Diplomat mit Einsatzgarantie

MARBELLA Vom großen Verlierer zum großen Gewinner? Marc Ziegler mag diese Extreme nicht. Der 31-Jährige, vor der Saison von Arminia Bielefeld gekommen, hat schon eine derart turbulente Spielzeit hinter sich wie sie wohl kein Ersatzkeeper der Liga kennt.

von Von Thomas Rellmann

, 13.01.2008, 20:04 Uhr / Lesedauer: 1 min
Diplomat mit Einsatzgarantie

Bleibt ruhig: BVB-Torhüter Marc Ziegler.

Das intensive, aber erfolglose Werben der Vereinsbosse um Nationalkeeper Jens Lehmann war nicht gerade ein Vertrauensbeweis für ihn. Nach der Absage des Arsenal-Torwarts steht so gut wie fest: Ziegler wird in der Rückrunde das BVB-Gehäuse hüten. „Ich freue mich“, sagt er, „endlich wieder in der Bundesliga spielen und mich beweisen zu dürfen.“

Ziegler ist ein Diplomat. Kein Floskeldrescher, aber einer, der nie Kritik am Vorgehen der Sportlichen Leitung üben würde. „Natürlich war ich immer informiert, aber ich blicke jetzt nicht zurück.“ Kein böses Wort darüber, dass er nach Roman Weidenfellers Schulter-OP nicht automatisch den Nr. 1-Status erhalten hat.

Noch ohne Gegentor

Dabei hatte er in der Hinrunde, als sein Rivale drei Mal gesperrt aussetzen musste, einen guten Eindruck hinterlassen. Speziell die Statistik dieser Partien spricht für ihn: drei Spiele, drei Siege, null Gegentore. Ziegler, der Unbezwingbare? Er wird daran arbeiten, diesen Ruf solange es geht beizubehalten. Diesmal wird er mehr Zeit bekommen. Wann Weidenfeller vollständig fit ist, steht in den Sternen. Und ob Trainer Thomas Doll sechs oder sieben Spieltage vor Saisonende nochmal den Torhüter wechselt, ist zudem fraglich.

Ziegler nimmt‘s locker. So wie er sich auch in den vergangenen Wochen gegeben hat: „Ich denke ich habe meinen Part erfüllt, bin ruhig geblieben.“ Den Lohn dafür erntet er bereits jetzt teilweise. Jeder im Klub betont, dass man sich auf Ziegler vollauf verlassen kann. Nun will er den Beweis antreten.

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