EM 2020

Die EM im Fernsehen: Nicht alle Spiele sind im Free-TV zu sehen

Neben ARD und ZDF mischt dieses Mal auch die Telekom bei der Fernseh-Übertragung der Europameisterschaft mit. Wir beantworten die wichtigsten Fragen und verraten, wo welche Spiele zu sehen sind.
Magenta TV zeigt alle Spiele der Europameisterschaft. © dpa

Die Fans müssen sich umstellen. Die wichtigsten Spiele der um ein Jahr verlegten Fußball-Europameisterschaft laufen zwar wieder bei ARD und ZDF – doch mit der Telekom geht erstmals bei einem großen Turnier ein ganz anderer Anbieter auf Sendung.

41 von 51 EM-Partien laufen wieder im öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Die ARD beginnt mit dem Eröffnungsspiel in Rom und zeigt 21 Partien. Das ZDF überträgt 20 Begegnungen und beendet das Turnier mit dem Finale in London. Auch die Partien der deutschen Nationalmannschaft laufen im Ersten und Zweiten. Die Telekom zeigt über das Angebot „MagentaTV“ als einziger Sender alle 51 Spiele live, davon sogar zehn Begegnungen wie Frankreich gegen Portugal exklusiv.

Wer zeigt was?

Hintergrund ist ein komplizierter Deal. Das Bonner Telekommunikationsunternehmen hatte sich Oktober 2019 überraschend die kompletten Medienrechte für die EM 2024 in Deutschland von der Europäischen Fußball-Union UEFA gesichert. Später teilte die Telekom in einem umfangreichen Vertragswerk diese Rechte mit ARD/ZDF und erhielt im Gegenzug Sendelizenzen für alle Begegnungen der EM in diesem und der WM im kommenden Jahr.

Warum darf die Telekom übertragen?

Wer nicht schon zu den rund vier Millionen Kunden von „MagentaTV“ gehört, muss zahlen. Das Angebot lässt sich über das Internet buchen, was nach Telekom-Angaben in der günstigsten Variante zehn Euro pro Monat kostet.

Was kostet das den Fan?

Eine Fußball-EM bringt den TV-Sendern absolute Top-Quoten. Das Aus der deutschen Nationalmannschaft bei der bisher letzten EM war die erfolgreichste TV-Sendung des Jahres 2016: 29,85 Millionen Fernsehzuschauer sahen die Halbfinal-Niederlage gegen Frankreich. Auch Partien ohne DFB-Team locken bei einer EM Massen vor den Fernseher, so schauten vor fünf Jahren 18,99 Millionen Frankreich gegen Island.

Wie viele Menschen schauen zu?

Florian Naß macht den Anfang, er wird am 11. Juni das Eröffnungsspiel kommentieren. Für den 53 Jahre alten Fußballreporter der ARD ist es der erste Einsatz bei einer EM. Naß ersetzt bei der ARD Steffen Simon, der die gesamte EM für das Erste plant und organisiert. Zum Kommentatoren-Team der ARD gehören außerdem Gerd Gottlob und Tom Bartels. Beim ZDF sind wie bei der EM in Frankreich Béla Réthy, Oliver Schmidt, Martin Schneider und Claudia Neumann als Live-Reporter im Einsatz. Zu den Telekom-Kommentatoren gehören unter anderen der sonst bei RTL und DAZN arbeitende Marco Hagemann sowie Wolff Fuss von Sky.

Wer kommentiert?

Die Corona-Pandemie wirkt sich auch auf die Einsatzplanung für die Kommentatoren aus. „Ich gehe nach dem derzeitigen Stand davon aus, dass wir nicht in London und Glasgow vor Ort sein werden“, sagte ZDF-Sportchef Thomas Fuhrmann. „Wenn sich die Quarantäne-Bedingungen nicht ändern, müssen wir aus dem Studio kommentieren.“ Derzeit müssen sich Reisende nach einem Aufenthalt im Virusvariantengebiet Großbritannien bei ihrer Rückkehr nach Deutschland in eine 14-tägige Quarantäne begeben, die auch nicht durch einen Corona-Test verkürzt werden kann.

Welche Besonderheiten gibt es?

Neue Moderatoren gibt es bei ARD und ZDF: Die Paare Matthias Opdenhövel und Mehmet Scholl sowie Oliver Welke und Oliver Kahn sind nicht mehr im Einsatz. Im Ersten moderiert Alexander Bommes, zudem bilden Jessy Wellmer und Ex-Weltmeister Bastian Schweinsteiger ein EM-Duo. Beim Zweiten sind Katrin Müller-Hohenstein und Jochen Breyer für die Moderation zuständig. Die Telekom hat den sonst beim ZDF tätigen Johannes B. Kerner für die Moderation eingekauft. Aus dem Quartier der deutschen Mannschaft melden sich Lennert Brinkhoff (ARD) und Sven Voss (ZDF), die Telekom setzt in Herzogenaurach auf Anett Sattler.

Wer moderiert?

Alle Sender haben Prominenz verpflichtet. Zu den Experten der ARD gehören Neuzugang Kevin-Prince Boateng, Nationaltorhüterin Almuth Schult und U21-Nationaltrainer Stefan Kuntz sowie für Regelfragen Lutz Wagner. Das ZDF setzt auf Per Mertesacker, Christoph Kramer, Sandro Wagner, Peter Hyballa und Schiedsrichter Manuel Gräfe. Die Telekom verpflichtete die ehemaligen Nationalspieler Michael Ballack und Fredi Bobic. Schiedsrichter-Experte ist Patrick Ittrich.

