

DFB-Team atmet auf! Ein 4:2 als erster Schritt zur Versöhnung

Die DFB-Elf zeigt gegen Portugal eines der besten Spiele der jüngeren Vergangenheit. Deutschland hat das EM-Achtelfinale fest im Blick. Jetzt stören nur noch die vielen dummen Fehler bei den Gegentoren.

Begeistert klatschten die Fans bei der Ehrenrunde der Nationalmannschaft in die Hände. Sie wedelten mit den schwarz-rot-goldenen Fahnen und sangen. „Oh, wie ist das schön“, und genauso treffend: „Sowas hat man lange nicht gesehen.“ Eine so couragierte, leidenschaftliche und kreativ überzeugende DFB-Elf hat man tatsächlich lange nicht gesehen.

DFB-Team besiegt Portugal: Mit so einer Leistung ist viel möglich

Der Druck hatte gewaltige Ausmaße angenommen nach drei enttäuschenden Jahren und dem 0:1 zum EM-Auftakt gegen Frankreich. Die Reaktion überzeugte auf ganzer Linie: Deutschland legte los „wie die Feuerwehr“ (Thomas Müller), kombinierte sich phasenweise in einen Rausch und setzte den Plan diesmal auch in der torgefährlichen Zone mutig und zielstrebig um.

„Endlich“ war ein Wort, das häufiger fiel im DFB-Lager. Endlich rief diese Mannschaft einen großen Teil ihres Könnens ab und spielte entfesselt Offensivfußball gegen den amtierenden Europameister, der sichtlich die Orientierung verlor bei den ganzen Kombinationen, Flankenwechseln und Läufen in die Tiefe. So stellt man sich die deutsche Nationalmannschaft vor. Das macht Lust auf mehr bei dieser Europameisterschaft. Mit so einer Leistung ist viel möglich.

Bundestrainer Joachim Löw darf nach dem 4:2 durchatmen

Wenn die 14.000 Fans in der Münchner Arena stellvertretend für Fußball-Deutschland stehen, ist ein erster Schritt zur Versöhnung mit der Nationalmannschaft gemacht. Joachim Löw, der einen Stammplatz auf dem heißen Stuhl der Kritiker innehat, darf durchpusten. Er hielt an seinem System, an seiner Aufstellung fest, der Plan ging voll auf. Viele Situationen wirkten geplant, einstudiert. Es geht also doch!

Bevor jedoch die Träume nach dem ersten Sieg zu weit fliegen, stehen noch wichtige Hausaufgaben auf dem Trainingsprogramm. Nach einem Eigentor in Partie eins führten ein Konter nach eigenem Eckball und eine Freistoßflanke zu den weiteren Gegentoren. Die Anfälligkeit bei ruhenden Bällen müssen Spieler und Trainerteam dringend abstellen.

DFB-Team steht am Mittwoch gegen Ungarn in der Pflicht

Gegen Ungarn am Mittwoch kann die DFB-Elf aus eigener Kraft in die K.o.-Runde einziehen, sogar noch als Gruppenerster, bei einem eigenen Sieg garantiert als Gruppenzweiter. Das sind gute Aussichten. Es könnte nach weiteren Spielen heißen: „Oh, wie ist das schön!“

Über den Autor
BVB-Redaktion
Jahrgang 1980, liebt Sport und lebt (meistens) sportlich. Erste journalistische Gehversuche mit 15. Einser-Diplom in Sportwissenschaft an der Universität Hamburg (2006). Heinz-Kühn-Stipendiat. Seit 2007 bei Lensing Media tätig. Seit 2012 BVB-Reporter.
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