Die Abwehr der BVB-U23 steht – und Lennard Maloney ist endlich wichtig

hzBorussia Dortmunds U23

Borussia Dortmund II kann sich auf eine sichere Defensive verlassen. Dafür gibt es viele Faktoren, einer heißt Lennard Maloney. Aber der Abwehrspieler hat keine einfachen Jahre hinter sich.

Dortmund

, 14.11.2020, 14:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Vor Kurzem rühmte Trainer Enrico Maaßen die Abwehrhaltung des BVB II als „vorbildlich“. Zuvorderst der Widerstand nach der Pause des bisher letzten Liga-Spiels gefiel ihm, da verteidigte die U23 eine 2:0-Führung gegen Münster – und ließ nur eine Möglichkeit zu. Meist clever und immer engagiert wehrt sich die Borussia bisher gegen herannahende Angriffswellen, hat in zehn Spielen sieben Treffer kassiert. Ein Wert, der Verteidiger Lennard Maloney „zufrieden“ stellt.

Maloney mit Ausbeute der BVB-U23 zufrieden

Damit könne die Mannschaft, die durch einen Corona-Fall im Kader erneut ausgebremst wurde, durchaus leben, sagt der Sommer-Neuzugang im Gespräch mit den Ruhr Nachrichten. Zumal zwei dieser Gegentore nach groben Fehlentscheidungen fielen. Beim 4:1-Sieg gegen den SC Wiedenbrück übersah der Referee, dass sich der Ball zuvor überdeutlich im Seitenaus befunden hatte; er entschuldigte sich nach Schlusspfiff. Und beim 3:2 gegen Wegberg-Beeck wurde Niklas Dams gefoult, ehe die Kugel zum zweiten Mal im Netz lag.

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Dennoch: Sieben Gegentreffer – das sind nur halb so viele wie in der vergangenen Saison. Derzeit ruht das BVB-Spiel, das darüber hinaus das offensiv gefährlichste der Liga ist (24 Tore), auf einem wesentlich stabileren Fundament. Maloney freut sich also aus gutem Grund, macht allerdings im selben Atemzug deutlich: „Wir müssen weitermachen. Und das Nonplusultra ist natürlich, dass wir überhaupt keinen Treffer kassieren.“ Dafür werde weiterhin geschuftet.

Maloney will, dass die ganze BVB-U23 verteidigt

Drei gelernte Innenverteidiger positioniert Maaßen Woche für Woche hinter Mittelfeldabräumer Franz Pfanne, dazu jeweils einen Akteur für die beiden Flanken. „Die Spieler außen müssen ihren Schweinehund überwinden – und weite Wege zurück machen“, sagt Maloney. Und: „Solange jeder diese Einstellung hat, können wir so stabil bleiben.“ Schnellstmöglich, stellt er klar, müsse sich das gesamte Team bei Ballverlust hinter der Kugel versammeln.

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Bislang geht das Vorhaben Torverhinderung gut auf. Weil alle engagiert mitmachen. Weil auch mal das Glück oder der Torhüter aushilft, wie beim 2:1 gegen Fortuna Köln, als Keeper Stefan Drljaca in der Nachspielzeit rettete. Weil sich die Anzahl der individuellen Fehler in engen Grenzen hält. Und weil sich die neu zusammengebaute Belegschaft fix zu einer Einheit formiert hat. „Wir haben wirklich schnell zusammengefunden. Das ist nicht normal“, betont Maloney.

Hat sich schnell eingelebt in der BVB-U23: Sommer-Neuzugang Lennard Maloney

Er selbst ist – wie viele der verpflichteten Zugänge – ein gutes Beispiel für diese gelungene Integration. Maloney, 21 Jahre alt, kam zur Spielzeit 2020/2021 von Union Berlin und unterschrieb einen Zweijahres-Vertrag. Für den jetzigen Bundesligisten lief der gebürtige Berliner in einem Pflichtspiel auf, im April 2018 zu Zweitliga-Zeiten gegen Greuther Fürth („Das Spiel werde ich nie vergessen, Union ist ja mein Kindheitsverein“). Danach stockte die Karriere.

Lennard Maloney: BVB-U23 reanimiert die Karriere

Von Coach Urs Fischer wurde Maloney nicht mehr berufen. Und da Union keine Zweitvertretung besitzt, blieb der Defensivmann bis Anfang 2020 ohne weiteren Einsatz. Im Januar wurde er zum Chemnitzer FC verliehen, durfte acht Mal in der Dritten Liga spielen, in sechs dieser Fälle als Teilzeitkraft. Das war mehr als zuvor, aber weiterhin zu wenig. Deshalb suchte er ein Jahr vor Vertragsende in Diensten von Union nach der nächsten Aufgabe – und wurde in Dortmund fündig.

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Wenngleich ihm der Abschied von den Eisernen beileibe nicht leicht fiel. „Ich bin in dem Umfeld aufgewachsen“, erklärt Maloney, „ich habe meine Freunde dort, bin dort zu Hause.“ Doch ihn trieb der Wunsch nach der sportlichen Weiterentwicklung. Die stellte ihm die Borussia in Aussicht. „Ich war froh, dass der Transfer geklappt hat“, sagt Maloney. Inzwischen spricht er davon, beim BVB „eine zweite Familie“ gewonnen zu haben.

Bei Borussia Dortmund wird Maloney geschätzt und gebraucht

Da wird er geschätzt und gebraucht, kam neun von zehn Mal zum Einsatz, siebenfach von Beginn an. Maloney, der in der Vergangenheit bei verschiedenen Vereinen vorgespielt hat – unter anderem bei Liga-Konkurrent Rot-Weiss Essen –, überzeugte die Dortmunder Verantwortlichen erst im Probetraining und Testspiel, dann in der Regionalliga. Dass Maaßen die Abwehrleistung behagt, liegt an unterschiedlichen Faktoren. Einer davon heißt Maloney.

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In der defensiven Dreierreihe besetzt der einmalige U20-Nationalspieler der USA den linken Part, zeigt sich robust, zweikampf- und auffällig lautstark. „Das ist eine meiner Stärken“, sagt er. „Ich habe keine Angst, die anderen zu nerven, ich meine es ja nur gut.“ Und so dirigiert der Sohn eines amerikanischen Air-Force-Veteranen seine Vorderleute mit starker Stimme, kommandiert, gibt Tipps. Maaßen schätzt diese Eigenschaft, hält sie für einen gewichtigen Pluspunkt.

BVB-U23-Verteidiger Maloney: Mit Körper und Köpfchen

Als Dortmunds Trainer Youngster Ansgar Knauff erstmals auf die linke Seite beorderte, stellte er Maloney ganz bewusst dahinter. Der sollte dem 18-Jährigen beistehen, Tipps geben – es wurde zur probaten Aufgabenteilung. Maloney gefällt diese Rolle. Er, der im fußballerischen Bereich am meisten Entwicklungspotenzial bei sich vermutet, füllt sie mit viel Hingabe aus und geht seiner Hauptaufgabe – der Sicherung des BVB-Tores – zudem mit Körpereinsatz wie Köpfchen nach.

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Kraft dieser Fähigkeiten ist der wuchtig auftretende Maloney zum wichtigen Akteur für das Spitzenteam BVB II geworden. Seine Leistungen bisher? Zu großen Teilen vorbildlich.

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