Welche Experten sind im Einsatz?

Der Spielplan mit Sendeterminen:

Freitag, 11. Juni (Eröffnungsspiel)

21 Uhr: (Gruppe A) Türkei – Italien / Rom (ARD, MagentaTV)

Samstag, 12. Juni

15 Uhr: (A) Wales – Schweiz / Baku (MagentaTV)

18 Uhr: (B) Dänemark – Finnland / Kopenhagen (ZDF, MagentaTV)

21 Uhr: (B) Belgien – Russland / St. Petersburg (ZDF, MagentaTV)

Sonntag, 13. Juni

15 Uhr: (D) England – Kroatien / London (ARD, MagentaTV)

18 Uhr: (C) Österreich – Nordmazedonien / Bukarest (ARD, MagentaTV)

21 Uhr: (C) Niederlande – Ukraine / Amsterdam (ARD, MagentaTV)

Montag, 14. Juni

15 Uhr: (D) Schottland – Tschechien / Glasgow (MagentaTV)

18 Uhr: (E) Polen – Slowakei / St. Petersburg (ARD, MagentaTV)

21 Uhr: (E) Spanien – Schweden / Sevilla (ZDF, MagentaTV)

Dienstag, 15. Juni

18 Uhr: (F) Ungarn – Portugal / Budapest (ZDF, MagentaTV)

21 Uhr: (F) Frankreich – Deutschland / München (ZDF, MagentaTV)

Mittwoch, 16. Juni

15 Uhr: (B) Finnland – Russland / St. Petersburg (MagentaTV)

18 Uhr: (A) Türkei – Wales / Baku (ARD, MagentaTV)

21 Uhr: (A) Italien – Schweiz / Rom (ARD, MagentaTV)

Donnerstag, 17. Juni

15 Uhr: (C) Ukraine – Nordmazedonien / Bukarest (ZDF, MagentaTV)

18 Uhr: (B) Dänemark – Belgien / Kopenhagen (ZDF, MagentaTV)

21 Uhr: (C) Niederlande – Österreich / Amsterdam (ZDF, MagentaTV)

Freitag, 18. Juni

15 Uhr: (E) Schweden – Slowakei / St. Petersburg (MagentaTV)

18 Uhr: (D) Kroatien – Tschechien / Glasgow (ZDF, MagentaTV)

21 Uhr: (D) England – Schottland / London (ZDF, MagentaTV)

Samstag, 19. Juni

15 Uhr: (F) Ungarn – Frankreich / Budapest (ARD, MagentaTV)

18 Uhr: (F) Portugal – Deutschland / München (ARD, MagentaTV)

21 Uhr: (E) Spanien – Polen / Sevilla (ARD, MagentaTV)

Sonntag, 20. Juni

18 Uhr: (A) Schweiz – Türkei / Baku (ZDF, MagentaTV)

18 Uhr: (A) Italien – Wales / Rom (ZDF, MagentaTV)

Montag, 21. Juni

18 Uhr: (C) Nordmazedonien – Niederlande / Amsterdam (ARD, MagentaTV)

18 Uhr: (C) Ukraine – Österreich / Bukarest (ARD, MagentaTV)

21 Uhr: (B) Russland – Dänemark / Kopenhagen (ARD, MagentaTV)

21 Uhr: (B) Finnland – Belgien / St. Petersburg (ARD, MagentaTV)

Dienstag, 22. Juni

21 Uhr: (D) Kroatien – Schottland / Glasgow (ARD, MagentaTV)

21 Uhr: (D) Tschechien – England / London (ARD, MagentaTV)

Mittwoch, 23. Juni

18 Uhr: (E) Slowakei – Spanien / Sevilla (ZDF, MagentaTV)

18 Uhr: (E) Schweden – Polen / St. Petersburg (ZDF, MagentaTV)

21 Uhr: (F) Portugal – Frankreich / Budapest (MagentaTV)

21 Uhr: (F) Deutschland – Ungarn / München (ZDF, MagentaTV)

Achtelfinale

Samstag, 26. Juni

18 Uhr: Wales – Dänemark (ARD, MagentaTV)

21 Uhr: Italien – Österreich (ZDF, MagentaTV)

Sonntag, 27. Juni

18 Uhr: Niederlande – Tschechien (ARD, MagentaTV)

21 Uhr: Belgien – Portugal (ARD, MagentaTV)

Montag, 28. Juni

18 Uhr: Kroatien – Spanien (ZDF, MagentaTV)

21 Uhr: Frankreich – Schweiz (ZDF, MagentaTV)

Dienstag, 29. Juni

18 Uhr: England – Deutschland (ARD, MagentaTV)

21 Uhr: Schweden – Ukraine (ARD, MagentaTV)

Viertelfinale

Freitag, 2. Juli 2021, und Samstag, 3. Juli, jeweils 18 und 21 Uhr

(Vorwahlrecht: ZDF, alle Spiele bei MagentaTV)

Halbfinale

Dienstag, 6. Juli, und Mittwoch, 7. Juli, jeweils 21.00 Uhr

(Vorwahlrecht: ARD, beide Spiele bei MagentaTV)

Finale

Sonntag, 11. Juli, 21 Uhr, (live im ZDF und bei MagentaTV)

mit dpa-Material

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