Reus, Sancho & Co. - Darum ist die neue BVB-Offensive nicht mehr ausrechenbar

hzBorussia Dortmund

Die Offensivmaschine des BVB rollt direkt los. Fünf Tore gegen Augsburg bedeuten die Tabellenführung. Die Neuzugänge Brandt und Hazard fügen sich neben Reus und Sancho glänzend ein.

Dortmund

, 19.08.2019, 06:30 Uhr / Lesedauer: 3 min

Sie wehrten sich tapfer. Nach Kräften. Aber irgendwann war diese schwarzgelbe Lawine einfach nicht mehr aufzuhalten. Der FC Augsburg ging unter im Angriffswirbel des BVB - der gleich zum Saisonstart leichtfüßig zeigte, welch kolossale Wucht er auf dem Platz jetzt entfalten kann.

BVB-Potenzial liegt noch einmal ein Regalbrett höher

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Es ist ja nicht so, dass die Borussia in der Vorsaison im Schlafwagen unterwegs gewesen wäre. Nicht selten gestalteten sich die Offensivleistungen schon da beeindruckend und erfolgreich. 81 Tore in 34 Spielen zeugen von entsprechend großer Qualität. Aber das Potenzial des aktuellen BVB-Kaders liegt noch einmal ein Regalbrett höher.

Augsburg hat das am Samstag erleben müssen. Das Kombinationsspiel der Dortmunder lief auf Hochtouren, permanent attackierten sie ihren Gegner über die Außenbahnen ebenso wie durchs Zentrum. Schnell war klar: Diese BVB-Offensive ist kaum noch auszurechnen für den Gegner, weil sie eine Menge an Optionen und Tugenden zu bieten hat.

Reus mit schnellen Läufen und klugen Pässen

Natürlich ist das Marco Reus mit schnellen Läufen, klugen Pässen, überraschenden Aktionen. Und mit Zug zum Tor. Gegen Augsburg feuerte er fünf Schüsse auf den Augsburger Kasten ab, einer war drin. Ein weiteres Tor legte er auf. Natürlich ist das Jadon Sancho, der am Samstag satte 28 Sprints anzog, Augsburgs Abwehr häufig auseinanderzog, mit dem Ball am Fuß filigran tänzelnd. Auch er traf und legte auf.

Und natürlich ist das Paco Alcacer, der weiterhin eine unglaubliche Effizienz ins BVB-Spiel einbringt. Viermal schoss der Spanier aufs Tor, zweimal schlug die Kugel ein. Weniger Ballkontakte (29) als Alcacer hatte kein Borusse, doch er erfüllte seinen Job als laufstarker und nun vollends fitter Torjäger eben tadellos. Schon am Tag vor dem Augsburg-Spiel hatte er angekündigt, „mehr Tore als in der letzten Saison“ schießen zu wollen. Da waren es deren 18. Warum das zu toppen sein könnte, schob Alcacer im „BVB-Feiertagsmagazin“ gleich hinterher. Weil „die Neuzugänge Hazard und Brandt die Qualität unserer Mannschaft weiter steigern. Ich bin überzeugt, dass sie uns sehr helfen können.“

„Das ist die beste Offensive, mit der ich je zusammengespielt habe.“
Thorgan Hazard

Er behielt Recht. Thorgan Hazard überzeugte gegen Augsburg als Linksaußen. Er ging mehrmals mutig ins Tempo-Dribbling, sorgte so oft für Alarm im und am gegnerischen Strafraum, er lieferte binnen seiner 68 Einsatzminuten fünf Torschussvorlagen. Hazard gewann dabei 61 Prozent seiner Zweikämpfe - eine starke Quote für einen Angreifer, der bewusst riskant agierte, um das Augsburger Abwehrbollwerk zu knacken. Als er unter Applaus zur Auswechslung schritt, ersetzte ihn Julian Brandt problemlos - und traf sogar noch zum 5:1.

Alle Angestellten der Abteilung Attacke strahlten also Torgefahr aus. Sie wechselten häufig die Positionen, suchten oft den Abschluss, drückten so Augsburg weit zurück. Und als sie ihre Power nach dem Wechsel auch noch dank besserer Präzision in Treffer ummünzten, mündete alles in einer Art Rausch, in dem sogar noch weitere BVB-Tore möglich gewesen wären.

Reus, Sancho & Co. - Darum ist die neue BVB-Offensive nicht mehr ausrechenbar

Julian Brandt (r.) traf kurz nach seiner Einwechslung zum Endstand. © imago

Nach dem Ende des ungleichen Duells, das 10:0 Ecken und 78 Prozent Ballbesitz für den BVB in der Bilanz führte, kam Thorgan Hazard strahlend aus der Mannschaftskabine. „Ja“, sagte er mit leuchtenden Augen, das sei die beste Offensive, mit der er je zusammengespielt habe. Bemerkenswert, wenn man bedenkt, dass der Belgier in der Nationalmannschaft zusammen mit den Herren Eden Hazard, Kevin de Bruyne und Romelu Lukaku auf dem Platz steht. „In Gladbach waren wir auch gut“, betonte Hazard, „aber hier in Dortmund ist noch mehr Qualität. Es ist einfacher, mit solchen Super-Fußballern zu spielen.“ Und das nicht nur wegen der technischen Klasse jedes Einzelnen. „Auch kämpfen ist wichtig“, betonte Hazard, „wir haben gut gearbeitet und die Bälle schnell zurückerobert.“

Szenenapplaus für Alcacer

Bestes Beispiel dafür: Paco Alcacer. Der Spanier sprintete in der 22. Minute zurück bis zum eigenen Strafraum, um dort (erfolgreich) mit zu verteidigen. Dafür gab es Szenenapplaus von den Rängen. Und es keimte die Gewissheit auf: Dieser BVB hat offenbar tatsächlich ein gewaltiges offensives Rüstzeug, das so kein anderer Bundesligist aufbieten kann. Wo das hinführen wird? 33 Mal muss noch gespielt werden. „Wir müssen zusammen weiterarbeiten“, sagte Thorgan Hazard. Das wird wohl das Beste sein.

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