Die BVB-Leidenszeit des Dan-Axel Zagadou geht weiter

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Dan-Axel Zagadou fehlt Borussia Dortmund seit Mitte August. Der Franzose laboriert an einer Knieverletzung. Auch in absehbarer Zeit wird er nicht im BVB-Trikot auflaufen können.

Dortmund

, 13.10.2020, 07:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Fast zwei Meter groß ist Dan-Axel Zagadou. Und er trägt eine Menge Muskeln mit sich herum. Trotzdem hat diesen Hünen etwas winzig Kleines mit Wucht aus der Bahn geworfen. „Ligamentum collaterale fibulare“ nennt es der Mediziner - das Außenband im Knie. Es riss, plötzlich war das Knie instabil und Zagadou im Trainingslager in Bad Ragaz außer Gefecht gesetzt. Abrupter, schmerzhafter Schluss der verheißungsvollen Sommervorbereitung des 21-Jährigen.

Dan-Axel Zagadou wird dem BVB noch wochenlang fehlen

Zwei Monate ist das nun schon her, und der junge Franzose ist noch immer nicht zurück auf dem Trainingsplatz des BVB. Bitter für Zagadou: Auch in absehbarer Zeit wird er nicht im Dortmunder Trikot auflaufen können. „Es wird noch dauern, wir müssen uns weiter gedulden“, sagt Sebastian Kehl, Leiter der Lizenzspieler, ohne eine exakte Prognose abgeben zu können. Aber in Kehls Stimme schwingt Sorge mit. Denn das, was die Mediziner des BVB in Bad Ragaz im August zuerst nur als „Knieprobleme“ diagnostizieren konnten, bremst Dan-Axel Zagadou nun schon deutlich länger als gedacht.

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„Er wird nicht für mehrere Monate ausfallen“, so hieß es vom BVB noch hoffnungsvoll im August in Bad Ragaz. Doch die Untersuchung bei einem Knie-Spezialisten in Paris brachte kurz darauf die üble Gewissheit: das Außenband ist beschädigt. Gleichzeitig brachte Zagadou die ärztliche Erkenntnis aus seiner Heimatstadt mit, dass eine Operation am lädierten Knie nicht nötig sei.

Zagadou arbeitet individuell auf sein BVB-Comeback hin

An sich eine gute Nachricht, doch seitdem ist es still geworden um den zweikampfstarken Verteidiger mit der Bärenruhe am Ball. Sehr still. Im BVB-Mannschaftstraining konnte er sich seit dem Aus in Bad Ragaz noch nicht zurückmelden. Und ein Einsatz in einem Spiel für die Borussia ist erst Recht nicht in Sicht. Derzeit steckt Zagadou im Aufbautraining, er schuftet individuell in Dortmund, dem Vernehmen nach mit erhöhter Intensität zwar - aber die nächsten Partien in der Liga gegen Hoffenheim, Schalke und die Bayern und der Start in die Champions League werden sicher ohne ihn über die Bühne gehen. Was dann kommt? Ungewiss.

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Für den 21-Jährigen ist das ein knüppelhartes Brot. Denn es ist beileibe nicht die erste Verletzungspause, die er durchleiden muss. Seitdem das umworbene Defensivtalent Zagadou im Sommer vor drei Jahren ablösefrei von Paris St. Germain nach Dortmund kam, stoppten es auf der Jagd nach dem ersehnten Stammplatz schon mehrere Blessuren.

Zagadou fühlt sich in der BVB-Dreierkette wohl

Mehr als 250 Tage verbrachte der Franzose seither zwangsweise im Krankenstand, 36 Partien verpasste er insgesamt wegen eine Muskelbündelrisses, einer Mittelfußprellung, weil die Muskeln zwickten oder das Knie Probleme machte. Und nun kommen weitere Partien ohne ihn als Aktivem hinzu. Fast immer dann, wenn sich Dan-Axel Zagadou gerade wieder herangekämpft hatte und sein unbestritten großes Können auf dem Rasen einzubringen wusste, kam der nächste Rückschlag.

Auch für Borussia Dortmund ist das wiederkehrende Pech des Verteidigers ein Grund zu anhaltender Sorge. Denn Zagadou galt ob starker Leistungen in der vergangenen Saison als fester Bestandteil der neuen Abwehrformation. Als gesetzter Baustein der favorisierten Dreierkette. Fehlt er jetzt aber noch deutlich länger als gedacht, wird genau dieses an sich bewährte Konstrukt womöglich zur Problemzone. Denn bis Weihnachten warten auf den BVB nun Spiele im Drei-Tage-Rhythmus, höchste Belastungen also, jeder Profi im Kader, der nur drei gelernte Innenverteidiger aufweist, wird da dringend benötigt.

BVB-Spiel in Rom ohne Akanji, Can und Zagadou?

Aufgrund der wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie wollte und konnte die Borussia im jüngst geschlossenen Transferfenster trotz des Zagadou-Problems keinen weiteren Innenverteidiger in den Kader holen. Dortmund muss jetzt stattdessen auf die Karte Hoffnung setzen, dass die Nummer fünf im Aufbautraining keinen neuen Rückschlag erleidet. Und dass Trainer Lucien Favre bis zu Zagadous Rückkehr andere taugliche Abwehr-Optionen findet.

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Ein besonderer Engpass droht im Champions-League-Spiel in Rom. Im Duell mit Lazio am nächsten Dienstag (21 Uhr) fehlen im Stadio Olimpico nicht nur Zagadou und der aufgrund seiner Corona-Infektion noch immer isolierte Manuel Akanji. Auch der in der Abwehrkette als erste Ersatzkraft einzustufende Emre Can steht dem BVB nicht zur Verfügung - er muss eine Rotsperre aus dem Achtelfinale der Vorsaison absitzen.

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