Dieser BVB kann mit den Topklubs in Europa mithalten

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Borussia Dortmund stellt gegen Barcelona unter Beweis, dass man mit den besten Klubs des Kontinents mithalten kann. Spielt der BVB so weiter, packt er das Achtelfinale. Jürgen Koers kommentiert.

Dortmund

, 18.09.2019, 11:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Axel Witsel rieb den Daumen gegen den Zeigefinger, er wollte zeigen, was er spürte. „Dieses 0:0 fühlt sich nach zu wenig an“, meinte der Mittelfeld-Stratege. Ja, mit dem beherzten Auftritt, den der BVB gegen den hoch gehandelten FC Barcelona hingelegt hatte, könne man schon zufrieden sein. „Aber mit dem Ergebnis sind wir nicht glücklich.“

Mit seiner zweigeteilten Einschätzung traf der belgische Borusse den Kern. Borussia Dortmund muss sich wenig vorwerfen lassen für einen Start in die Champions League, der die Fans über weite Strecken begeisterte und in dem er einen der großen Favoriten auf den Titel in Europas Königsklasse an den Rand einer Niederlage kämpfte, rannte, überspielte. Dass es nicht für den möglichen Coup reichte, lag vor allem an der Chancenverwertung.

Eine formidable Leistung der gesamten BVB-Mannschaft

Die Schwarzgelben vergaben durch Marco Reus einen Strafstoß, Julian Brandt brachte die Latte zum Beben, mehr als eine Handvoll Hochkaräter blieb ungenutzt. So ein Wucher wird nicht selten bestraft auf dem höchsten internationalen Niveau. Dass es diesmal anders kam und der BVB für seine fehlende Ausbeute in der Offensive nicht büßen musste, hatten die Borussen sich allerdings auch verdient.

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Die hunderte Millionen Euro schwere Angriffsreihe der Spanier verbuchte keine nennenswerte Chance. Eine formidable Leistung der gesamten Mannschaft, die Trainer Lucien Favre sehr gut eingestellt hatte. Gegen zwei so offensivstarke Teams wie Bayer Leverkusen und den FC Barcelona ohne Gegentor vom Platz zu gehen, ist allemal beachtlich. „Ich weiß gar nicht, wann wir zuletzt zwei Mal hintereinander keinen Treffer kassiert haben“, sagte Witsel. Lange ist es her, im Winter 2018 hielten sich die Borussen gegen Brügge (0:0) und den SC Freiburg (2:0) schadlos.

BVB muss jetzt gegen Prag nachlegen

Aus diesem starken Auftritt könne man viel mitnehmen, erklärte auch Paco Alcacer, der erstmals in dieser Saison ohne Erfolgserlebnis blieb. Wer eine Spitzenmannschaft wie den FC Barcelona so in Schach halte, müsse viel richtig gemacht haben. Es fehlte halt nur die Krönung durch einen eigenen Treffer.

Was dieses Remis für die Europapokalsaison bedeutet, lässt sich noch schwer vorhersagen. Durch das Remis im Parallelspiel zwischen Inter Mailand und Slavia Prag (1:1) liegen alle Kontrahenten noch gleichauf. Dortmunds Teilerfolg gegen Barcelona steigt im Wert, wenn in der nächsten Partie in Tschechiens Hauptstadt (2. Oktober) ein Dreier folgt.

Entscheidung könnte erst am letzten Spieltag fallen

Gut möglich, dass die Entscheidung über Borussias Qualifikation für die K.o.-Runde erst im letzten Gruppenspiel zuhause gegen Slavia fällt. Wenn der BVB das Tempo des Spiels gegen Barca beibehält, sollte es für ein Weiterkommen reichen. Dass die Dortmunder das Potenzial haben, gegen alle Mannschaften in Europa nicht nur mitzuhalten, haben sie gegen Barcelona eindrucksvoll unter Beweis gestellt.

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